Stand: 20.10.2019 15:23 Uhr

96-Heimfluch hält auch gegen Osnabrück an

von Hanno Bode, NDR.de
Bild vergrößern
Marcel Franke (r.) kam mit 96 nicht über ein Remis gegen Moritz Heyers Osnabrücker hinaus.

Heimspiele haben für Anhänger von Hannover 96 weiter bedingten Unterhaltungswert. Der Bundesliga-Absteiger kam am Sonntagnachmittag im Niedersachsen-Duell mit dem VfL Osnabrück nicht über ein torloses Remis hinaus und bleibt in dieser Serie im eigenen "Wohnzimmer" sieglos. Der bis dato letzte dreifache Punktgewinn der "Roten" im eigenen Stadion datiert vom 11. Mai dieses Jahres. Seinerzeit schlug der zweimalige deutsche Meister den SC Freiburg mit 3:0. Frust also bei den überlegenen, aber ineffizienten Hannoveranern, ein wenig Freude hingegen bei den "Lila-Weißen", die zuvor dreimal in Folge auswärts verloren hatten.

Thioune: "Punkt glücklich erkämpft"

"Ich finde, wir haben alles investiert, wir haben viel Gutes gemacht. Aber um einen Heimsieg zu erobern, muss man es halt noch besser machen", sagte 96-Coach Mirko Slomka im Interview mit dem NDR Hörfunk: "Wir müssen einfach konsequent daran arbeiten, dass wir die Dinger einpadden." Slomkas Gegenüber Daniel Thioune freute sich, "dass wir sehr leidenschaftlich verteidigt haben" und meinte: "Der Punkt ist zwar glücklich erkämpft, aber nicht ganz unverdient."

Hannover tonangebend, aber harmlos

Die Hausherren übernahmen nach fünf Minuten die Regie im ersten Pflichtspiel gegen den VfL seit fast 19 Jahren.

Der Spielfilm, den die Zuschauer (darunter 5.000 Osnabrück-Fans) dann sahen, handelte eine ganze Zeit lang von einer nimmermüde anrennenden Hannoveraner Mannschaft, die es nur selten vermochte, den gut gestaffelten Defensivverbund der Gäste entscheidend auseinanderzureißen. Einer der Hauptdarsteller des durchaus unterhaltsamen Streifens war Cedric Teuchert. Die Schalke-Leihgabe scheiterte im ersten Abschnitt zweimal an Keeper Philipp Kühn (8., 26.) und verpasste es so, in die Heldenrolle zu schlüpfen. Die beste Gelegenheit vor der Halbzeit besaß jedoch Teucherts Nebenmann Hendrik Weydandt. Der Kopfball des hochaufgeschossenen Stürmers prallte an den Pfosten (26.). Kurz zuvor hatte Kevin Friesenbichler auf der Gegenseite eine gute Möglichkeit für den VfL vergeben, als er mit einem satten Linksschuss an Ron-Robert Zieler scheiterte (23.).

Nun auch Horn im 96-Lazarett

Viel mehr nennenswerte Strafraumszenen gab es im ersten Durchgang nicht. Fernab der "Box", nämlich beinahe in Höhe der Mittellinie, trat Jannes Horn in der 34. Minute unfreiwillig ins Rampenlicht. Der Linksverteidiger setzte sich filmreif auf den Boden, haute mit seiner Faust auf selbigen und signalisierte, ausgewechselt werden zu müssen. Der 22-Jährige hatte sich bei einer Abwehraktion verletzt. Er ist nach Timo Hübers, Felipe, Sebastian Jung, Dennis Aogo, Linton Maina und Sebastian Soto bereits der siebte Profi im 96-Lazarett.

02:26
Hallo Niedersachsen

Slomka-Team im Abschluss ohne Fortune

10.Spieltag, 20.10.2019 13:30 Uhr

Hannover 96

0

VfL Osnabrück

0

Tore:
Hannover 96: Zieler - J. Korb, M. Franke, Elez, J. Horn (37. Muslija) - M. Stendera, Anton, Prib - Haraguchi (71. Ducksch), Weydandt (80. E. Hansson), Teuchert
VfL Osnabrück: P. Kühn - Ajdini, Van Aken, Gugganig, Agu - Blacha, Heyer - Heider, Ouahim (64. Alvarez), Wolze (87. Granatowski) - Friesenbichler (90. Köhler)
Zuschauer: 37600

Weitere Daten zum Spiel

Auch nach dem Seitenwechsel blieben die "Roten" tonangebend, ohne dabei aber in vorderster Front zunächst mehr Durchschlagskraft entwickeln zu können, als dies vor der Halbzeit der Fall war. Osnabrück setzte weiter auf die Karte Konter und hätte damit in der 64. Minute beinahe Erfolg gehabt: Anas Ouahim prüfte Zieler mit einem Schuss ins kurze Eck. Der Keeper konnte den Ball mit den Fingerspitzen noch zur Ecke abwehren. Durchatmen bei 96, das im Gegenzug durch Teuchert zu einer Möglichkeit kam. Doch erneut verfehlte der 22-Jährige das Ziel (65.). Slomka reagierte und wechselte in Marvin Ducksch seinen erfolgreichsten Torjäger ein (71.). Der 25-Jährige hatte wegen Magen-Darm-Beschwerden zunächst auf der Bank gesessen und sollte nun für Belebung des doch sehr ausrechenbaren Angriffsspiels der Gastgeber sorgen. Kurz darauf kam in dem schwedischen U21-Nationalspieler Emil Hansson eine weitere ausgeruhte Offensivkraft in die Partie (80.).

Doch nicht Ducksch oder Hansson, sondern Waldemar Anton besaß in der Schlussphase per Kopf die beste Chance zum späten Siegtreffer (86./vorbei). 120 Sekunden später fand Teuchert seinen Meister abermals in Kühn, sodass es letztlich bei der Nullnummer blieb.

Weitere Informationen

Ergebnisse und Tabelle 2. Fußball-Bundesliga

Ergebnisse, Tabellenstände und die Spieltage im Überblick. mehr

Hannover 96: Söhne von Kind und Roßmann vor Einstieg

Geschäftsführer Martin Kind hat seinen Sohn Alexander und den Sohn von Mit-Investor Dirk Roßmann, Raoul, als neue Geschäftsführer vorgeschlagen. Das Vorgehen stößt nicht nur auf Gegenliebe. mehr

Dieses Thema im Programm:

Sportclub | 20.10.2019 | 22:50 Uhr