Stand: 11.03.2013 14:01 Uhr  | Archiv

Die "Kopfnuss" des Norbert Meier

Norbert Meier (l.) und Albert Streit © picture alliance/AP Photo Foto: Martin Meissner
Schauspielerei mit Folgen: Nobert Meier (l.) lässt sich im "Zweikampf" mit Albert Streit fallen.

Der ehemalige Bundesliga-Profi und Nationalspieler Norbert Meier schien nach dem Aufstieg mit dem MSV Duisburg 2005 auch als Trainer im Kreis der ganz Großen der Zunft angekommen. Doch mit einem fatalen Aussetzer schrieb er Geschichte und sorgte für einen gehörigen Knick in seiner Karriere. "Wir beide sind sehr dicht aneinandergeraten. Woraufhin ich mich habe hinfallen lassen, beziehungsweise hingefallen bin, weil ich denke, ich habe eine Wunde davongetragen. Das sieht man und das ist einfach eine normale Reaktion", kommentierte Meier nach der Partie des MSV gegen Köln am 6. Dezember eine Auseinandersetzung an der Seitenlinie mit dem Kölner Albert Streit. Diese Sicht auf die Ereignisse hatte der Heißsporn allerdings exklusiv. Die Fernsehbilder überführten ihn der Schauspielerei und der DFB belegte ihn mit einem dreimonatigen Berufsverbot. Die "Bild" nannte ihn den "Kopfstoß-Trainer" und "Kopfstoß-Meier" - der MSV trennte sich vom Erfolgscoach. Erst im Sommer 2013 kehrte Meier mit Fortuna Düsseldorf in die Bundesliga zurück.

Kuriose Tatsachenentscheidung

Und das alles wegen eines an sich harmlosen Zweikampfes zwischen Duisburgs Razundara Tjikuzu und Streit fünf Minuten vor Spielende. Meier lamentierte, meckerte Richtung Schiedsrichter - und motzte auch Streit an, als dieser gerade vorbeiging. Streit blieb stehen - die Gesichter kamen sich sehr nahe. Plötzlich sackte Meier wie vom Blitz getroffen zu Boden - Streit griff sich an die Stirn und kippte dann ebenfalls um. Co-Trainer Heiko Scholz und der MSV-Spieler Tobias Willi eilten ihrem Chef noch zu Hilfe und bepöbelten den am Boden liegenden Kölner. Schiedsrichter Manuel Gräfe schickte Streit wegen einer vermeintlichen "Kopfnuss" vom Platz. Doch spätestens die Zeitlupe im Fernsehen entlastete den Spieler. Deutlich sah der Zuschauer, dass die Bewegung eindeutig von Meier ausging und dieser sich theatralisch fallen ließ.

"Siegen, aber nicht um jeden Preis"

Norbert Meier © imago/GEPA pictures
Der Kopfstoß und die Folgen haben Nobert Meiers Blick auf den Fußball verändert.

Meier musste in der Dritten Liga neu anfangen. Über Dynamo Dresden (September 2006 bis September 2007) kam er Anfang 2008 nach Düsseldorf, wo er sein Glück als Trainer fand. Gut sieben Jahre nach dem verhängnisvollen Kopfstoß zeigte sich Meier in der Sendereihe Sportclub Stars des NDR Fernsehens reumütig: "Für mich war das Schlimmste, dass auch die Familie darunter gelitten hat. Dabei war das eine Geschichte, die mich betraf." Der Fall "Kopfnuss" hat den Trainer allerdings nachdenklich gemacht und Demut gelehrt: "Ich habe dadurch eine andere Einstellung zum Fußball bekommen. Nach wie vor will ich natürlich jedes Spiel gewinnen, aber nicht um jeden Preis."

Dieses Thema im Programm:

Sportclub | 17.03.2013 | 23:30 Uhr

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