Stand: 20.06.2016 14:42 Uhr  | Archiv

Reiserücktritt: Wenn der Urlaub ausfallen muss

von Franka Welz, NDR Info
Bild vergrößern
Urlaub ist für viele die schönste Zeit des Jahres, aber was tun, wenn man eine gebuchte Reise nicht antreten kann?

Krankheit, Jobverlust, ein Unfall - vieles kann die Urlaubspläne durchkreuzen. In einen solchen Fall kann eine Reiserücktrittsversicherung helfen, sie ist bereits ab rund 30 Euro Jahresbeitrag erhältlich. Aber das Stornieren einer Reise ist auch ohne Rücktrittsversicherung möglich, allerdings nicht kostenfrei. "Das heißt, ich werde eine gewisse Summe zahlen müssen, auch wenn ich nicht reise", erklärt Julia Rehberg von der Verbraucherzentrale Hamburg.

Je später man storniert, desto teurer wird es

Je später man die Reise storniert, umso höher werden die Stornogebühren: "Bis 30 Tage davor 20 Prozent und danach dann vielleicht bis zum 22. Tag 30 Prozent, später wird's dann teurer", so Rehberg weiter. Bis zu 90 Prozent des Reisepreises können bei Stornierungen in letzter Minute fällig werden.

Umbuchen oder die Reise weiterverkaufen

Ob die Reise im Reisebüro oder im Internet gebucht wurde, ist dabei egal. Denn bei Reisen gilt das zweiwöchige Widerrufsrecht für Internetkäufe nicht. Mona Maria Semmler von der Verbraucherzentrale Niedersachsen rät deshalb: nicht einfach stornieren, sondern immer vorher mit dem Veranstalter reden. Anbieter können nämlich durchaus kulant sein: "Teilweise bieten sie Umbuchungen an, mit oder ohne Gebühr. Teilweise ist es auch möglich, die Reise weiterzuverkaufen." Aber das klappt nicht immer, denn Reiseveranstalter müssen nicht jeden Ersatzreisenden akzeptieren.

Rücktritt unbedingt schriftlich erklären

In bestimmten Fällen kann der Reiserücktritt allerdings sogar kostenlos sein, auch ohne Versicherung, etwa bei höherer Gewalt oder wenn der Veranstalter die Bedingungen ändert. "Ein Beispiel ist die Sperrung eines Reisegebiets wegen Naturkatastrophen. Oder wenn der Preis sich wesentlich erhöht oder andere Reiseleistungen sich wesentlich verändern", erklärt Semmler. Der Rücktritt sollte in jedem Fall schriftlich erklärt werden, also per Einschreiben, E-Mail oder Fax. Hier unbedingt den Sendebericht aufheben. Im Streitfall ist er ein wichtiges Beweismittel.

Weitere Informationen

Rücktritt von Reisebuchung wegen Gewalt-Risiko?

Gewalt und Terroranschläge in Urlaubsländern können die Lust aufs Reisen verderben. Was tun, wenn der Urlaub bereits fest gebucht ist? Wer zurücktreten möchte, braucht gute Gründe. mehr

Welche Reiseversicherungen sind sinnvoll?

Für den Urlaub gibt es Versicherungen, die bei Reiserücktritt, Reiseabbruch, Krankheit im Ausland und Verlust des Reisegepäcks einspringen. Welche sind sinnvoll? mehr

Dieses Thema im Programm:

NDR Info | 20.06.2016 | 07:40 Uhr

Mehr Ratgeber

07:43
Mein Nachmittag
08:50
Mein Nachmittag

Was tun gegen Kalk?

Mein Nachmittag