Die Spieler des VfL Osnabrück beim Training © imago images/Nordphoto

Corona, Sport und Quarantäne: Die Lage ist unübersichtlich

Stand: 22.10.2020 15:32 Uhr

Immer mehr Sportler infizieren sich mit dem Coronavirus. Doch wer wie lange in Quarantäne muss, ist von Fall zu Fall unterschiedlich - zu sehen an den Beispielen VfL Osnabrück und FC Bayern.

Bayern München durfte am Mittwochabend in der Fußball-Champions-League antreten, obwohl Nationalspieler Serge Gnabry nur einen Tag zuvor positiv getestet worden war und am selben Tag noch mit dem Team trainiert hatte.

Ganz anders war die Situation beim Zweitligisten VfL Osnabrück: Dort mussten sich nach positiven Tests bei zwei Spielern 18 Profis für zwei Wochen in häusliche Quarantäne begeben. Wie ist ein derartiger Unterschied bei den Quarantäne-Regelungen zu erklären?

Gesundheitsämter entscheiden über Quarantäne

Über die Maßnahmen entscheiden die zuständigen Gesundheitsämter, die bei der Beurteilung einen "Ermessensspielraum" haben. Die Empfehlungen des Robert-Koch-Institus lassen nämlich einen Interpretationsspielraum zu.

Zusätzlich kompliziert wird die ohnehin schon komplizierte Lage, wenn mehrere Gesundheitsämter zuständig sind. Entscheidend ist jeweils der Wohnort der Sportler. Im Fall des VfL Osnabrück waren sieben unterschiedliche Gesundheitsämter zuständig, da nicht alle Spieler in der Stadt Osnabrück wohnen.

Große Clubs mit besseren Rahmenbedingungen

Das Teamtraining des FC Bayern war an der frischen Luft, die Spieler sind an der Säbener Straße auf unterschiedliche Kabinen verteilt. Das Gesundheitsamt kann mit Blick auf das Hygiene- und Belüftungskonzept also zu der Entscheidung kommen, dass niemand ein Kontakt der ersten Kategorie ist. Außerdem werden alle Profis regemäßig getestet. Deshalb musste nur Gnabry in Quarantäne.

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Allerdings haben die Spitzenclubs in der Bundesliga auch ganz andere Möglichkeiten, Hygienekonzepte umzusetzen - wie das Beispiel mit den Kabinen zeigt. Dies geht bei vielen kleineren Vereinen nicht.

Hallensportarten haben es schwer

Noch schwieriger ist das Abstandhalten für Sportler, die Hallensportarten betreiben, exemplarisch zu sehen am Beispiel der Zweitliga-Handballer vom HSV. Das Team befindet sich bereits zum zweiten Mal innerhalb kurzer Zeit komplett in Quarantäne, nachdem Spieler positiv getestet worden waren. Erneut mussten auch Liga-Spiele der Hanseaten verschoben werden.

Ohnehin sieht sich der Handball bereits kurz nach dem Saisonstart mit mehreren Corona-Fällen konfrontiert, die zu Spielausfällen geführt haben. In der Zweiten Liga wurden bereits mehrere Partien abgesagt. Bundesligist Rhein-Neckar Löwen konnte wegen Corona-Fällen beim jeweiligen Gegner beide Europacup-Partien nicht austragen.

Das Coronavirus wirbelt die Sportwelt durcheinander. Den Überblick zu behalten, dürfte in den kommenden Wochen und Monaten nicht leichter werden.

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Dieses Thema im Programm:

Sport aktuell | 22.10.2020 | 16:25 Uhr

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