Simon Terodde (r.) lässt sich für ein Tor feiern. © Witters

4:3 in Paderborn - HSV stürmt an die Tabellenspitze

Stand: 28.09.2020 22:25 Uhr

Der HSV hat eine turbulente Zweitliga-Partie beim SC Paderborn mit 4:3 gewonnen und sich an die Tabellenspitze gesetzt. Überragender Spieler war Simon Terodde, der erneut doppelt traf.

von Johannes Freytag, NDR.de

Der Hamburger SV grüßt erstmals seit zehn Monaten wieder von der Tabellenspitze der zweiten Fußball-Bundesliga. Das Team von Trainer Daniel Thioune setzte sich am Montagabend mit 4:3 (2:3) beim SC Paderborn durch und hat damit als einzige Mannschaft nach zwei Spieltagen zwei Siege auf dem Konto. Simon Terodde mit einem Doppelpack sowie Manuel Wintzheimer und Aaron Hunt waren die Torschützen für die Hamburger, die am kommenden Sonntag (13.30 Uhr) den Tabellenzweiten Erzgebirge Aue im Volksparkstadion zu Gast haben.

Paderborn dreht binnen fünf Minuten die Partie

Die etwa 300 VIP-Gäste in der Paderborner Arena sahen eine verrückte erste Spielhälfte. Nach einer ersten SC-Großchance durch Christopher Antwi-Adjei, die HSV-Keeper Daniel Heuer Fernandes vereitelte (2.), übernahmen die Hamburger mehr und mehr die Kontrolle. Terodde vergab noch per Kopf aus wenigen Metern (5.), danach aber nutzten die Norddeutschen gnadenlos effektiv die sich bietenden Gelegenheiten: Wintzheimer schlenzte ungehindert aus knapp 20 Metern den Ball ins Tor (14.), anschließend profitierte Terodde von einer Slapstick-Einlage der Paderborner Abwehr (24.).

2:0 - der HSV bestimmte das Geschehen auf dem Rasen klar - und nichts deutete daraufhin, dass Paderborn ins Spiel zurückfinden würde. Doch die Gastgeber kamen zurück - und zwar dank gütiger Mithilfe der Hamburger: Erst senste Tim Leibold ungestüm Chris Führich im Strafraum um, der frühere Rostocker Dennis Srbeny verwandelte den fälligen Elfmeter (34.). Dann folgten zwei Blackouts des früheren Paderborners Klaus Gjasula, dessen schlimme Ballverluste Führich zu einem Doppelpack nutzte (36., 38.). Dass Narey per Direktabnahme kurz vor dem Halbzeitpfiff das 3:3 vergab, zeigte ebenfalls, wie fahrig der HSV plötzlich agierte.

Terodde überbietet Demandts Bestmarke

Die wilde Fahrt in Ostwestfalen bot nach Wiederanpfiff dann auch noch Historisches: Nach feiner Vorarbeit von Wintzheimer drückte Terodde den Ball aus kurzer Distanz über die Linie (57.). Mit nunmehr 122 Treffern zog der Stürmer damit an Sven Demandt vorbei und avancierte zum besten Schützen der eingleisigen Zweiten Liga (seit 1981). Zum absoluten Rekordmann der Zweiten Liga (seit der Gründung 1974) fehlen dem 32-Jährigen allerdings noch ein paar Treffer - der Hannoveraner Dieter Schatzschneider führt die Liste mit 154 Toren an.

Hunt trifft vom Punkt zum Sieg

Danach standen aber beide Defensivreihen sicherer, hochkarätige Torchancen gab es kaum noch. Die Partie lebte nun nur noch von der Spannung: Würde einem der beiden Teams der "Lucky Punch" gelingen? Ja, und zwar dem HSV! Paderborns Sebastian Vasiliadis brachte Wintzheimer im Strafraum zu Fall, die Elfmeter-Entscheidung von Schiedsrichter Guido Winkmann hielt auch der Überprüfung im Kölner Videokeller stand - Hunt verwandelte eiskalt zum 4:3 (82.) und schoss sein Team damit an die Tabellenspitze der Zweiten Liga.

2.Spieltag, 28.09.2020 20:30 Uhr

SC Paderborn

3

Hamburger SV

4

Tore:

  • 0:1 Wintzheimer (14.)
  • 0:2 Terodde (24.)
  • 1:2 Srbeny (34., Foulelfmeter)
  • 2:2 Führich (36.)
  • 3:2 Führich (38.)
  • 3:3 Terodde (56.)
  • 3:4 Hunt (82., Foulelfmeter)

SC Paderborn: Zingerle - Ananou (88. Evans), Correia, Schonlau, Okoroji - Justvan (73. Schallenberg), Vasiliadis (88. Hünemeier), Ingelsson - Führich (73. Pröger), Srbeny, Antwi-Adjej
Hamburger SV: Heuer Fernandes - Gyamerah, Ambrosius, Heyer, Leibold - Onana (89. Hinterseer), Gjasula (65. Hunt) - Dudziak (83. Jatta) - Narey, Terodde (89. David), Wintzheimer (83. G. Jung)
Zuschauer: 300

Weitere Daten zum Spiel

Dieses Thema im Programm:

NDR 2 Sport | 28.09.2020 | 23:03 Uhr

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