Stand: 25.11.2016 09:06 Uhr  | Archiv

Wie gut ist Rotwein vom Discounter?

von Rieke Sprotte

Eine Flasche Rotwein gibt es beim Discounter schon für wenig Geld. Wie gut ist der Geschmack? In einer Stichprobe vergleicht Markt jeweils drei Weine aus verschiedenen Anbaugebieten und Preisklassen:

  • Dornfelder aus Rheinhessen, Jahrgang 2015, für jeweils 1,79 Euro von Aldi, Lidl und Penny
  • Rioja, Jahrgang 2011, für jeweils 4,99 Euro von Aldi, Lidl und Penny
  • Barolo, Jahrgang 2012, für 8,99 Euro von Netto sowie für 9,99 Euro von Aldi und Lidl

Die Weine verkosten für Markt eine Sommelière, ein Weinstubenbesitzer und ein Weinliebhaber.

Rotwein im Test

Qualität am Etikett erkennen

Für Wein gibt es unterschiedliche Qualitätsstufen:

  • Beim Qualitätswein müssen Aussehen, Geruch und Geschmack frei von sogenannten Weinfehlern wie etwa Trübungen sein. Nach einer sensorischen und analytischen Prüfung erhält Qualitätswein eine amtliche Prüfnummer. Italienischer Qualitätswein hat die Bezeichnung DOC.
  • Noch strengere Anforderungen gelten für Prädikatswein. Zum Beispiel dürfen die Trauben nur aus einem Anbaugebiet stammen. Italienischen Prädikatswein erkennt man an der Bezeichnung DOCG.
  • Die Bezeichnung Classic bedeutet, dass beim Keltern nur eine Traubensorte verwendet wurde.
  • Die Bezeichnung Selection  bedeutet, dass es sich um einen gebietstypischen, trockenen Wein aus nur einer Traubensorte handelt.

Falls der Wein die Anforderungen für eine Qualitätsstufe erfüllt, ist eine entsprechende Angabe mit amtlicher Prüfnummer häufig auf dem Etikett der Weinflasche angebracht. Dort finden Verbraucher auch Informationen zum Erzeuger oder Abfüller und Alkoholgehalt.

Trocken, lieblich oder süß?

Viele Hersteller geben auch den sogenannten Süßegrad des Weins auf dem Etikett an:

  • Trockener Wein darf nicht mehr als 4 Gramm Zucker pro Liter enthalten
  • Halbtrockener Wein darf maximal 12 Gramm Zucker pro Liter enthalten.
  • Süßer Wein muss mehr als 45 Gramm Zucker pro Liter enthalten.

Der Zuckergehalt sagt jedoch nicht immer etwas über den Geschmack aus. Zum Beispiel wird Wein mit niedrigem Zuckergehalt und wenig Säure oft als süß wahrgenommen.

Welcher Wein passt zu welchem Essen?

Längst überholt ist die alte Regel, roten Wein zu rotem Fleisch und weißen Wein zu hellem Fleisch zu trinken. Wichtig ist, dass der Wein mit dem Essen harmoniert. Zu scharf angebratenem Fleisch passt meistens ein Rotwein, zu milderen Speisen eher Weißwein. Zu sauren Speisen sollte man keinen säuerlichen Wein trinken, weil dieser den Geschmack zu stark betont.

Fazit: Günstiger Wein schmeckt den Testern

Den Dornfelder von Aldi und Lidl finden die Tester "trinkbar". Die Rioja-Weine vom Discounter überzeugen sie jedoch ebenso wenig wie die günstigen Barolo-Weine, lediglich der Barolo von Aldi für 9,99 Euro sei einigermaßen in Ordnung. Für den Preis bekommt man nach Ansicht der Tester besseren Wein, allerdings ohne den feinen Namen Barolo.

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Dieses Thema im Programm:

Markt | 29.11.2016 | 20:15 Uhr

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