Stand: 21.06.2012 18:15 Uhr  | Archiv

Torwart Reinke: Meister mit zwei Vereinen

Andreas Reinke © hoch zwei
91 Bundesligaspiele im Dress von Werder Bremen: Torwart Andreas Reinke.

Vereinswechsel sind in der Bundesliga an der Tagesordnung, entsprechend gibt es zahlreiche Profis, die mit mehreren Vereinen Titel gewannen. Da mutet es schon kurios an, dass Andreas Reinke der einzige Torwart der Bundesligahistorie ist, der als Stammkeeper mit zwei verschiedenen Clubs Meister (und auch Pokalsieger) wurde. Der Mecklenburger aus Krakow am See feierte seine Erfolge mit dem 1. FC Kaiserslautern und Werder Bremen. Insgesamt bestritt Reinke 228 Bundesligapartien für den Hamburger SV (1), Kaiserslautern (136) und Bremen (91). Dazu kommen 139 Zweitligaspiele für Kaiserslautern (25), den FC St. Pauli (35) und den spanischen Club Real Murcia (79).

Torhüter des Jahres in Spanien

Bremer Meisterjubel 2004: Andreas Reinke (l.) und Ailton. © Witters Foto: Witters
Andreas Reinke (l.) feiert 2004 mit Bremens Topstürmer Ailton seinen zweiten Meistertitel.

Reinkes Durchbruch in der Bundesliga erfolgte 1994 in der Pfalz, wo er die "Institution" Gerald Ehrmann im Tor des FCK ablöste. Mit Kaiserslautern wurde Reinke 1996 Pokalsieger und stieg in die Zweite Liga ab. Ein Jahr später gelang die direkte Rückkehr in die Bundesliga und die Pfälzer wurden mit Trainer Otto Rehhagel 1998 sensationell als Aufsteiger deutscher Meister. Nach einem Intermezzo beim griechischen Erstligisten Iraklis Saloniki (19 Spiele) wechselte Reinke 2001 zu Real Murcia nach Spanien. Auch dort gelang dem deutschen Keeper Einmaliges: In der Aufstiegssaison 2002/2003 wurde er als Zweitligaprofi zu Spaniens Torwart des Jahres gekürt. Das bekam auch Bremens Sportchef Klaus Allofs mit und verpflichtete den 34-Jährigen. In seiner ersten Saison für Werder holte Reinke sogleich das Double aus Meisterschaft und Pokalsieg.

Gesichtsverletzung beendet 2006 die Karriere

Am 8. Februar 2006 erlitt Bremens Keeper in der Bundesligapartie beim VfB Stuttgart bei einem Zusammenprall mit Martin Stranzl mehrere Brüche im Gesichtsknochen. Der Unfall war praktisch das Ende von Reinkes Torwart-Karriere. Nach der Genesung spielte er erst zwar zunächst mit Gesichtsmaske, kam mit ihr aber nicht zurecht und musste irgendwann feststellen: "Ich war nach dem Unfall nicht mehr der Alte." Drei Partien bestritt er noch in der Saison 2006/2007, die letzte am 29. April 2007 in Bielefeld - dann war es vorbei. Noch heute leidet er unter den Spätfolgen: "Geruchs- und Geschmackssinn sind weitgehend weg und werden nach Meinung der Ärzte wohl auch nicht wiederkommen." Reinke lebt im mecklenburgischen Güstrow und arbeitet in verschiedenen Fußballschulen als Torwarttrainer.

Dieses Thema im Programm:

Typisch! | 20.06.2013 | 18:15 Uhr

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