Stand: 07.02.2018 09:55 Uhr

96-Fans kündigen Ende des Stimmungsboykotts an

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In Hannover wird es bald wieder stimmungsvoller werden.

Die Fußball-Profis von Hannover 96 dürfen zumindest in den kommenden drei Wochen wieder mit der Unterstützung aller Fans rechnen. Bei einem Treffen der aktiven Fanszene am Dienstagabend stimmte eine knappe Mehrheit der rund 500 Anwesenden dafür, den seit August letzten Jahres geltenden "Stimmungsboykott" zunächst zu beenden. Die Entscheidung erfolgte einen Tag, nachdem 96-Präsident Martin Kind angekündigt hatte, seinen Antrag auf die Übernahme der Anteilsmehrheit an der Profi-Abteilung "ruhen zu lassen". Die gleiche Formulierung wählte die aktive Fanszene am Dienstag, als sie das vorläufige Ende des Stimmungsboykotts ankündigte. Diesen hatten mehrere Hundert Fans im vergangenen August als Protest gegen Kinds Übernahmepläne initiiert.

Verein soll Bedingungen erfüllen

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Kind zufrieden: "Alle Proficlubs entscheiden"

96-Chef Kind begrüßt die Entscheidung der DFL, eine Grundsatzdebatte über die 50+1-Regel zu führen. Die Clubs erhielten so die Möglichkeit, "in Eigenverantwortung die Zukunft zu erarbeiten". mehr

Allerdings knüpften die Teilnehmer des Treffens ihre Entscheidung an Bedingungen. Die 96-Anhänger fordern eine faire und ehrliche Podiumsdiskussion mit Vereinsverantwortlichen über die Vorgänge im Club. Ein solches Treffen habe 96 den Mitgliedern für Ende Februar in Aussicht gestellt. Außerdem müsse der Verein unter anderem 119 ursprünglich abgelehnte Mitgliedsanträge von Kind-Gegnern bis Ende Februar rückwirkend und ohne Auflagen annehmen. Sollte der Verein diese Forderungen nicht erfüllen, erwägen die Fans einen erneuten Stimmungsboykott gegen die eigene Mannschaft.

Diskussion über 50+1-Regel

Bei 96 ist das Verhältnis zwischen Clubboss Kind und den aktiven Fans seit Jahren angespannt. Vor allem wehren sich die Anhänger dagegen, dass Kind die Mehrheit an der Profi-Abteilung übernimmt. Dies verhindert die sogenannte 50+1-Regel, die jedoch Ausnahmen zulässt, wenn beispielsweise jemand einen Verein 20 Jahre "ununterbrochen" und "erheblich" fördert. Auf diesen Passus wollte sich Kind bei der Deutschen Fußball Liga (DFL) berufen, legte seinen Antrag aber Anfang der Woche auf Eis. Im Gegenzug versprach die DFL, eine "ergebnisoffene" Diskussion mit den Profi-Clubs über eine Modifikation der 50+1-Regel. Zuletzt hatten sich in der Bundesliga die Stimmen gemehrt, die eine Lockerung forderten, um Investoren größeren Einfluss zu ermöglichen. Viele Fans sind hingegen strikt für die Beibehaltung der Regel.

Dieses Thema im Programm:

Sport aktuell | 07.02.2018 | 09:25 Uhr

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