Stand: 16.02.2019 17:25 Uhr

0:3 - Hannover 96 maximal auf Zweitliga-Niveau

von Hanno Bode, NDR.de
Auch der abermals überzeugende Keeper Michael Esser (l.) konnte die 96-Pleite nicht verhindern.

Hannover 96 hat am Sonnabendnachmittag ein "eindrucksvolles" Bewerbungsschreiben für die Teilnahme an der kommenden Zweitliga-Saison abgegeben. Der Bundesliga-Vorletzte zeigte in seinem Auswärtsspiel bei der TSG Hoffenheim eine indiskutable Vorstellung und verlor mit 0:3 (0:2).

Die Höhe der Niederlage war dabei für die Niedersachsen sogar noch sehr schmeichelhaft. Es war mindestens ein Klassenunterschied zwischen beiden Teams zu sehen. Die drückend überlegenen Hausherren besaßen ein Dutzend klarster Torchancen. Joelinton (4.), Ishak Belfodil (14.) und Kerem Demirbay (80.) waren für die Kraichgauer erfolgreich. 96-Coach Thomas Doll fand nach dem desolaten Auftritt seiner Mannschaft klare Worte. "Wir haben hier eine Vorführung vom Allerfeinsten bekommen. Normalerweise fahren wir mit Sieben zurück nach Hannover", sagte der 52-Jährige im NDR 2 Interview.

Hannover lässt TSG gewähren

Den Gästen konnte selbst mit sehr viel Wohlwollen kein Bundesliga-Niveau attestiert werden. Es war in Anbetracht ihrer prekären Tabellensituation schon erstaunlich, mit welcher Scheu sie in die Zweikämpfe gingen oder selbige mehr oder minder ganz verweigerten. Hätte 96 wenigstens einen massiven Abwehrriegel aufgebaut und so versucht, Schlimmeres zu verhindern. Doch stattdessen war Hannovers Defensivverbund löchrig wie ein Schweizer Käse. Die TSG-Profis erlabten sich sichtbar daran, in den freien Räumen mit feiner Klinge zu kombinieren. Zuweilen übertrieben es die Hoffenheimer mit der Schönspielerei. Doch wer mochte es ihnen verdenken? Schließlich konnten sie sich ja auf tatkräftige Unterstützung des Kontrahenten verlassen, der eigentlich nur ein besserer Sparringspartner war. So bereitete 96-Rechtsverteidiger Julian Korb den ersten Treffer "mustergültig" vor, indem er einen langen Ball von Andrej Kramaric per Kopf in den Lauf von Joelinton spielte. Der Brasilianer sprintete hernach noch Waldemar Anton davon und tunnelte Esser.

Auch beim Hoffenheimer 2:0 gab Hannovers Abwehr eine schlechte Figur ab. Diesmal erhielt Belfodil bei einem Freistoß von Demirbay nur Begleitschutz. Der frühere Werder-Angreifer war mit der Schulter erfolgreich. Weil er in abseitsverdächtiger Postion gestanden hatte, fühlte sich der Video-Assistent im fernen Köln bemüßigt, den Treffer noch einmal aus allen erdenklichen Perspektiven zu bestaunen. Nach über zwei Minuten rang er sich dazu durch, die "Bude" als regulär einzustufen.

Wimmer vergibt beste 96-Möglichkeit

22.Spieltag, 16.02.2019 15:30 Uhr

Hoffenheim

3

Hannover 96

0

Tore:

  • 1:0 Joelinton (4.)
  • 2:0 Belfodil (14.)
  • 3:0 Demirbay (80.)

Hoffenheim: Baumann - Adams Nuhu, Vogt, Posch - Kaderabek, N. Schulz - Demirbay, Amiri - Joelinton (74. Bittencourt) - Belfodil (85. Otto), Kramaric (79. Szalai)
Hannover 96: M. Esser - Felipe, Anton, Wimmer - J. Korb, Ostrzolek - Bakalorz (46. Asano), Walace (67. Schwegler) - Haraguchi - Jonathas (67. Wood), N. Müller
Zuschauer: 23404

Weitere Daten zum Spiel

Im Anschluss durften die Gäste kurz durchatmen, weil die TSG sich eine schöpferische Pause nahm. In dieser Phase besaß Kevin Wimmer nach einem Eckstoß von Nicolai Müller sogar die Chance zum Anschlusstreffer. Der Innenverteidiger verfehlte knapp das Ziel (26.). Bald darauf erhöhten die Kraichgauer wieder die Taktzahl und besaßen durch Nadiem Amiri (35., 36.) und Demirbay (41., Latte) weitere hochkarätige Gelegenheiten. Die einzige gute Nachricht aus 96-Sicht zur Halbzeit: Es stand "nur" 0:2. Auch in der zweiten Hälfte änderte sich an den Kräfteverhältnissen nichts. Hannover stand weiter neben sich - und vor allem ganz weit von den Gegenspielern entfernt. Hätten die Kraichgauer ihre Möglichkeiten nicht teils fahrlässig ausgelassen, 96 wäre wohl mit einer sehr hohen Pleite an die Leine zurückgereist. So aber schlug es lediglich noch einmal hinter dem bemitleidenswerten Schlussmann Esser ein, der wieder einmal in dieser Serie bester Mann seiner Farben war. Demirbay bezwang ihn nach einem weiteren feinen Hoffenheimer Angriff. Der frühere HSV-Profi verwertete die siebte Großchance der Kraichgauer in der zweiten Hälfte. Und Hannover? Vom Gast kam offensiv in den zweiten 45 Minuten: nichts.

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Dieses Thema im Programm:

NDR 2 Bundesligashow | 16.02.2019 | 15:00 Uhr

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