Sendedatum: 16.09.2013 20:15 Uhr  | Archiv

Neue Fernseher: Was bringt die 4K-Technik?

von Frank Drescher
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Bei großen Fernsehern sollten die Zuschauer weiter entfernt sitzen, als die Industrie auf diesem Bild empfiehlt.

Fernseher mit 4K-Ultra-HD-Auflösung waren der letzte Schrei auf der Unterhaltungselektronik-Messe IFA in Berlin. Sie zeigen das Bild mit vier Mal so vielen Bildpunkten (Pixeln) wie herkömmliche HD-Fernseher. HD ist die Abkürzung für High Definition, also Fernsehbilder in hoher Auflösung. Dabei stoßen die Geräte in die Dimensionen von Kleinwagen vor - preislich und von den Ausmaßen.

Mit 4K-Ultra-HD will die von Umsatzeinbrüchen gebeutelte Fernseherindustrie neue Käufer finden. Der Markt ist offenbar gesättigt: In den letzten fünfeinhalb Jahren verkaufte die Industrie in Deutschland zwar rund 48 Millionen Fernseher. Die Nachfrage lässt aber spürbar nach.

Blick in die ferne Zukunft

4K-Ultra-HD-Geräte sind vor allem eins: Zukunftsmusik. Denn momentan können nur Digitalkameras und einige Computer Bilder in vierfacher HD-Auflösung bereitstellen. Ob und wann das Fernsehen im 4K-Standard senden wird, ist noch nicht abzusehen. Aber es dürfte noch dauern: Die meisten Sender haben erst in den vergangenen Jahren Millionenbeträge in HD investiert - für Kameras, Schnittplätze, Studio- und Übertragungstechnik.

Im Vergleich: HD und 4K-Ultra-HD

Das Bild eines Fernsehers mit voller HD-Auflösung besteht aus 1.920 mal 1.080 Bildpunkten (Pixeln), also insgesamt rund zwei Millionen Bildpunkten. Mit 4K-Ultra-HD steigt die Auflösung auf 3.840 mal 2.160 Bildpunkte - ergibt mehr als acht Millionen Pixel.

Fernseher rechnen HD-Bilder auf 4K hoch

Das wissen auch die Fernsehgeräte-Hersteller. Sie bieten Behelfslösungen an: "Um die Lücke zu schließen, dass es noch nicht so viele Inhalte in 4K gibt, haben wir einen sehr intelligenten Upscale-Mechanismus eingebaut", erklärt beispielsweise Samsung. Im Klartext heißt das: Die Fernseher rechnen HD-Filme mithilfe einer Bildanalyse auf das größere 4K-Format hoch. Wie gut die Bildqualität ist, müssen erst noch Tests zeigen.

Preise im mittleren vierstelligen Bereich

Bei den großen Herstellern gehen die Preise für Fernseher mit 4K-Ultra-HD im mittleren vierstelligen Bereich los. So liegt die unverbindliche Preisempfehlung bei Sony bei 4.000 und 5.500 Euro für Geräte mit einer Bildschirmdiagonale von 55 Zoll (1,39 m) beziehungsweise 65 Zoll (1,64 m). Panasonic hat auf der IFA ein 65-Zoll-Gerät für rund 7.000 Euro vorgestellt. Den Aufpreis für die neue Technik beziffert der Hersteller auf etwa 1.500 Euro. In der gleichen Größenordnung liegen die Preise bei LG.

Nach oben hin erreichen die Preise bei 4K-Ultra-HD das Niveau von Autos der Kompakt- und Mittelklasse. LG bietet einen 84-Zoll-Fernseher (2,13 m Bildschirmdiagonale) für etwa 17.000 Euro an. Bei Samsung gibt es 85 Zoll (2,16 m) für 35.000 Euro. Noch mehr können Samsung-Kunden im Vereinigten Königreich für ein noch größeres Bild ausgeben. Laut britischen Presseberichten kosten 98 Zoll (2,49 m) 40.000 Pfund. Das wären etwa 48.000 Euro.

Dieses Thema im Programm:

Markt | 16.09.2013 | 20:15 Uhr

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