Stand: 09.09.2012 22:30 Uhr  | Archiv

Als Werder Hamburgs Rekordserie brach...

von Johannes Freytag, NDR.de
Die HSV-Spieler Franz Beckenbauer (M.) und Bernd Wehmeyer (l.) mit Braunschweigs Ronald Worm. © imago / Rust Foto: imago
Auch Franz Beckenbauer (M.) kann die Niederlage des HSV in Braunschweig (r. Siegtorschütze Ronald Worm) nicht verhindern.

Als der Braunschweiger Ronald Worm am 16. Januar 1982 in der 84. Minute der Bundesligapartie gegen den Hamburger SV das 2:1 schoss, ahnte wohl niemand, dass der Treffer des Eintracht-Stürmers ein ganz besonderer sein würde. Der HSV verlor das Spiel bei den Niedersachsen - und startete danach eine Rekordserie. Denn nach der Niederlage in Braunschweig blieben die Hamburger ein Jahr lang ungeschlagen: 20 Siege und 16 Unentschieden schlugen für das Team von Trainer Ernst Happel zu Buche.

VIDEO: Magath: "Wir waren erleichtert" (6 Min)

Torfabrik Hamburger SV

Die früheren HSV-Trainer Aleksandar Ristic (l.) und Ernst Happel © Witters
Unter Trainer Ernst Happel (r., mit seinem Assistenten Aleskandar Ristic) war der HSV zwei Jahre lang das Maß aller Dinge in der Bundesliga.

Der HSV bot unter Happel einen begeisternden Fußball: Nach jenem 18. Spieltag der Saison 1981/1982 hatte die Mannschaft, in der auch der aus den USA zurückgekehrte Franz Beckenbauer auflief, bereits 51 Treffer auf ihrem Torekonto - elf mehr als Tabellenführer Bayern München. Am Saisonende war der HSV Meister, mit 95 erzielten Toren. In Horst Hrubesch (27 Treffer), Jimmy Hartwig (14), Lars Bastrup (13) und Jürgen Milewski (10) hatten zudem vier Spieler zweistellig getroffen - ebenfalls rekordverdächtig. In der Saison 1982/1983 setzte der HSV seine Serie fort: Zwar nicht mehr ganz so stürmisch, aber mit Erfolg: Die komplette Hinrunde blieb der HSV ungeschlagen. Hin und wieder wackelte der Meister: So zum Beispiel am 7. Spieltag bei Eintracht Frankfurt, als Bastrup erst in der 81. Minute zum 1:1 ausgleichen und die Serie retten konnte. Oder am 13. Spieltag, als Hrubesch vier Minuten vor Schluss die Führung der Berliner Hertha egalisierte. Nach dem 18. Spieltag stand der HSV mit zehn Siegen und acht Unentschieden an der Tabellenspitze.

Bremen bricht den Bann

Ditmar Jakobs (2.v.l.) im Zweikampf mit Bremens Rudi Völler am 29. Januar 1983. © imago Foto: imago
Ditmar Jakobs (2.v.l.) im Zweikampf mit Bremens Rudi Völler. Der Bremer, damals frischgebackener Nationalspieler, steuerte einen Treffer zu Werders 3:2 Sieg bei.

Doch am 19. Spieltag, am 29. Januar 1983, war es dann soweit: Die Hamburger traten zum Nordderby bei Werder Bremen an. Ein brisantes Spiel, war es doch wenige Monate zuvor, am 16. Oktober 1982, beim Pokalduell der beiden Clubs in Hamburg ein Bremer Fan getötet worden. Die Hamburger hatten kein gutes Gefühl vor der Partie: "Wenn wir überhaupt irgendwo verlieren, dann bei Werder", hatte Hrubesch geunkt und nach der Trainingsverletzung von Manfred Kaltz titelte der "kicker" am Donnerstag "Angst um die Rekord-Serie". Die war in der Tat nach den 90 Minuten im Weserstadion beendet: Ein Doppelschlag von Rudi Völler (43.) und Frank Neubarth (45.) brachte die 2:0-Halbzeitführung für die Bremer. Dem HSV gelang durch Bastrup (49.) früh der Anschlusstreffer, doch Benno Möhlmann sorgte in der 65. Minute für die Vorentscheidung, der Treffer von Ditmar Jakobs drei Minuten vor dem Ende kam zu spät.

Magath: "Wir haben nie an die Serie gedacht"

Die Hamburger zeigten sich als faire Verlierer. Hrubesch sagte: "Die Bremer haben das Zeug Meister zu werden." Das klappte nicht ganz, denn am Ende setzte sich doch der HSV - dank der besseren Tordifferenz - gegenüber den Bremern durch. Auch das Ende der Serie kümmerte die HSV-Profis wenig: "Wir haben nie an die Serie gedacht, immer nur daran, Meister zu werden. Wir hätten hier auch verloren, wenn es keine Serie gegeben hätte", sagte Magath - schon damals ganz Pragmatiker...

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Sportclub | 09.09.2012 | 22:30 Uhr

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