Sendedatum: 30.05.2011 20:30 Uhr  | Archiv

Strom sparen bei Kühlschrank und Co.

von Annette Niemeyer
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Der höhere Neupreis eines Elektrogerätes zahlt sich über die Lebensdauer des Gerätes immer aus.

Die A-Klasse gilt in der Industrie gemeinhin als erstklassig. Wer sich im Elektrofachhandel auf die Suche nach einem besonders energieeffizienten Gerät macht, wird überrascht sein, wie viele Musterschüler der Klasse A auf die Kunden warten - manchmal sogar versehen mit einem oder mehreren Plus-Zeichen. Es wimmelt nur so von Plus, Doppel-Plus und sogar Tripel-Plus. Der Grund: Seit Einführung des EU-Energieeffizienzlabels vor fünfzehn Jahren hat die Technik gewaltige Fortschritte gemacht. Gab es anfangs die Klassen A (gut) bis G (schlecht), sind die Klassen G bis C inzwischen völlig aus dem Handel verschwunden. Bei den Waschmaschinen findet man höchst selten noch ein B, bei Kühlgeräten nur noch A, A+, A++ und seit Dezember 2010 sogar A+++.

Tatsächlich ist die Energieeffizienzklasse A, auch wenn sie in den Ohren der Verbraucher immer noch gut klingt, technisch überholt. Ab Sommer 2011 dürfen die Hersteller sie gar nicht mehr in Verkehr bringen. Über kurz oder lang verschwindet das A also aus dem Handel. Dann gibt es nur noch A+, A++ und A+++. Wie es weiter geht, ist bislang unklar. Vielleicht gibt es in drei bis vier Jahren schon Geräte mit A++++.

Stromverbrauch von Kühlgeräten

Noch vor etwa zehn Jahren war in den Haushalten der Anteil des Stromverbrauchs von Kühl- und Gefriergeräten am Gesamtverbrauch sehr hoch. Rund 17 Prozent entfiel auf das Kühlen und Gefrieren, erheblich mehr als zum Beispiel auf Beleuchtung, Herd oder Fernseher. Das hat sich mittlerweile geändert. Verbrauchte eine Kühl-Gefrierkombination der Energieeffizienzklasse B noch 460 Kilowattstunden (kWh / circa 110 Euro pro Jahr) kommt die Klasse A schon mit etwa 330 kWh aus (etwa 80 Euro). Jedes weitere Plus bedeutet eine Verbesserung von rund zwanzig Prozent. Die Kühl-Gefrierkombi A+ liegt bei einem Jahresverbrauch von etwa 260 kWh (60 Euro), A++ bei etwa 180 kWh (43 Euro).

Die Mehrkosten für ein hocheffizientes Gerät zahlen sich über die Lebensdauer also auf jeden Fall aus. Deshalb raten Verbraucherschützer bei einem Neukauf zum energieeffizientesten Gerät. Was aber, wenn der alte Kühlschrank oder die Gefriertruhe noch einwandfrei funktionieren? Soll man dann trotzdem ein neues Gerät kaufen oder vergrößern Verbraucher damit nur die ohnehin schon hohen Müllberge?

Wann lohnt der vorzeitige Ersatz ökologisch? Genau diese Frage wurde vom Ökoinstitut Freiburg untersucht. Dabei meint "vorzeitiger Ersatz" die Anschaffung eines energieeffizienten Neugerätes, obwohl das Altgerät noch funktionsfähig ist. Das erstaunliche Ergebnis: Ökologisch betrachtet lohnt sich der Ersatz bereits, wenn das Kühlgerät etwa zehn Jahre auf dem Buckel hat und durch ein neues der Energieeffizienzklasse A++ oder A+++ ersetzt wird. Der Grund: Betrachtet man den gesamten Lebensweg eines Kühlgerätes, von der Herstellung über die Distribution bis zur Nutzung und Entsorgung, verursacht der Stromverbrauch in der Nutzungsphase die größten Umweltauswirkungen - etwa 80 bis 90 Prozent. Auf Herstellung und Entsorgung entfallen nur etwa zehn bis 20 Prozent.

Wann lohnt sich der Ersatz auch finanziell?

Nicht ganz so rosig sieht es bei der finanziellen Amortisation aus. Wann sich ein Neugerät auszahlt, ist von vielen verschiedenen Faktoren abhängig. Um die Frage im Einzelfall zu beantworten, besorgt man sich am besten ein Strommessgerät. Das wird zum Beispiel von Verbraucherzentralen gegen eine Kaution kostenlos verliehen und misst für mindestens 24 Stunden denn Stromverbrauch von Kühlschrank, Gefrierschrank oder Truhe und zeigt den Jahresverbrauch an. Diesen Kilowattstunden-Wert vergleicht man dann mit dem auf dem Energieeffizienzlabel angegebenen kWh/annum-Wert des Neugerätes. Multipliziert man die kWh-Werte mit 0,24 (dem Durchschnittspreis für eine Kilowattstunde), erhält man die Stromkosten für ein Jahr Nutzung des Gerätes.

Das Markt Beispiel: Ein etwa zwölf Jahre alter Kühlschrank verbraucht pro Jahr etwa 375 kWh (Stromkosten von etwa 88 Euro). Ein Neugerät mit dem gleichen Nutzinhalt verbraucht nur rund 96 kWh (Stromkosten von etwa 23 Euro). Es ließen sich also mit dem neuen Kühlschrank rund 65 Euro jährlich einsparen. Die Anschaffungskosten von 550 Euro für das Neugerät wären nach achteinhalb Jahren durch den geringeren Stromverbrauch wieder ausgeglichen. Ab diesem Zeitpunkt bis zum Ende der Lebensdauer des Kühlschranks spart der Verbraucher. Steigen die Strompreise weiter, können die Amortisationszeiten natürlich erheblich kürzer sein.

Dieses Thema im Programm:

Markt | 30.05.2011 | 20:30 Uhr

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Dieser Artikel wurde ausgedruckt unter der Adresse: https://www.ndr.de/ratgeber/verbraucher/stromsparen111.html

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