Stand: 26.10.2019 15:42 Uhr

6:2! HSV gewinnt packendes Topspiel gegen Stuttgart

von Christian Görtzen, NDR.de

Mehrmaliger Jubel im Volksparkstadion und "Oh, wie ist das schön"-Gesänge weit vor dem Schlusspfiff: Gastgeber Hamburger SV hat am Sonnabend vor 57.000 Zuschauern ein herausragendes Spitzenspiel der zweiten Fußball-Bundesliga gegen den VfB Stuttgart mit 6:2 (3:1) gewonnen und seine Tabellenführung gefestigt. Das Team von HSV-Trainer Dieter Hecking hat sich durch den Erfolg im direkten Duell vom nominell größten Konkurrenten im Kampf um den Aufstieg in die Bundesliga ein wenig abgesetzt. Die Hanseaten sind nach elf Spieltagen mit 24 Punkten Erster, der VfB weist nach der dritten Niederlage hintereinander als Dritter weiterhin 20 Zähler vor. Dazwischen liegt noch Arminia Bielefeld (22).

"Wir haben heute die richtige Balance gefunden zwischen spielerischen Lösungen und robustem Zweikampfverhalten - und so sind auch die Tore in der ersten Halbzeit gefallen. Wir haben uns in den entscheidenden Momenten durchgesetzt und haben vor dem Tor die Ruhe bewahrt", sagte Martin Harnik im Interview mit NDR 2. Bereits am Dienstag (18.30 Uhr) sehen sich die beiden Teams an selber Stätte zum Zweitrundenspiel im DFB-Pokal wieder.

Jatta bereitet ein Tor vor und trifft auch selbst

Hecking hatte seine Startelf im Vergleich zum vergangenen Spiel bei Arminia Bielefeld (1:1) auf zwei Positionen verändert: Gideon Jung und Christoph Moritz ersetzten Timo Letschert und Lukas Hinterseer (beide auf der Ersatzbank).

11.Spieltag, 26.10.2019 13:00 Uhr

Hamburger SV

6

VfB Stuttgart

2

Tore:

  • 1:0 Kittel (13., Foulelfmeter)
  • 2:0 Jatta (24.)
  • 2:1 Gonzalez (33.)
  • 3:1 Kittel (36.)
  • 4:1 Castro (56., Eigentor)
  • 4:2 Wamangituka (63.)
  • 5:2 Harnik (76.)
  • 6:2 Fein (90. +1)

Hamburger SV: Heuer Fernandes - Vagnoman, G. Jung, van Drongelen, Leibold - Fein - Jatta, Dudziak (77. Kinsombi), C. Moritz (73. Letschert) - Harnik (81. Hinterseer), Kittel
VfB Stuttgart: Kobel - P. Stenzel, Awoudja, M. O. Kempf, Insua (46. Castro) - Karazor - Mangala (65. Mar. Gomez), Klement - Förster - Gonzalez, Wamangituka
Zuschauer: 57000 (ausverkauft)

Weitere Daten zum Spiel

Nach einer mehr als zehnminütigen Phase des Abtastens initiierte Bakery Jatta, der überraschend auf der rechten Außenbahn spielte, mit einem feinen Steilpass auf Jeremy Dudziak den ersten gelungenen Angriff - der gleich zum Erfolg führen sollte. Denn Stuttgarts Maxime Awoudja holte den ehemaligen Profi des FC St. Pauli im Strafraum von den Füßen. Den zu Recht verhängten Foulelfmeter verwandelte Sonny Kittel mit etwas Fortune zum 1:0 (13.). VfB-Keeper Gregor Kobel reichte mit den Fingerspitzen an den Ball heran, konnte diesen aber nicht um den Pfosten lenken. Und nur wenig später holte sich der Vorbereiter als Torschütze den nächsten Punkt für die Scorer-Wertung der Zweiten Liga. Jatta luchste Awoudja recht robust den Ball ab, strebte dem gegnerischen Gehäuse zu, behielt die Nerven und schoss flach zum 2:0 (24.) ein. Schiedsrichter Deniz Aytekin (Altenberg) schaute sich die Szene noch einmal am Seitenrand auf dem Bildschirm an, bewertete Jattas Körpereinsatz aber nicht als Foulspiel. Dieses Mal hatten die Hamburger, die sich am Montag in Bielefeld vor dem Gegentor zum 1:1 ungerecht behandelt gefühlt hatten, durchaus Glück.

Starke Antwort des HSV nach dem Gegentreffer

Auch die Schwaben trugen ihren Teil dazu bei, dass die Zuschauer bestens unterhalten wurden. Nach einer Ecke von Philipp Klement verlängerte Marc Oliver Kempf den Ball zu Nicolas Gonzalez, der zum 1:2 (33.) einnickte. Die Antwort der Hamburger? Stark! Nach Steilpass von Jatta auf Moritz lupfte dieser den Ball auf den hinteren Pfosten, wo Kittel heranrauschte und zum 3:1 (36.) einköpfte. Beinahe hätte Martin Harnik, wieder nach Zuspiel von Jatta, flugs das 4:1 nachgelegt. In der Defensive leisteten sich die Norddeutschen aber Nachlässigkeiten. Gonzalez bot sich eine gute Chance zu einem weiteren Treffer, doch sein Schuss ging daneben (45. +1).

Dritter Videobeweis zugunsten der Hamburger

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HSV-Profi Tim Leibold (l.) zieht seinem Gegenspieler Pascal Stenzel davon.

Nach der Pause drängten die Schwaben mit Vehemenz auf den Anschlusstreffer - ohne Erfolg. Der Ball zappelte stattdessen bald darauf wieder im Netz des VfB-Tores. Nach einer Ecke wurde die Kugel so verlängert, dass sie dem eingewechselten Gonzalo Castro an den Kopf prallte und von dort über die Linie des eigenen Tores flog - 4:1 (57.) für den HSV. Die Schwaben reklamierten auf Foulspiel an Kobel durch Jatta, aber auch hier entschied Aytekin nach Ansicht der Bilder zugunsten des Hamburgers. Geschlagen gaben sich die Gäste aber noch lange nicht. Nach guter Vorarbeit von Castro verkürzte Silas Wamangituka auf 2:4 (63.). Wenig später jubelten die VfB-Fans erneut - zu früh. Dem Tor von Philipp Förster (68.) verwehrte Aytekin per Videobeweis die Anerkennung. Er entschied, dass Passgeber Gonzalez die Hand zur Hilfe benutzt habe.

Die Schwaben ließen nicht locker, doch Hamburg konterte eiskalt. Nach Vorarbeit von Tim Leibold spitzelte Harnik den Ball volley zum 5:2 (76.) ins Tor der Gäste. Von diesem Rückschlag erholte sich das Team von VfB-Trainer Tim Walter nicht mehr. Adrian Fein erhöhte für den furiosen HSV in der ersten Minute der Nachspielzeit gar noch auf 6:2. Dem Schlusspfiff folgte lautstarker Jubel der HSV-Fans.

Weitere Informationen

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Dieses Thema im Programm:

NDR 2 Bundesligashow | 26.10.2019 | 15:00 Uhr