Stand: 03.06.2020 08:47 Uhr

96 will sich für Sandhausen-Pleite rehabilitieren

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Im Hinrunden-Duell siegte Hannover um Cedric Teuchert (l.) in Dresden mit 2:0.

Dass irgendwann wieder ein Rückschlag kommen würde, es war allen Spielern und Verantwortlichen des Fußball-Zweitligisten Hannover 96 bewusst. Doch nach lediglich einer Niederlage aus den vorausgegangenen acht Partien war die Art und Weise, wie die Niedersachsen am vergangenen Sonnabend beim SV Sandhausen unterlagen, schon sehr ernüchternd. "Man hatte gerade in der zweiten Hälfte das Gefühl, dass der Gegner es einen Tick mehr wollte als wir", sagte Keeper Ron-Robert Zieler nach dem 1:3 im Hardtwaldstadion. Die Sandhäuser seien "einen Tick effektiver und konsequenter" gewesen, so der Weltmeister von 2014. Sein Coach Kenan Kocak fand sogar noch deutlichere Worte: "So dürfen wir uns nicht präsentieren. Wir haben nicht zur richtigen Mentalität gefunden. Das war von uns ein Spiel mit vielen Defiziten."

Der 39-Jährige kündigte allerdings zugleich kämpferisch an: "Wir werden daraus die richtigen Schlüsse ziehen." Viel Zeit, die Pleite aufzuarbeiten und aus ihr zu lernen, haben die Niedersachsen allerdings nicht. Bereits heute Abend steht für sie das Nachholspiel gegen die SG Dynamo Dresden auf dem Programm (18.30 Uhr, im Livecenter bei NDR.de).

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Ursprünglich hatte 96 die Sachsen zum Re-Start der Zweiten Liga empfangen sollen. Doch zu diesem Zeitpunkt waren Spieler und Verantwortliche des achtmaligen DDR-Meisters wegen positiver Corona-Befunde im Team noch in häuslicher Quarantäne. Erst am vergangenen Sonntag bestritten die Dresdner ihre erste Partie nach der Fußball-Zwangspause und unterlagen dabei dem VfB Stuttgart mit 0:2. "Wir haben gezeigt, dass wir konkurrenzfähig sind. Dass noch nicht alles da und man noch nicht so eingespielt ist, der letzte Moment im Abschluss fehlt, ist vergleichbar mit dem Saisonbeginn. Das kommt, die Zeit werden wir uns nehmen", erklärte Coach Markus Kauczinski anschließend.

Keine Kraft-, sondern eine Kopffrage?

Der Tabellenletzte um den früheren 96-Profi Florian Ballas reist also mit Trainingsrückstand an. Das müsste eigentlich ein Vorteil für die Norddeutschen sein.

Andererseits haben sie eine englische Woche mit kräftezehrenden Partien gegen den VfL Osnabrück (4:2), Karlsruher SC (1:1) und Sandhausen hinter sich. Die enge Spieltaktung will Mittelfeldakteur Dominik Kaiser allerdings nicht als Ausrede gelten lassen - weder für die vorausgegangene noch die kommende Begegnung. "Wir haben einen großen Kader mit einer Riesenqualität, und die haben wir in Sandhausen in der zweiten Halbzeit leider nicht aufs Feld gebracht. Das lag sicher nicht nur an der körperlichen Frische, sondern an ganz vielen anderen Kleinigkeiten - und dann verlierst du leider in der Zweiten Liga", sagte der 31-Jährige im Interview auf der vereinseigenen Website. Was Kaiser monierte, aber so nicht aussprach: Es war keine Frage der Kraft, sondern des Kopfes, dass die 96-Serie riss.

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Dieses Thema im Programm:

NDR 2 Bundesligashow | 03.06.2020 | 20:00 Uhr