Sendedatum: 20.01.2014 20:15 Uhr  | Archiv

Glyphosat beim Menschen nachgewiesen

von Alexa Höber
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In acht von elf untersuchten Urinproben war Glyphosat nachweisbar.

Glyphosat ist weltweit das meistverwendete Pflanzenschutzmittel. Jeder kann es im Baumarkt kaufen und im eigenen Garten anwenden, Landwirte sprühen es massenhaft auf ihre Felder. Die EU prüft 2014 erneut, ob die Zulassung für Glyphosat verlängert wird. Während Bundesbehörden grünes Licht geben, warnen viele Forscher vor schädlichen Folgen, auch für den Menschen. Glyphosat wurde bereits in Brot und Brötchen nachgewiesen und erreicht offenbar auch den Menschen: In einer Stichprobe von Markt wurde in acht von elf Fällen Glyphosat im Urin festgestellt.

 Was ist Glyphosat?

Der Wirkstoff Glyphosat wird in verschiedenen Unkrautvernichtungsmitteln verwendet. Erstmalig wurde er vom amerikanischen Unternehmen Monsanto auf den Markt gebracht. Mittlerweile verwenden auch andere Hersteller den Wirkstoff. Weltweit und in Europa ist Glyphosat das meistbenutzte Herbizid. In Deutschland darf es seit vier Jahrzehnten eingesetzt werden.

 Wo wird Glyphosat eingesetzt?

Das Pflanzenschutzmittel kommt in vielen verschiedenen Bereichen zur Anwendung. Es wird in privaten Gärten eingesetzt, manche Kommunen halten mit dem Wirkstoff  Grünflächen unkrautfrei, die Bahn setzt es auf ihren Gleisen ein und Landwirte sprühen es auf ihre Felder.

Karte: Welche Städte im Norden setzen Glyphosat ein?

Welche Vorteile hat der Einsatz von Glyphosat?

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Bis sieben Tage vor der Ernte dürfen Landwirte Getreide mit Glyphosat besprühen.

Landwirte sprühen Glyphosat auf das Getreide, damit es gleichmäßig reift. Das erleichtert die Ernte, denn der Landwirt muss nicht mehr auf die natürlich eintretende Reife der Pflanzen warten. Beim Einsatz von Glyphosat kann der Erntezeitpunkt daher schon im Vorfeld genau festlegt werden. Das erleichtert auch den Einsatz von Lohnunternehmern für das Einfahren der Ernte. Ursprünglich sollte Glyphosat in der Landwirtschaft zur Unkrautbekämpfung eingesetzt werden. Doch mittlerweile wird es auch auf Kulturpflanzen gesprüht, etwa zum Abtöten von Getreide. Die sogenannte Sikkation ist noch bis zu sieben Tage vor der Ernte erlaubt.

Wie viel Glyphosat wird eingesetzt?

In den vergangenen Jahren ist der Verkauf von Glyphosat stark gestiegen. Im Jahr 2000 wurden in Deutschland 3.275 Tonnen des Wirkstoffs verkauft, 2012 waren es schon 5.981 Tonnen. Das reicht für mehr als 40 Prozent der gesamten bewirtschafteten deutschen Ackerfläche.

Dieses Thema im Programm:

Markt | 20.01.2014 | 20:15 Uhr

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