Stand: 27.11.2018 15:06 Uhr

96-Boss Kind: "Qualität des Teams reicht nicht"

Ratlosigkeit bei Hannovers Trainer André Breitenreiter (2.v.l.) und seinen Spielern.

Hannover 96 hinkt in der Fußball-Bundesliga den eigenen Erwartungen deutlich hinterher: Mit nur zwei Siegen aus zwölf Spielen sind die Niedersachsen Tabellen-16., haben zwar nur einen Zähler Rückstand auf den 1. FC Nürnberg, aber schon vier auf die davor liegenden Schalker und Augsburger. Manager Horst Heldt hat die Gefahr längst erkannt und nach dem jüngsten 1:4 in Mönchengladbach den Abstiegskampf ausgerufen, aber die sportliche Misere sorgt inzwischen auch in der Vereinsführung für Missstimmung. Präsident Martin Kind nahm Trainer André Breitenreiter und Sportchef Heldt in die Pflicht. "Die beiden haben die Mannschaft zusammengestellt. Die Planungen lauteten anders, und die Beurteilung der Transfers war auch deutlich anders als sich jetzt zeigt", schimpfte der Clubchef in der "Neuen Presse".

Breitenreiter: "Ich kann auch nicht zaubern"

Breitenreiter spielte den Ball prompt zurück: "Wenn wir den Weg einschlagen wollen als 96 und nicht das Geld in die Hand nehmen, dann ist das unser Weg. Aber dann muss ich damit leben, dass wir Spiele verlieren", erklärte der Trainer, dem im Sommer weitere Transferausgaben verweigert worden waren. "Ich kann auch nicht zaubern, Geld schießt halt Tore." Das sieht Präsident Kind anders: "In der letzten Saison hatten wir eine preiswertere Mannschaft, die erfolgreicher gespielt hat." Das aktuelle Team bezeichnete der Unternehmer als kaum konkurrenzfähig: "Wir wissen, dass die Qualität nicht ausreicht, die Frage ist aber - was tun?"

Heldt: "Nicht alle auf dem Leistungsstand, wie wir es bräuchten"

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Klar ist, dass die Defensive die größte Baustelle bei den Niedersachsen ist. Der Abgang von Abwehrchef Salif Sané konnte nicht kompensiert werden - weder von Josip Elez noch von Kevin Wimmer. Aber auch die Sommer-Verpflichtungen für die Offensive, Takuma Asano und Genki Haraguchi, erfüllen bislang nicht die Erwartungen, bei Talent Florent Muslija ist naturgemäß noch Geduld gefragt. Hinzu kommen das Verletzungspech (Ihlas Bebou, Walace, Noah Joel Sarenren Bazee) und die Formschwäche einzelner Profis wie Waldemar Anton oder Niclas Füllkrug, der verletzungsbedingt noch Rückstand hat. "Wir haben nicht alle auf dem Leistungsstand, wie wir sie bräuchten", gab Heldt zu, "aber wir haben nur dieses Material zur Verfügung, damit müssen wir uns auseinandersetzen." Immerhin deutete Clubchef Kind einen Sinneswandel an: "Wir dürfen nicht schon wieder absteigen. Dem Ziel, den Klassenerhalt zu sichern, werden wir alles unterordnen. Das betrifft auch mögliche Transfer-Entscheidungen."

Kind fordert drei Siege bis zur Winterpause

Trotz des schlechten Saisonverlaufs wird in Hannover (noch) keine Trainerdiskussion geführt. "Da passt kein Blatt Papier dazwischen, weil wir sehr eng zusammenarbeiten und weil wir gemeinsam Hannover 96 nach oben gebracht haben. Wir sind überzeugt davon, dass wir den richtigen Trainer an der Seitenlinie haben", sagte Heldt am Montagabend im TV-Sender "RTL Nitro". Auch Kind betonte, dass Breitenreiter "das volle Vertrauen und die volle Loyalität" habe. Bleibt die Frage, wie lange - denn der 74-Jährige machte in "Bild" auch deutlich, was er bis zur Winterpause sportlich erwartet: "Mit jeder Niederlage wird das nächste Spiel immer bedeutsamer, von den fünf Spielen werden wir drei gewinnen müssen." Kommenden Sonnabend (15.30 Uhr, im Livecenter bei NDR.de) gastiert Hertha BSC in Hannover, dann geht es nach Mainz. Die weiteren Gegner: Bayern München (H), SC Freiburg (A) und Fortuna Düsseldorf (H).

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Dieses Thema im Programm:

NDR 2 Bundesligashow | 01.12.2018 | 15:00 Uhr

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