Stand: 25.03.2020 15:02 Uhr

Corona: So ist die Lage in den Ligen

Geisterspiele, Absagen, Verschiebungen, Spielbetriebsunterbrechungen, vorzeitige Saisonabbrüche - Hiobsbotschaften en masse für die Fans. Das grassierende Coronavirus hat die Abläufe im norddeutschen Sport komplett über den Haufen geworfen. Doch wie genau sieht es in den beliebtesten Teamsportarten aus? Wo wird noch auf die Fortsetzung der Spielrunde gehofft, wo wurde abgebrochen? Ein Überblick:

Fußball

- Europa League, Männer: Die UEFA hat alle Spiele für Vereine und Nationalmannschaften "bis auf Weiteres" ausgesetzt.

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Entscheidungen zu neuen Terminen sollen "zu gegebener Zeit" getroffen und mitgeteilt werden. Der VfL Wolfsburg steht in der Europa League im Achtelfinale, hat das Hinspiel gegen Schachtjor Donezk zu Hause mit 1:2 verloren.

- Bundesliga, Männer: Die DFL empfiehlt eine Pause bis zum 30. April, es stehen noch neun Spieltage aus.

- Zweite Liga, Männer: Die DFL empfiehlt eine Pause bis zum 30. April, es stehen noch neun Spieltage aus. Der Hamburger SV ist Tabellendritter.

- Dritte Liga, Männer: In einer Videokonferenz beschlossen der Deutsche Fußball-Bund (DFB) sowie die Vertreter der 20 Clubs, die Saison wegen der Coronavirus-Pandemie vorerst bis zum 30. April auszusetzen. Es stehen noch elf Spieltage aus.

Champions League, Frauen: Die UEFA hat die Spiele "bis auf Weiteres" ausgesetzt. Die Frauen des VfL Wolfsburg wären im Viertelfinale der Champions League am 25. März beim schottischen Vertreter Glasgow City FC angetreten, das Rückspiel war für den 1. April terminiert.

- Bundesliga, Frauen: Pause bis 19. April, sechs Spieltage sind noch zu absolvieren. Der VfL Wolfsburg liegt als Spitzenreiter acht Punkte vor dem FC Bayern München.

- DFB-Pokal, Frauen: Wettbewerb ausgesetzt bis 19. April, der VfL Wolfsburg sollte am 21. März im Viertelfinale bei Zweitligist FSV Gütersloh 2009 antreten.

- Zweite Liga, Frauen: keine Spiele bis zum 19. April, zehn Spieltage stehen noch aus. Werder Bremen ist souveräner Tabellenführer.

- Amateurbereich: Der Norddeutsche Fußball-Verband (NFV) hat beschlossen, den Spielbetrieb in der Regionalliga Nord der Männer und der A-, B- und C-Junioren sowie der Frauen- und der Futsal-Regionalliga Nord aufgrund der aktuellen Lage bis auf Weiteres, mindestens aber bis zum 19. April, auszusetzen. Auch der Nordostdeutsche Fußballverband (NOFV) entschloss sich zu diesem Schritt.

Handball

- Champions League, Männer: Vor Juni sollen keine Partien stattfinden, wie die Europäische Handballföderation EHF mitteilte. Am 18. März hätte das Achtelfinal-Heimspiel der SG Flensburg-Handewitt gegen Montpellier HB stattfinden sollen. Der THW Kiel ist dank des Gruppensieges direkt ins Viertelfinale eingezogen. Das Final Four in der Königsklasse ist für den 22./23. August in Köln angesetzt.

- Bundesliga, Männer: Die Handball-Bundesliga (HBL) hat den Spielbetrieb bis zum 22. April ausgesetzt.

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Der THW Kiel ist Tabellenführer, der amtierende Meister SG Flensburg-Handewitt der erste Verfolger. Die TSV Hannover-Burgdorf belegt Rang vier. Sieben Spieltage stehen noch aus, hinzu kommen noch einige Nachholpartien.

- DHB-Pokal, Männer: Die HBL hat das für den 4. und 5. April in Hamburg geplante Finalturnier abgesagt. Das Final Four soll nun am 27. und 28. Juni stattfinden. Der THW Kiel trifft im Halbfinale auf den TBV Lemgo Lippe, die TSV Hannover-Burgdorf auf die MT Melsungen.

- Zweite Liga, Männer: Die HBL hat den Spielbetrieb bis zum 22. April ausgesetzt. Zehn Spieltage stehen noch aus.

- Bundesliga und Zweite Liga, Frauen: Die Handball Bundesliga Frauen (HBF) hat am 18. März die Saison 2019/2020 für die Bundesliga und die Zweite Liga abgebrochen. In beiden Ligen gibt es keine sportlichen Absteiger. Über mögliche Aufsteiger sowie die Vergabe der internationalen Startplätze wird zu einem späteren Zeitpunkt entschieden.

- Amateurbereich: Die Landesverbände Hamburg und Schleswig-Holstein haben den Jugendspielbetrieb für die Saison 2019/2020 beendet. Die Saison bei den Senioren wird bis zum 19. April ausgesetzt. In Niedersachsen, Bremen und Mecklenburg-Vorpommern ruht der gesamte Spielbetrieb bis zum 19. April.

Volleyball

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- Bundesliga, Männer und Frauen: Die Volleyball-Bundesliga (VBL) hat am 12. März das sofortige Ende der Saison bei Frauen und Männern verkündet. Es gibt keine Meister und keine Regelabsteiger. Eine Lösung zur Vergabe der Startplätze für den Europapokal will die VBL mit dem Verband erarbeiten. Die Frauen des SSC Schwerin waren zu dem Zeitpunkt Tabellenführer, die Männer der SVG Lüneburg lagen auf einem Play-off-Rang. Die Giesen Grizzlys waren ohnehin nicht mehr vom Abstieg bedroht. Auch die Saison in den Zweiten Ligen wurde abgebrochen.

Eishockey

- DEL: Die Deutsche Eishockey Liga (DEL) hat die Serien in der DEL und der DEL 2 längst abgebrochen. Die Fischtown Pinguins Bremerhaven hatten sich eigentlich als Sechster direkt für die Play-offs qualifziert, die Grizzlys Wolfsburg standen in den Pre-Play-offs. Auch der Deutsche Eishockey-Bund beendete daraufhin den Spielbetrieb in seinen Ligen vorzeitig. Betroffen davon sind die drittklassigen Oberligen, die Frauen-Bundesliga und die Nachwuchsligen.

Basketball

- BBL: Am 25. März hat die Basketball-Bundesliga (BBL) "mit deutlicher Mehrheit" beschlossen, den Spielbetrieb bis zum 30. April auszusetzen. Es bleibt das Ziel, die Saison 2019/2020 zu einem späteren Zeitpunkt "gegebenenfalls mit einem gekürzten respektive verdichteten Modus" zu Ende zu spielen. Fünf Nordteams spielen in der BBL: Baskets Oldenburg, SC Rasta Vechta, BG Göttingen, Löwen Braunschweig und die Hamburg Towers.

- Pro A und Pro B: Die zweite Basketball-Bundesliga (Pro A) hat ihre Saison wegen des Coronavirus genauso beendet wie die Pro B. Diese Entscheidung wurde nach einer Beratung mit den 41 Clubs am 17. März beschlossen. Die Eisbären Bremerhaven als aktueller Tabellenzweiter der Pro A und Spitzenreiter Niners Chemnitz erhalten das sportliche Aufstiegsrecht in die Bundesliga (BBL).

Dieses Thema im Programm:

NDR 2 Sport | 19.03.2020 | 23:03 Uhr

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