Stand: 02.11.2019 17:34 Uhr

2:2 gegen Freiburg - Werder kann nicht mehr gewinnen

von Ines Bellinger, NDR.de
Werder-Torwart Jiri Pavlenka hatte einen rabenschwarzen Tag. Hier hat er beim 1:1 gegen Nils Petersen das Nachsehen.

Werder Bremen kann in der Bundesliga einfach nicht mehr gewinnen. Die Grün-Weißen führten gegen den SC Freiburg am Sonnabend bis in die dritte Minute der Nachspielzeit, schenkten dann aber noch den zweiten Heimsieg der Saison her. Drei Tage nach dem 4:1-Erfolg im Pokal gegen Heidenheim reichte es in der Liga nur zu einem 2:2 (1:1). Für die Mannschaft von Trainer Florian Kohfeldt war es bereits das sechste sieglose Spiel nacheinander. Besonders bitter: Freiburg erzielte den Ausgleich in Unterzahl und wieder einmal nach einem Standard. Torschütze war der Ex-Bremer Nils Petersen, der sich schon das 1:1 "ergaunert" hatte. Mit sechs Punkten Rückstand auf Platz sechs hat Werder den Anschluss an die Europa-League-Plätze verloren. "Am Ende haben wir zu wenig Punkte. Das ist einfach so und das sage ich heute ganz bewusst, damit alle aufwachen", schimpfte Kohfeldt nach der Partie.

Rashica wie im Pokal

Kohfeldt nahm nach dem Pokal-Erfolg vier Änderungen vor: Theodor Gebre Selassie, Ömer Toprak, Nuri Sahin und - nach langer Verletzungspause - Yuya Osako rückten in die Startelf. Die Freiburger schmerzten vor allem die Ausfälle von Torjäger Luca Waldschmidt, der an einer Mittelfußverletzung laboriert, und Torwart Alexander Schwolow, der mit einem Muskelfaserriss im Oberschenkel pausiert. Werder wollte den Pokalschwung mit ins Spiel gegen Freiburg nehmen. Und das gelang zunächst mustergültig. Ein gar nicht mal so gelungener Pass von Osako landete dank eines Stellungsfehlers von Philipp Lienhart bei Milot Rashica. Der zündete den Turbo und vollendete mit einem Schlenzer ins rechte Eck (9.). Das Tor war fast eine Kopie des Führungstreffers gegen Heidenheim - nur dass dieser bereits in der sechsten Minute gefallen war. Die Bremer liefen die Freiburger hoch an und zwangen sie so zu vielen Ballverlusten. Rashica hätte auf 2:0 stellen können. Doch diesmal ahnte Freiburgs Torhüter Mark Flekken, dass nach dem Schwenk nach innen ein Schlenzer kommen würde - und parierte (15.).

Pavlenka patzt gegen Petersen

An den wenigen Torchancen, zu denen Freiburg vor der Pause kam, arbeitete Werder fleißig mit. Nach einem Freistoß von Vincenzo Grifo köpfte Roland Sallai den Ball freistehend ins Tor (20.). Doch nach Intervention des Videoassistenten erkannte Schiedsrichter Christian Dingert den Treffer nicht an. Sallai hatte sich vor seinem Kopfball mit einem Schubser gegen Davy Klaassen Platz verschafft. Als Werder die Gäste schließlich zum zweiten Mal einlud, nahmen sie dankbar an: Jiri Pavlenka, sonst ein Muster an Zuverlässigkeit, verschätzte sich nach einem Rückpass-Geplänkel mit Toprak. Petersen spekulierte richtig, jagte ihm den Ball ab und traf zum 1:1 (28.). Ein letztlich verdienter Spielstand zur Pause, da die Bremer nach einer halben Stunde das Zepter aus der Hand gegeben hatten.

Rashica legt für Gebre Selassie auf

Mit dem Willen, endlich mal wieder einen Dreier einzufahren, kamen die Grün-Weißen aus der Kabine. Doch Flekken lief nun zu großer Form auf. Zunächst brachte der Freiburger Keeper bei einem Schrägschuss von Leonardo Bittencourt noch die Hand an den Ball und lenkte ihn an den Pfosten (49.). Vier Minuten später tanzte Rashica die gegnerische Abwehr aus, doch an Flekken brachte er den Ball nicht vorbei. Dass der Kosovare neben seinem Tordrang auch Qualitäten als Vorbereiter hat, zeigte er beim 2:1. Mit einer gefühlvollen Flanke von der linken Seite fand er Gebre Selassie, und gegen dessen platzierten Kopfball war Flekken machtlos (59.).

Petersen schlägt zum zweiten Mal zu

Der Sieg war noch nicht in trockenen Tüchern. Dafür sorgte die durch Toprak zwar verstärkte, aber längst nicht sattelfeste Bremer Abwehr. Sallai kam frei zum Schuss, ballerte Pavlenka die Kugel aber direkt auf die Fäuste (65.). Pavlenka im Nachsetzen und Maximilian Eggestein bereinigten die Situation mit vereinten Kräften.

10.Spieltag, 02.11.2019 15:30 Uhr

Werder Bremen

2

SC Freiburg

2

Tore:

  • 1:0 Rashica (9.)
  • 1:1 Petersen (28.)
  • 2:1 Gebre Selassie (59.)
  • 2:2 Petersen (90. +3)

Werder Bremen: Pavlenka - Gebre Selassie, Toprak, Veljkovic, Friedl - N. Sahin (68. Bargfrede) - M. Eggestein, Klaassen - Bittencourt, Rashica (86. Langkamp) - Osako (72. Sargent)
SC Freiburg: Flekken - Schmid, Lienhart, Heintz, Günter - Sallai (88. Borrello), R. Koch, Haberer - Höler (84. Kwon), Grifo (64. Frantz) - Petersen
Zuschauer: 41000 (ausverkauft)

Weitere Daten zum Spiel

Wenig später jagte der Ungar den Ball aus vollem Lauf über das Werder-Tor (73.). Auch der eingewechselte Mike Frantz zielte freistehend am Tor vorbei (77.). Bittencourt (81.) und Rashica (84.) hatten in der turbulenten Schlussphase das 3:1 auf dem Fuß, ehe Freiburgs Janik Haberer Gelb-Rot (87.) sah. In der dritten Minute der Nachspielzeit erarbeiteten sich die Gäste schließlich noch einen Freistoß am Strafraumeck. Christian Günther schlug den Ball an den langen Pfosten, wo Petersen gerade noch in Richtung Tor köpfen konnte. Unglücksrabe Pavlenka bekam den Ball auf die Handschuhe und drückte ihn selbst ins Toreck (90.+3).

Für die Bremer war es bereits das fünfte Unentschieden in Serie. Und wieder blieben sie nicht ohne Gegentor. Ob das ausgerechnet im nächsten Auswärtsspiel bei Spitzenreiter Borussia Mönchengladbach gelingen kann, ist äußerst fraglich.

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Dieses Thema im Programm:

Sportclub | 03.11.2019 | 22:50 Uhr