Stand: 15.02.2020 18:30 Uhr

0:3 in Leipzig - Werder taumelt Abstieg entgegen

von Ines Bellinger, NDR.de
Ernüchterung machte sich schon nach dem 1:0 für Leipzig breit: wieder ein Gegentor nach einem Standard.

Da waren's nur noch zwölf. Werder Bremen hat mit dem 0:3 (0:2) bei RB Leipzig die erwartete Niederlage kassiert und nun nur noch ein Dutzend Punktspiele Zeit, dem drohenden Abstieg aus der Fußball-Bundesliga zu entkommen. "13 Spiele, 13 Chancen" - so hatten die Verantwortlichen der Grün-Weißen ihre Mannschaft auf das Gastspiel in Sachsen eingeschworen. Vergeblich. Dank der Schützenhilfe von Paderborn (1:2 gegen Hertha) blieb Werder zumindest der Sturz auf den letzten Tabellenplatz erspart.

Kohfeldt: "Das darf uns nicht umwerfen"

"Bei allen drei Toren müssen wir konstatieren, dass wir entscheidende Fehler gemacht haben, die etwas mit Aufmerksamkeit zu tun haben. Das ist enttäuschend", sagte Werder-Coach Florian Kohfeldt im NDR Interview. "Aber das ist etwas, was uns im Abstiegskampf nicht umwerfen darf. Ich bin absolut davon überzeugt, dass wir in der jetzigen Konstellation die Klasse halten werden. Dafür werde ich alles tun."

Baumann: "Die Jungs vertrauen Florian"

"Wer Florian jeden Tag erlebt, wie er die Sachen anpackt, welche Handlungsoptionen er der Mannschaft mitgibt, der wird sehen, dass Florian der richtige Trainer ist und dass wir in den nächsten Wochen noch die Punkte holen, die wir brauchen", sagte Sportdirektor Frank Baumann. "Die Jungs vertrauen ihm nach wie vor und stehen hinter ihm. Deswegen sind wir auch überzeugt, dass wir mit Florian Kohfeldt die Klasse halten werden."

Und jetzt kommt Dortmund

Man darf gespannt sein, was sich der als Krisenmanager gefragte Kohfeldt vor dem Heimspiel gegen Borussia Dortmund am Sonnabend (15.30 Uhr) einfallen lassen wird. Die Karte Kurztrainingslager ist jedenfalls schon gespielt. Und an eine Wiederholung des Pokal-Coups glaubt derzeit an der Weser wohl niemand. Erschwerend kommt hinzu, dass sich Kevin Vogt - einziger Aktivposten in der Werder-Abwehr - in Leipzig am Knie verletzte und Maximilian Eggestein eine Gelbsperre absitzen muss.

Comeback von Gebre Selassie wirkungslos

Kohfeldt baute sein Team vor dem schweren Auswärtsspiel in der Defensive um, blieb aber bei der vom ihm bevorzugten Dreierkette. Der von einer Oberschenkelverletzung genesene Theodor Gebre Selassie rückte auf die rechte Außenbahn. Zudem ersetzte Milos Veljkovic als Innenverteidiger Ömer Toprak. Stürmer Davie Selke stand wegen einer Gelbsperre nicht zur Verfügung.

22.Spieltag, 15.02.2020 15:30 Uhr

RB Leipzig

3

Werder Bremen

0

Tore:

  • 1:0 Klostermann (18.)
  • 2:0 Schick (39.)
  • 3:0 Mukiele (46.)

RB Leipzig: Gulacsi - Klostermann (60. Ampadu), Upamecano, Halstenberg - Mukiele, Laimer (60. Haidara), Sabitzer, Angelino - Olmo (69. Forsberg) - Schick, Werner
Werder Bremen: Pavlenka - Veljkovic, Vogt (61. Toprak), Moisander - M. Eggestein, Klaassen - Gebre Selassie, Friedl - Bittencourt (81. J. Eggestein), Osako (65. Sargent), Rashica
Zuschauer: 41308

Weitere Daten zum Spiel

Das Abwehrkonzept der Bremer ging eine gute Viertelstunde auf, ehe Werder in alte Muster zurückfiel. Zunächst kassierte Eggestein für ein rüdes Einsteigen gegen Nordi Mukiele seine fünfte Gelbe Karte. Der daraus resultierende Freistoß fand im Bremer Strafraum den Kopf von Patrik Schick, der Lukas Klostermann im Fünfmeterraum bediente. Der Leipziger Verteidiger war Yuya Osako davongelaufen und drückte den Ball seelenruhig zum 1:0 über die Linie (18.).

Auch Schick trifft nach einem Standard

Mit einem Distanzschuss von Marco Friedl (33.) kamen die Gäste zu ihrer ersten Gelegenheit. Zwei Minuten später setzte Milot Rashica einen Schrägschuss aus zwölf Metern deutlich neben das Leipziger Tor. Dann waren wieder die Gastgeber am Zug. Und wieder kamen sie nach einer Standardsituation zum Erfolg. Dani Olmo brachte eine Ecke zentral vor das Bremer Tor, wo sich Schick mit einem leichten Schubser gegen Veljkovic Platz verschaffte und zum 2:0 einköpfte (39.). Für die größte Werder-Chance vor der Pause sorgte ein Leipziger. Dayot Upamecano fabrizierte fast ein Eigentor, als er versuchte, eine Hereingabe von Leonardo Bittencourt zu entschärfen. Peter Gulacsi lenkte den Ball noch zur Ecke (45.+3).

K.o.-Schlag durch Mukiele

Vielleicht hätte Kohfeldt seinem Team den Ernst der Lage mit einem oder zwei Wechseln zur Pause verdeutlichen sollen. Er tat es nicht, und postwendend nutzte Leipzig die erste sich bietende Gelegenheit zum Nachlegen. Beinahe schon wirkte es bemitleidenswert, mit welcher Leichtigkeit Torschütze Mukiele nach einem langen Ball von Konrad Laimer den Bremer Verteidigern enteilte und durch die Beine von Jiri Pavlenka zum 3:0 einschob (46.).

Um die Bremer war es längst geschehen. Während RB-Trainer Julian Nagelsmann sich anschickte, seine Stammkräfte zu schonen, wechselte Kohfeldt zunächst nur gezwungenermaßen. Vogt hatte sich bei einer Rettungstat gegen Timo Werner (57.) am linken Knie verletzt und konnte nicht weiterspielen. Beinahe hätte sich eine abgerutschte Flanke von Schick noch über Pavlenka ins Tor gesenkt (76.). Was sich Werder an Offensivbemühungen abrang, war bestenfalls als harmlos zu bezeichnen.

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Dieses Thema im Programm:

NDR 2 Bundesligashow | 15.02.2020 | 13:00 Uhr