Stand: 18.01.2020 17:22 Uhr

1:3 - Wolfsburger Fehlstart in Köln

von Johannes Freytag, NDR.de
Kölns Doppeltorschützen Jhon Cordoba (l.) bekam der VfL Wolfsburg um Kapitän Josuha Guilavogui (M.) kaum in den Griff.

Der VfL Wolfsburg hat einen Fehlstart in die Rückrunde der Fußball-Bundesliga hingelegt. Das Team von Trainer Oliver Glasner unterlag am Sonnabend beim Aufsteiger 1. FC Köln 1:3 (0:2), ging dabei fahrlässig mit eigenen Torchancen um und präsentierte sich in der Defensive sehr anfällig. Die Niedersachsen verloren nach einem furiosen Beginn völlig den Faden und lagen schon zur Halbzeit zu Recht hinten. Im zweiten Durchgang kam das Aufbäumen zu spät, Renato Steffens Treffer blieb nur Ergebniskosmetik. "Wir sind selbst schuld", bemängelte Mittelfeldspieler Xaver Schlager im NDR Interview die Wolfsburger Chancenverwertung und die "einfachen Gegentore". In der Tabelle rutschte der VfL auf Rang neun ab, der Abstand auf einen Europapokalplatz könnte nach den Sonntagsspielen schon auf sieben Punkte anwachsen.

Wolfsburg nur zu Beginn stürmisch

Die Wolfsburger begannen in Köln ohne ihren Winterneuzugang Marin Pongracic. Der kroatische Innenverteidiger zählte nicht zum Kader. Glasner hatte gegenüber dem Hinrundenfinale (0:2 in München) die Offensive komplett umgebaut: Es begannen Wout Weghorst, Daniel Ginczek (Startelfdebüt) und Josip Brekalo.

18.Spieltag, 18.01.2020 15:30 Uhr

1. FC Köln

3

VfL Wolfsburg

1

Tore:

  • 1:0 Cordoba (22.)
  • 2:0 Cordoba (45. +2)
  • 3:0 Hector (62.)
  • 3:1 Steffen (66.)

1. FC Köln: T. Horn - Ehizibue, Bornauw, Czichos, Katterbach - Skhiri, Hector - Thielmann (73. Drexler), Uth (78. Risse), Jakobs - Cordoba (88. Modeste)
VfL Wolfsburg: Casteels - Mbabu, Tisserand, Brooks, Roussillon - Guilavogui (86. Mehmedi) - Schlager, Arnold - Ginczek (57. Steffen), Brekalo (77. Victor) - Weghorst
Zuschauer: 49100

Weitere Daten zum Spiel

Und der VfL legte extrem stürmisch los: Nach gerade einmal zwei Minuten hatten die "Wölfe" schon drei Hochkaräter vergeben: Weghorst setzte nach 16 Sekunden Spielzeit einen Kopfball knapp über das Tor, kurz darauf scheiterte er mit seinem Schuss an Timo Horn (2.). Auch Brekalo war zuvor nicht am Kölner Keeper vorbeigekommen.

Die Kölner fanden lange kein Mittel gegen das Angriffspressing der Wolfsburger. Erst nach knapp 20 Minuten verlagerte sich das Spielgeschehen mehr und mehr in Richtung VfL-Hälfte. Die Hausherren gingen aggressiver in die Zweikämpfe, die VfL-Profis wirkten beeindruckt und gerieten prompt in Rückstand: Nach einem Freistoß von Mark Uth war Jhon Cordoba vor seinem Gegenspieler Kevin Mbabu mit dem Kopf am Ball und traf zum 1:0 (22.).

Die Kölner Defensive hatte das Wolfsburger Sturmduo Weghorst/Ginczek nun gut im Griff, es ergaben sich kaum noch Torgelegenheiten für die Gäste. Stattdessen stand die VfL-Abwehr immer wieder im Mittelpunkt: Koen Casteels parierte einen Schuss von Uth (34.) und hatte kurz darauf Glück, dass Jonas Hector per Kopf nicht genügend Druck auf den Ball, der letztlich am Tor vorbeiging (37.). Unmittelbar vor der Halbzeitpause sorgte Marcel Tisserand mit einem kapitalen Bock für den zweiten Gegentreffer. Vom rechten Strafraumrand spielte der VfL-Innenverteidiger einen Pass genau in die Füße von Ellyes Shkiri. Der Tunesier bediente Cordoba und der schob aus wenigen Metern zum 2:0 für die Gastgeber ein (45.+2).

Nur Steffen trifft für den VfL

Glasner verzichtete trotz der schwachen Defensivvorstellung auf Wechsel. Und so waren es wieder die Kölner, die die nächste Torgelegenheit hatten: Hectors Schuss drehte Casteels gerade noch um den Pfosten (50.). Im Gegenzug wurde aber auch Wolfsburgs erstmals seit der starken Phase zu Spielbeginn wieder gefährlich, Ginczeks wuchtigen Versuch aus der Distanz klärte Horn zur Ecke (51.). Auch gegen Xaver Schlager blieb der Kölner Torwart Sieger (57.).

Dann machte aber die Abwehrschwäche den Offensivbemühungen der Wolfsburger einen Strich durch die Rechnung: Eine Hereingabe von Uth verlängerte Rafael Czichos per Kopf auf den völlig alleingelassenen Hector, der zum 3:0 einnickte (62.). War das Spiel damit entschieden? Es schien zunächst nicht so, denn der eingewechselte Steffen traf nur vier Minuten später nach Vorlage von Brekalo für die Gäste (66.). Kurz darauf hätte der Schweizer Nationalspieler tatsächlich eine furiose Schlussphase einleiten können, doch er verzog aus aussichtsreicher Position (69.). Spätestens, als Kölns Torwart Horn Maximilian Arnolds Freistoß gerade noch zu fassen bekam (81.), wurde deutlich, dass die Wolfsburger nicht mehr treffen würden.

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Dieses Thema im Programm:

NDR 2 Bundesligashow | 18.01.2020 | 15:00 Uhr