Stand: 11.05.2013 15:40 Uhr  | Archiv

Manni, das Schlitzohr

Viele Hände, ein Tor: Während Lauterns Keeper Gerald Ehrmann (3.v.l.) protestiert, dreht rechts neben ihm Torschütze Manfred Burgsmüller jubelnd ab.

Als Werder Bremens Trainer Otto Rehhagel im Herbst 1986 den fast 36 Jahre alten Manfred Burgsmüller aus den Niederungen der Zweiten Liga bei Rot-Weiß Oberhausen loseiste, gab es nicht wenige, die den Coach für verrückt erklärten. Doch Burgsmüller zahlte das Vertrauen sofort zurück, traf in seinen ersten 20 Spielen 13 Mal. Burgsmüller erwies sich als Held des Strafraumgewühls, irgendwie war er immer in der Lage, durch eine Körpertäuschung oder mit einer Zehenspitze noch an den Ball zu kommen. In 447 Bundesligaspielen erzielte er 213 Tore - seine Karriere beendete er am 12. Mai 1990.

Ein ausgebuffter Profi

Zudem galt er als Schlitzohr - wovon wohl vor allem Kaiserslauterns Torwart Gerald Ehrmann ein Lied singen kann. Am 21. März 1986 erzielte Burgsmüller im Bremer Weserstadion gegen die Pfälzer eines der ausgebufftesten Tore der Ligageschichte. Es lief die 55. Spielminute und Burgsmüller erinnert sich wie folgt: "Der Ehrmann hält den Ball, ich lieg so neben dem Tor, rappel mich wieder auf und will wieder zur Mitte. Da seh' ich, wie der Gerri vor sich hinpennt, geh' zu ihm und schubs' dem mit der Hand die Pille aus dem Arm. Fällt der Ball auf den Boden, und ich schieb' ihn rein." Alle Lauterer Proteste waren vergebens, Schiedsrichter Markus Weber gab das Tor, Thomas Schaaf erhöhte später noch auf 2:0.

Das Spiel im Stenogramm:

Werder Bremen - 1. FC Kaiserslautern 2:0 (0:0)
Tor: 1:0 Burgsmüller (55.), 2:0 Schaaf (82.)
Zuschauer: 25.559

Bremen: Burdenski - Pezzey, Kutzop, Otten, Schaaf - Sidka (46. Wolter), Meier, Hermann (11. Okudera), Votava - Burgsmüller, Neubarth
Kaiserslautern: Ehrmann - Dusek, Majewski, W. Wolf, Brehme - Geye, Melzer, Moser, Wuttke - Trunk (75. Roos), T. Allofs

Dieses Thema im Programm:

Sport aktuell | 12.05.2010 | 10:25 Uhr

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