Stand: 21.01.2018 10:53 Uhr

0:2 gegen Köln: HSV-Talfahrt hält ungebremst an

von Matthias Heidrich, NDR.de
Der HSV taumelt weiter dem ersten Abstieg der Clubgeschichte entgegen.

Der Hamburger SV taumelt weiter dem ersten Abstieg der Vereinshistorie entgegen. Das Gründungsmitglied der Fußball-Bundesliga verlor am Samstagabend im Volksparkstadion das Kellerduell gegen Tabellenschlusslicht 1. FC Köln mit 0:2 (0:1). Vom ersten Nichtabstiegsplatz ist der Tabellen-17. aus der Hansestadt bereits fünf Punkte entfernt. Zahlreiche HSV-Fans verhinderten nach dem Spiel mit einer Blockade die Abfahrt des Mannschaftsbusses und stellten die Profis zur Rede. Dennis Diekmeier und Co. sprachen mit den aufgebrachten Anhängern, die letztlich den Weg freigaben.

Ein Offenbarungseid - der HSV in der Einzelkritik

Starker Beginn des HSV

Dabei ging es verheißungsvoll los für die Gastgeber. Bereits nach 30 Sekunden kam André Hahn zum Abschluss, doch Timo Horn im Tor der Gäste reagierte stark. Wenig später setzte sich Filip Kostic über links durch, legte zurück, doch Jonas Hector klärte vor dem heranstürmenden Dennis Diekmeier (3.). Auf der anderen Seite vertändelte Yuya Osako einen aussichtsreichen Konter (11.). Kostic prüfte erneut den guten Horn aus kurzer Distanz (12.). Nach der heißen Auftaktphase kühlte das Kellerduell schnell auf Normaltemperatur ab.

Terodde trifft - Jung auch und sieht nur Gelb

Kampf und Krampf beherrschten die Szenerie, ehe Köln etwas überraschend in Führung ging. Osaka verlängerte eine Ecke auf den zweiten Pfosten, Simon Terodde ließ sich von Diekmeier nicht aufhalten und drückte den Ball zum 1:0 über die Linie (27.). Jetzt war der Hamburger Schwung vollends dahin. Glück für die Hanseaten, dass Schiedsrichter Guido Winkmann (Kerken) für die Grätsche mit offener Sohle von Gideon Jung gegen Marco Höger nur Gelb zeigte (30.). Rot wäre eher angebracht gewesen. Kostic hätte kurz vor der Pause das 1:1 markieren können, wenn nicht sogar müssen: Der Serbe kam am zweiten Pfosten aus kurzer Distanz zum Schuss, schloss aber viel zu zaghaft und unplatziert ab. Horn konnte parieren (41.).

Entsetzen und auch ein bisschen Resignation

Nach der Pause bliesen die Hamburger noch einmal zum Angriff. Rannten gegen ein Kölner Bollwerk an. Kämpferisch war den "Rothosen" kein Vorwurf zu machen. Dass das in der Bundesliga nicht reicht, sollte den HSV-Verantwortlichen allerdings so langsam aufgegangen sein. Ein spielerischer Plan war auch gegen den Tabellenletzten nicht zu erkennen. Als Terodde nach einem Konter auch das 2:0 für die Gäste markierte (67.), machte sich im Volksparkstadion Entsetzen und auch ein bisschen Resignation breit. Der erste Abstieg nach 55 Jahren in der Bundesliga - für den HSV rückt er immer näher.

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Kein anderer Fußball-Club kann auf eine längere Bundesliga-Geschichte verweisen als der Hamburger SV. NDR.de blickt in einer Multimedia-Doku auf 55 Jahre Tore, Titel und Tränen zurück. mehr

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