Stand: 31.10.2018 20:18 Uhr

1:5 - Kein Weiche-Wunder gegen Werder

von Hanno Bode, NDR.de
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Werder Bremen um Kapitän Davy Klaassen (2.v.r.) wurde seiner Favoritenrolle gegen Weiche Flensburg gerecht.

Für die Fußballer des SC Weiche Flensburg ist der Traum von einer weiteren Sensation im DFB-Pokal nicht in Erfüllung gegangen. Der amtierende Meister der Regionalliga Nord verlor sein Zweitrundenspiel gegen Werder Bremen mit 1:5 (1:3). Die Schleswig-Holsteiner, die zum Auftakt des Wettbewerbs den VfL Bochum ausgeschaltete hatten, wehrten sich am Mittwochabend zwar tapfer gegen den viermaligen deutschen Meister. Am Ende war der Dreiklassen-Unterschied jedoch deutlich zu sehen. Nur kurzfristig hatte das Team von Trainer Daniel Jurgeleit auf einen weiteren Coup hoffen können, als der Brasilianer Ilídio zum zwischenzeitlichen 1:1 ausglich (27.). "Ich finde, 1:5 ist nachher ein bisschen zu hoch. Das hätten wir vielleicht einen Tick besser machen können zum Schluss. Aber ich denke, wir können stolz darauf sein, dass wir überhaupt die zweite Runde erreicht haben", sagte Weiches Mittelfeldakteuer Florian Meyer im Interview mit dem NDR Hörfunk.

Ilídio lässt Außenseiter kurzzeitig träumen

Werder war im Stadion an der Lübecker Lohmühle, in das Weiche wegen Flutlichtproblemen in seiner eigenen Arena umziehen musste, von Beginn an dominant. Der Bundesliga-Vierte schnürte die Hausherren in ihrer eigenen Hälfte ein und ging durch Claudio Pizarro früh in Front. Der Peruaner staubte nach einem Pfostenschuss von Theodor Gebre Selassie aus wenigen Metern ab (6.). Vieles deutete nun auf einen langatmigen und womöglich auch langweiligen Pokalabend hin. Zumal Flensburg vorerst keine nennenswerten Anstalten machte, sein Offensivspiel zu forcieren. Der Ausgleich resultierte dann auch nicht aus einer fein vorgetragenen Kombination, sondern einer verunglückten Flanke von Ilídio. Der 26-Jährige zirkelte den Ball aus dem Halbfeld in Richtung zweiten Pfosten, dort kam Christian Jürgensen herangerauscht und irritierte Bremens Keeper Jiri Pavlenka, der wie festgefroren stehenblieb.

Kainz und Klaassen sorgen für Vorentscheidung

Die Freude über das 1:1 währte jedoch nur elf Minuten. Dann ließ Florian Kainz Hendrik Ostermann mit einer einfachen Körpertäuschung ins Leere laufen, zog aus 20 Metern mit links ab und traf ins unter Eck zur erneuten Werder-Führung. Als Davy Klaassen (vertrat den angeschlagenen Max Kruse als Kapitän) kurz vor der Pause per Foulelfmeter auf 3:1 für den Favoriten erhöhte (44.), sanken die Weiche-Hoffnungen auf ein Minimum. Ostermann hatte Johannes Eggestein im Strafraum zu Fall gebracht.

"Joker" Harnik sticht doppelt

2.Spieltag, 31.10.2018 18:30 Uhr

Weiche Fl. 08

1

Werder Bremen

5

Tore:

  • 0:1 Pizarro (8.)
  • 1:1 Ilídio (27.)
  • 1:2 F. Kainz (38.)
  • 1:3 Klaassen (44., Foulelfmeter)
  • 1:4 Harnik (76.)
  • 1:5 Harnik (81.)

Weiche Fl. 08: Kirschke - Paetow, Thomsen, Ostermann (74. Wulff) - Ilídio, Wirlmann (61. J. Keller), Jürgensen, Ostermann, Meyer - Schulz, Ibekwe (86. Pläschke)
Werder Bremen: Pavlenka - Gebre Selassie, Veljkovic, Friedl, Augustinsson - N. Sahin - M. Eggestein (79. Möhwald), Klaassen - J. Eggestein (78. Rashica), Pizarro (66. Harnik), F. Kainz
Zuschauer: 8600 (ausverkauft)

Weitere Daten zum Spiel

Möglicherweise wäre im zweiten Durchgang noch einmal etwas Spannung aufgekommen, wenn Patrick Thomsen mit seinem verdeckten Schuss Pavlenka ein zweites Mal an diesem Abend überrascht hätte. Doch der Versuch des 28-Jährigen strich knapp am Ziel vorbei (52.). So konnten die Bremer fünf Tage vor der Bundesliga-Auswärtspartie am Sonntag beim 1. FSV Mainz 05 (18 Uhr, im Livecenter bei NDR.de) nach und nach in den Verwaltungsmodus schalten. Das Investment des haushohen Favoriten in sein Offensivspiel hielt sich in Hälfte zwei in überschaubaren Grenzen. Ein paar hübsche Spielzüge hatte der sechsmalige Pokalsieger unter den Augen von DFB-Präsident Reinhard Grindel aber noch in petto. Zwei davon schloss der eingewechselte Martin Harnik erfolgreich ab (76., 81.). "Aufgrund der Bedingungen, die wir hier heute hatten - schwerer Platz, tiefstehender Gegner, der gut organisiert war -, bin ich rundum zufrieden. Das war sehr souverän, zu keinem Zeitpunkt gefährdet aus meiner Sicht. So war es geplant, so haben wir es gemacht", sagte Werder-Coach Florian Kohfeldt im Interview mit dem NDR Hörfunk.

Weitere Informationen

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Dieses Thema im Programm:

NDR 2 Sport | 31.10.2018 | 22:40 Uhr