Stand: 22.05.2018 12:12 Uhr

50+1: 96-Boss Kind hat Antrag wieder aktiviert

Martin Kind will die Stimmenmehrheit bei Hannover 96 übernehmen.

Die Debatte um die Übernahmepläne von Clubchef Martin Kind bei Hannover 96 wird in eine neue Runde gehen. Nach einigem Hin und Her ist das angekündigte Schreiben des 74-Jährigen bei der Deutschen Fußball Liga (DFL) eingagangen, mit dem er seinen zuletzt ruhenden Antrag auf eine Ausnahmegenehmigung bei der 50+1-Regel wieder wirksam stellt. Das teilte die DFL am Dienstag mit. Nun muss das Präsidium der Deutschen Fußball Liga darüber entscheiden, ob Kind die Stimmenmehrheit und damit die volle Kontrolle beim Fußball-Bundesligisten übernehmen darf. Eine Entscheidung werde das Präsidium "zu gegebener Zeit" treffen, teilte die DFL mit.

Klage vor ordentlichem Gericht möglich

Sollte die Liga eine Ausnahmegenehmigung ablehnen, würde er klagen, so Kind. "Es würde dann zu einem Rechtsverfahren kommen. Erst einmal verbandsrechtlich das Schiedsgerichtsverfahren. Und dann gucken wir weiter." Der Hannover-Boss hatte mehrmals angekündigt, dass er auch eine Klage vor einem ordentlichen Gericht in Erwägung ziehe.

DFL-Mitgliederversammlung für Fortbestand von 50+1

Kind hatte Anfang Februar seinen Antrag ruhen lassen, nachdem die DFL eine "ergebnisoffene Debatte" über die 50+1-Regel angekündigt hatte. Ende März hatte sich die DFL-Mitgliederversammlung auf Antrag des FC St. Pauli jedoch für den Fortbestand der Regel ausgesprochen. "Es gab ja das gemeinsame Ziel, über 50+1 ergebnisoffen in der DFL zu diskutieren. Wenn es bestätigt worden wäre, über eine Modifizierung von 50+1 oder vielleicht sogar die Abschaffung zu diskutieren, hätten wir noch gewartet. Das ist aber nicht gewollt", sagte Kind nun.

Ausnahmegenehmigung nach 20 Jahren Förderung möglich

Die 50+1-Regel schreibt vor, dass die Stammvereine der Bundesligisten die Mehrheit bei den ausgegliederten Kapitalgesellschaften halten müssen. Allerdings wurde in den DFL-Statuten 2011 nach einem von Kind erreichten Urteil des Ständigen Lizenzliga-Schiedsgerichts verankert, dass eine Ausnahmegenehmigung erteilt werden kann. Dafür muss ein Unternehmen oder eine Privatperson einen Verein mehr als 20 Jahre "ununterbrochen" und "erheblich" gefördert haben. Auf diesen Passus beruft sich der 96-Vereinspräsident. Die Gegner von Kinds Übernahmeplänen betonten hingegen, dass dessen finanzielles Engagement diese Kriterien nicht erfülle.

Dieses Thema im Programm:

Sport aktuell | 22.05.2018 | 11:25 Uhr

Mehr Sport

02:40
NDR Info

Hannover 96 vor dem Pflichtspielstart

13.08.2018 19:37 Uhr
NDR Info
03:05
Nordmagazin

Beachvolleyball-Serie gastiert in Zinnowitz

12.08.2018 19:30 Uhr
Nordmagazin
02:04
Hamburg Journal

Handball: HSV-Hamburg-Legenden gegen Youngster

12.08.2018 19:30 Uhr
Hamburg Journal