Sendedatum: 28.03.2020 10:25 Uhr

Hockey: Neuer Anlauf auf Tokio - oder nicht?

Die Hamburgerin Janne Müller-Wieland will Tokio 2021 in Angriff nehmen.

Janne Müller-Wieland hat schon ein bisschen gebangt in den vergangenen Wochen. Als sich am 24. März die Nachricht verbreitete, dass das IOC die Olympischen Spiele in Tokio wegen der Coronavirus-Pandemie auf das Jahr 2021 verlegt hatte, war die Hockey-Nationalspielerin erleichtert. "Ich bin froh, dass die Spiele nur um ein Jahr verschoben werden, denn es war ja auch mal 2022 in Gespräch", sagte die Hamburger Innenverteidigerin vom Uhlenhorster HC. Ihre Befürchtungen sind nachvollziehbar, immerhin wird sie Ende Oktober 34 Jahre alt. Bei einer Verschiebung der Spiele auf 2022 wäre die Nationalteam-Kapitänin zum Olympia-Beginn schon nah an ihren 36. Geburtstag herangekommen. Da wäre dann die Frage gewesen, ob sie in Tokio überhaupt noch als Aktive dabei gewesen wäre.

"Für die Älteren im Team bedeutet die Verschiebung ein Jahr mehr Leistungssportkarriere, andererseits haben die Jüngeren im Team nun ein Jahr mehr, um noch besser zu werden. Alles hat immer zwei Seiten", sagte Müller-Wieland.

Hamburger Hauke: Chancen für die Herren

Der zweimalige Olympiasieger Tobias Hauke vom Harvestehuder THC in Hamburg erkennt in der Verschiebung der Sommerspiele auch Chancen für die deutschen Hockey-Herren.

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"Für den Prozess der Mannschaft mit dem neuen Trainer und den jungen Spielern kann man am Ende des Tages eventuell auch etwas Positives herausziehen", sagte Hauke. Im November hatte der Hamburger Kais al Saadi das Amt des Bundestrainers übernommen. Der deutschen Mannschaft fehlen seit Olympia-Bronze in Rio de Janeiro 2016 Spitzen-Ergebnisse, nun hat das Team womöglich mehr Vorlaufzeit auf das Top-Event.

Für Hauke bedeutet die Verschiebung aber auch, dass er seine persönliche Planung neu festlegen muss. "Das betrifft nicht nur mich, sondern mit Sicherheit eine große Anzahl Athleten weltweit, die sich die Frage stellen müssen, ob sie das Karriere-Ende ein Jahr weiter nach hinten verschieben. Es hängt einfach wahnsinnig viel dran", sagte der 32 Jahre alte frühere Welthockeyspieler. Er müsse sich auch mit Blick auf Beruf und Familie darüber klar werden, "ob der Aufwand für ein weiteres Jahr im Verhältnis steht".

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Sport aktuell | 28.03.2020 | 10:25 Uhr

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