Stand: 29.10.2019 21:07 Uhr

1:2 gegen Stuttgart: Pokal-Aus für den HSV

von Hanno Bode, NDR.de

Der Hamburger SV ist in der zweiten Runde des DFB-Pokals ausgeschieden. Der Tabellenführer der zweiten Fußball-Bundesliga unterlag seinem Ligarivalen VfB Stuttgart am Dienstagabend mit 1:2 (1:1, 1:1) nach Verlängerung. Nicolas Gonzalez (2., Elfmeter) und Hamadi Al Ghaddioui (114.) trafen für die Schwaben, Aaron Hunt konnte zwischenzeitlich für die Hausherren per Strafstoß egalisieren (16.). Der Pokal-Halbfinalist der Vorsaison zeigte drei Tage nach dem 6:2-Kantersieg gegen die Baden-Württemberger in der Liga lediglich im ersten Abschnitt eine ansprechende Vorstellung.

Hecking: "Konnten nie richtig Druck aufbauen"

"Das war heute ein Spiel zwischen den Strafräumen, viel, viel Kampf - viel Abnutzungskampf. Stuttgart hat immer wieder versucht, uns früh anzulaufen, das haben sie gut gemacht. Wir sind nicht so ins Kombinationsspiel reingekommen. Das war der Verdienst von Stuttgart. Deshalb haben sie es am Ende dann vielleicht auch verdient gewonnen, weil wir uns nie so richtig befreien konnten, niemals so richtig Druck aufbauen konnten auf den VfB", sagte HSV-Trainer Dieter Hecking im NDR 90,3 Interview.

HSV-Schock nach 120 Sekunden

Es waren gerade einmal 30 Sekunden gespielt im Volksparkstadion, als HSV-Verteidiger Gideon Jung Schiedsrichter Bastian Dankert bereits dazu zwang, das erste Mal auf den Elfmeterpunkt zu zeigen.

Der 25-Jährige hatte bei einem langen Ball von Holger Badstuber schlecht gestanden und Passempfänger Philipp Förster dann plump umgeschubst. Gonzalez trat zum Strafstoß an, schickte Keeper Daniel Heuer Fernandes in die falsche Ecke und zauberte seinem Trainer Tim Walter durch die frühe Führung ein breites Lächeln ins Gesicht. Der Coach durfte sich in diesem Moment in seiner Aussage vom vergangenen Sonnabend bestätigt sehen, als er trotz der 2:6-Schmach meinte: "Ich glaube, wir sind auf einem sehr guten Weg." Nun, nach dem 1:0 waren die Schwaben vorerst primär auf einem Weg: dem nach hinten. Denn die Hamburger zeigten sich unbeeindruckt vom Rückstand und besaßen durch einen Kopfball von Josha Vagnoman (8./drüberweg) und einen verunglückten Schuss von Lukas Hinterseer (14.) schnell ganz gute Ausgleichsmöglichkeiten.

Der Österreicher war erst kurz vor dem Anpfiff in die Startelf gerutscht, nachdem Martin Harnik beim Aufwärmen signalisiert hatte, dass er nicht einsatzbereit sei. Neben Hinterseer standen in Kapitän Hunt, David Kinsombi und dem lange verletzten Jairo Samperio (erster Einsatz von Beginn an seit dem 12. August des vergangenen Jahres) drei weitere Akteure in der Anfangsformation, die am Sonnabend zunächst noch auf der Bank gesessen hatten.

Hunt egalisiert per Strafstoß

Die Wechsel machten sich nicht negativ bemerkbar. Der HSV zeigte im ersten Abschnitt eine ansprechende Vorstellung und wurde durch Hunts verwandelten Strafstoß für seine Mühen belohnt. Santiago Ascacíbar hatte Kinsombi im 16-Meterraum zu Fall gebracht. Das Foul des Argentiniers war nicht minder unnötig als zuvor das von Jung auf der Gegenseite. Insgesamt hinterließ die Verteidigung des VfB allerdings einen stabileren Eindruck als noch im Ligaspiel vor drei Tagen. Eine weitere Hamburger Großchance ließ das Walter-Ensemble vor der Halbzeit nicht zu. Ihrerseits besaßen die Schwaben durch einen Freistoß von Gonzalo Castro (27./Heuer Fernandes parierte) und einen Flugkopfball von Gonzalez (29./vorbei) zwei Gelegenheiten zur abermaligen Führung.

Hecking-Elf nach der Pause ohne Vorwärtsdrang

2.Spieltag, 29.10.2019 18:30 Uhr

Hamburger SV

1

VfB Stuttgart

2

Tore:

  • 0:1 Gonzalez (2., Foulelfmeter)
  • 1:1 Hunt (16., Foulelfmeter)
  • 1:2 Al Ghaddioui (114.)

Hamburger SV: Heuer Fernandes - Vagnoman (95. Kittel), G. Jung, van Drongelen, Leibold - Kinsombi (103. C. Moritz), Fein, Hunt (68. Dudziak) - Jatta, Hinterseer, Samperio Bustara (68. Narey)
VfB Stuttgart: Bredlow - P. Stenzel, M. O. Kempf, Badstuber, Castro - Mangala (110. Al Ghaddioui), Karazor, Ascacibar - Klement (120. Phillips), Förster (58. Wamangituka) - Gonzalez
Zuschauer: 45503

Weitere Daten zum Spiel

Auch die ersten nennenswerten Offensivaktionen nach der Pause kamen vom VfB. Zunächst verfehlte Badstuber per Kopf nach Castro-Ecke nur knapp das Ziel (48.), dann nahm Ascacibar aus 16 Metern freistehend nicht genau genug Maß (65.). Und der HSV? Er agierte seltsam verhalten. Hecking ließ seinem Unmut über die uninspirierte Vorstellung der Hausherren freien Lauf. Aber auch seine lautstarken "Hinweise" hatten keinen "Hallo-Wach-Effekt". Der Hamburger Auftritt blieb farblos. Mit Ausnahme eines Schusses von Bakery Jatta, der noch zur Ecke abgefälscht wurde (83.), brachten die Hanseaten in den zweiten 45 Minuten im Vorwärtsgang praktisch nichts Konstruktives zustande. Stuttgart war in Hälfte zwei etwas besser - aber eben auch nicht gut genug, um eine Entscheidung herbeizuführen. So ging es in die Verlängerung.

Al Ghaddioui sorgt für die Entscheidung

Auch in der Extrazeit hatte der HSV nicht mehr viel zuzusetzen. Heuer Fernandes verhinderte bei einem gefühlvollen Freistoß von Philipp Klement zunächst noch den Rückstand (101.). Sechs Minuten vor Ultimo war dann jedoch auch der Schlussmann machtlos, als Al Ghaddioui ihn mit einem Linksschuss aus der Drehung bezwang. Wenige Sekunden zuvor war Silas Wamangituka noch am Pfosten des Hamburger Kastens gescheitert. Von den Hausherren kam danach: nichts. Und so ist der Traum vom ersten DFB-Pokalsieg seit 1987 für den sechsmaligen deutschen Meister in dieser Saison bereits nach der zweiten Runde geplatzt.

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Dieses Thema im Programm:

Sportplatz | 29.10.2019 | 18:00 Uhr