Stand: 23.05.2019 09:19 Uhr

Was hilft gegen Kalk in Küche und Bad?

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Säure löst Kalkablagerungen wie an diesem Perlator wieder auf.

Ob im Wasserkocher oder am Duschkopf, Kalkablagerungen bilden sich im Haushalt überall, wo Wasser verdunstet. Denn Kalk ist ein natürlicher Bestandteil unseres Leitungswassers. Je nach geografischer Herkunft enthält es mehr oder weniger Kalk und wird als hart, mittel oder weich bezeichnet. Während der menschliche Körper die vielen Mineralien in hartem Trinkwasser gut verwerten kann, bilden sie an Geräten und Hähnen hässliche Ablagerungen.

Eine Zitrone eignet sich als Hausmittel gegen Kalk.

Was tun gegen Kalk?

Mein Nachmittag -

Auf Fliesen in Küche, Bad oder WC bilden sich schnell Kalkrückstände. Hauswirtschaftsmeisterin Dagmar Balhorn gibt Tipps, wie man den Kalk schnell und umweltschonend wieder los wird.

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Hausmittel helfen

Um die harten Krusten wieder loszuwerden, haben sich zwei Hausmittel bewährt: Essig und Zitronensäure. Die Säuren lösen Kalk auf, der sich dann abwischen lässt. Beide Mittel haben Vor- und Nachteile, die man bei der Anwendung beachten sollte.

Einfacher Essig genügt

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Essigessenz enthält deutlich mehr Säure als Tafelessig.

Wer zu Essig greift, sollte einfachen Haushaltsessig verwenden, der etwa fünf Prozent Essigsäure enthält. Verkalkte Duschköpfe oder die Auslässe von Wasserhähnen, sogenannte Perlatoren, werden in einer Tasse Essig wieder sauber. Allerdings dauert es einige Zeit, bis sich der Kalk aufgelöst hat. An der Spüle oder dem Übergang vom Waschbecken zum Hahn hilft ein mit Essig getränktes Küchentuch. Essig eignet sich auch zum Heißentkalken, etwa für Wasserkocher. Dafür Essig mit etwas Wasser gemischt aufkochen. Kurz einwirken lassen und gründlich ausspülen. Neben Essig bietet der Handel auch Essigessenz an. Sie enthält bis zu 25 Prozent Säure und kann entsprechend stärker verdünnt werden.

Vorsicht bei Dichtungen und Armaturen

Zu den Nachteilen von Essig gehört, dass die Säure Gummi- und Kunststoffteile wie Dichtungen angreifen und zerstören kann. Moderne Kaffeemaschinen und ähnlich komplexe Geräte sollten nicht mit Essig entkalkt werden. Auch die meist dünne Chromschicht von Armaturen wie Wasserhähnen kann leiden. Außerdem empfinden viele Menschen den stechenden Geruch von Essig als unangenehm. Beim Aufkochen entstehen ätzende Dämpfe, die nicht eingeatmet werden sollten. Daher den Raum gut lüften. Alle Geräte und Flächen, die mit Essig entkalkt wurden, müssen anschließend gründlich mit Wasser nachgespült werden.

Zitronensäure als Pulver oder Flüssigkeit

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Nicht nur Zitronen enthalten die gleichnamige Säure.

Zitronensäure kommt nicht nur in Zitrusfrüchten vor, sondern in vielen Obstsorten. Natürlicher Zitronensaft enthält etwa sechs bis acht Prozent der Säure. Zum Entkalken wird meist reine Zitronensäure - oder Citronensäure - verwendet, die der Handel als weißes Pulver oder flüssig anbietet. Das Pulver in Wasser auflösen, die empfohlene Dosierung steht auf der Packung. Im Grundsatz unterscheidet sich die Anwendung von Zitronensäure und Essig nicht. Allerdings sollte Zitronensäure nicht erhitzt werden, da sich sonst Calciumcitrat bildet, ein harter, nicht wasserlöslicher Stoff, der sich ähnlich wie Kalk ablagert. Dünne Rohre - etwa in Kaffeemaschinen - können so verstopfen.

Kein unangenehmer Geruch

Im Unterschied zu Essig entwickelt Zitronensäure keinen unangenehmen Geruch, riecht aber auch nicht nach Zitrone. Sie greift Gummi und Kunststoffe nicht an und wird daher vielseitig verwendet. Bei hartnäckigen Verkalkungen kann die Einwirkzeit mehrere Stunden betragen. Auch bei Zitronensäure gilt: Gründlich mit klarem Wasser nachspülen. Bei leichten Verkalkungen hilft es bereits, natürlichen Zitronensaft zu verwenden. Dazu die Zitrone auspressen und den Saft durch ein feines Sieb oder einen Kaffeefilter gießen.

Hände und Augen schützen

Wer Oberflächen mit Essig oder Zitronensäure reinigen will, sollte zunächst an einer unauffälligen Stelle probieren, ob das Material säurefest ist. Natursteinflächen und Marmor reagieren empfindlich. Essig verträgt sich nicht mit Kupfer und Aluminium. Kommen die Hände mit dem Putzwasser in Kontakt, ist es sinnvoll Gummihandschuhe zu tragen. Die Säuren dürfen nicht in die Augen gelangen.

Kalkflecken lassen sich vermeiden, wenn man Wasserflecken - etwa auf der Spüle - stets mit einem trockenen Tuch wegwischt.

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Dieses Thema im Programm:

Mein Nachmittag | 23.05.2019 | 16:20 Uhr

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