Der Zugang zur Anlage des Eimsbütteler Turnverbands (ETV) in Hamburg ist mit Flatterband abgesperrt. © Witters Foto: Tim Groothuis

Amateursportverbot: Mehr Verletzungen durch Bewegungsmangel

Stand: 21.01.2021 12:00 Uhr

Vereinssport ist wegen der Coronavirus-Pandemie schon seit Anfang November untersagt. Für Freizeitsportler hat das gesundheitliche Folgen. Daran hat ein Hamburger Orthopäde keinen Zweifel.

von Christian Görtzen und Fabian Wittke

Montags kommen die Sportler mit ihren Verletzungen - das war in der Vor-Corona-Zeit in den Arztpraxen beinahe ein ungeschriebenes Gesetz. War ja auch nur logisch, schließlich fand das Gros der sportlichen Wettkämpfe am Wochenende statt. Da rollte und flog an jenen Tagen nicht nur der Ball, da knirschten dann auch mal die Knochen und rissen die Muskelfasern der Sportler.

Seitdem das Coronavirus die Welt in Atem hält, gab es nur eine kurze Phase während des vergangenen Sommers, in der Amateur- und Breitensportler ihre Wettkämpfe austrugen. Seit Anfang November ist dies erneut verboten - zum zweiten Mal nach dem Frühjahr 2020.

Frida steht vor einem abgesperrten Spielplatz. © dpa-Bildfunk Foto: Julian Stratenschulte/dpa

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Bewegungsmangel Auslöser für Verletzungen

Auf die Gesundheit der Menschen hat dies einen enormen Einfluss. Entstanden die Verletzungen vor Corona durch den Sport, sind sie heute zu wenig oder gar keiner Bewegung geschuldet, stellt auch Dr. Frank Brons, Orthopäde in der Reha am Kaifu in Hamburg, fest. "Das sind dann eher ziehende Schmerzen, hoch zum Nacken, in die Schulter ausstrahlend, verbunden mit einer beginnenden Einsteifung des Bewegungsapparates. Das hatten wir früher selten", sagte er dem NDR. "Früher waren es eher Muskelfaserrisse, die sich die Leute beim Sport zugezogen haben oder bei irgendwelchen Turnübungen auch Blockierungen in den Gelenken. Jetzt ist die Immobilität der Auslöser."

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Vermehrt Blockierungen an der Wirbelsäule

In der Gesamtheit bewegen sich die Menschen in dieser tristen Zeit schlichtweg zu wenig. Das von Bund und Ländern außer Kraft gesetzte Angebot der Vereine trägt in erheblichem Maß dazu bei. Hinzu komme oft das Homeoffice mit Fehlhaltungen auf Küchenstühlen und Sofa-Ecken, so der Arzt. "Jetzt, nach den Monaten, entwickeln sich immer irgendwelche Blockierungen an der Brustwirbelsäule, an der Lendenwirbelsäule - und dann kommen sie zu mir, dem Orthopäden", sagte er.

"Motivation beginnt im Kopf"

Aber was hilft in diesen Zeiten, die so vielen Menschen aufs Gemüt schlagen? Brons: "Motivation. Und die beginnt im Kopf." Jeder habe es selbst in der Hand, seine Gesundheit mitzugestalten. "Und dazu gehört, dass man sich vornimmt, jeden Tag eine Viertelstunde ein bisschen Gymnastik zu machen, an die frische Luft zu gehen, einfach die Treppen rauf- und runterzulaufen." Wichtig sei, dies in seinen festen Tagesablauf einzuplanen. "Denn dann macht man das auch", so der Hamburger Orthopäde.

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Dieses Thema im Programm:

Sport aktuell | 21.01.2021 | 08:25 Uhr

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