Stand: 17.09.2020 08:21 Uhr

Meppen - 1860: Drittliga-Premiere für Trainer Frings

Mit Stefan Effenberg arbeitete schon ein Champions-League-Sieger in der Dritten Liga. Weltmeister Kevin Großkreutz steht seit zwei Jahren beim KFC Uerdingen unter Vertrag. So ungewöhnlich ist es anscheinend gar nicht, dass mit Torsten Frings seit wenigen Wochen ein ehemaliger Nationalspieler, mehrfacher Pokalsieger und deutscher Meister in Liga drei arbeitet. Mit dem SV Meppen startet der 43-Jährige am Sonnabend (14 Uhr/live im NDR Fernsehen und bei NDR.de) gegen 1860 München in die neue Saison.

Frings kann mit der Frage, warum ein Ex-Spieler seines Kalibers nun im Emsland arbeitet, ohnehin nichts anfangen: "Warum soll ein Torsten Frings, warum soll ich nicht in die Dritte Liga gehen? Das ist eine ehrliche Liga, dass ist eine Liga vollgepackt mit Traditionsvereinen, wo richtig geiler Fußball gespielt wird, wo richtig viele Zuschauer da sind. Ich möchte mich als Trainer weiterentwickeln und versuchen, meinen Verein weiterzuentwickeln. Da passt die Dritte Liga mehr als recht."

Weitere Informationen
Trainer Torsten Frings © imago images / Werner Scholz

Wunschtrainer Frings will in Meppen Vollgas geben

Keine goldenen Wasserhähne, dafür jede Menge Leidenschaft: Torsten Frings hat im SV Meppen den Club gefunden, der zu ihm passt. Das sagte der neue Trainer der Emsländer bei seiner Vorstellung. mehr

Zweieinhalb Jahre nicht auf der Bank

Dass Frings nun in der Dritten Liga gelandet ist, hat aber auch mit seinem eigenen Werdegang zu tun. Nach seiner Zeit als Co-Trainer bei seinem langjährigen Club Werder Bremen (2013 - 2016) trat Frings im Januar 2017 bei Darmstadt 98 seinen ersten Posten als Chefcoach an - konnte den Bundesliga-Abstieg der Hessen aber nicht verhindern. In der Zweiten Liga lief es zunächst sehr gut, was der Club mit einer Vertragsverlängerung bis 2020 belohnte. Doch sportlich ging es kurz darauf bergab und der Jung-Trainer wurde schon im Dezember 2017 von seinen Aufgaben entbunden.

Jetzt wieder Chefcoach zu sein, "ist ein super Gefühl". Er hätte nach eigener Aussage gern früher einen neuen Job angetreten, "aber es muss auch immer passen". Erst bei den Gesprächen mit dem SV Meppen habe er "von der ersten Sekunde an das Gefühl gehabt, das könnte was werden. Für mich war relativ schnell klar, dass ich das gern machen möchte."

Meppen kann finanziell weiter nicht mithalten

Im Emsland musste der frühere Weltklasse-Spieler allerdings schnell dieselben Erfahrungen machen wie sein Vorgänger Christian Neidhart, der ein Engagement bei Regionalligist Rot-Weiss Essen einem Verbleib in Meppen vorgezogen hatte. Beim Versuch, Neuzugänge "für den SV Meppen zu begeistern", hätten immer wieder Spieler abgewunken, weil ihnen andernorts das doppelte Gehalt geboten worden war. "Wir können mit 60, 70 Prozent der Liga nicht mithalten", sagte Frings, der den Spielern allerdings nicht böse gewesen sei. "Ich hätte das früher auch nicht anders gemacht."

Weitere Informationen
Im leeren Volksparkstadion in Hamburg liegen zwei Bälle im Tornetz. © Witters Foto: Valeria Witters

Fan-Rückkehr: Nur 500 in Niedersachsen - 1.000 beim HSV

In Niedersachsen beginnt die Probephase zur Rückkehr der Fans in die Stadien eine Woche später. Auch der HSV darf weniger Zuschauer als erhofft in seine Arena lassen. mehr

"Nicht kleiner, aber auch nicht größer machen"

Bis zur Corona-Pause hatte Neidhart sein Team in der vergangenen Saison trotz der Umstände im Aufstiegsrennen gehalten. Neben dem Trainer haben aber auch Top-Scorer Deniz Undav, Abwehrchef Marco Komenda und der langjährige Leistungsträger Marius Kleinsorge den Club verlassen. Der SVM, der sich nicht für den DFB-Pokal qualifiziert hatte, kommt deshalb als Wundertüte daher. Die erste Standortbestimmung erfolgt nun gegen 1860 - vor lediglich 500 Zuschauern. Die Münchner zählt Frings zu den drei Topfavoriten der Liga.

Nur weil nun ein prominenter Trainer auf der Bank der Emsländer sitzt, sollte allerdings niemand den Fehler machen, in Euphorie auszubrechen - meint Frings: "Wir dürfen uns nicht kleiner machen, als wir sind - aber auch nicht größer. Wir sind der SV Meppen und wir sind vom Etat und Gehaltsvolumen her ziemlich weit unten angesiedelt. Dementsprechend wird es für uns ein sehr hartes Jahr."

Dieses Thema im Programm:

Sportclub | 19.09.2020 | 14:00 Uhr

Mehr Fußball-Meldungen

Das Holstein Stadion in Kiel aus der Luft. © ARD

Holstein Kiel plant neues Stadion mit 25.000 Plätzen

Der Fußball-Zweitligist will in absehbarer Zeit in einem neuen Stadion spielen. Die Arena soll auf dem Grund der alten errichtet werden. mehr

Fußball im Netz © Mikael Damkier

NDR Fußball-Tippspiel - Gewinner stehen fest

Das NDR Tippspiel der Saison 2020/2021 ist zuende. Das Siegerteam konnte am letzten Spieltag seinen Vorsprung verteidigen! mehr