Stand: 12.11.2018 12:08 Uhr

Waschmittel: Tricks mit der Verpackungsgröße

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Mit dem richtigen Waschmittel wird Wäsche schonend sauber.

Wäsche waschen ist fast schon eine Wissenschaft. Bevor sich die Waschtrommel dreht, müssen Verbraucher viele Entscheidungen treffen: Welches Waschmittel soll es sein - Waschpulver, Flüssigwaschmittel oder Waschkapseln? In welcher Verpackung sollte man es kaufen: kompakt oder groß? Bei welcher Temperatur wirkt es am besten? Und welches Waschprogramm ist das richtige?

Verschiedene Packungen Waschmittel auf einem Tisch

Waschmittel: Tricks mit der Verpackungsgröße

Markt -

Viele Hersteller bieten Waschmittel in unterschiedlich großen Verpackungen an, die ähnlich aussehen. Trotz gleicher Handelsnamen können die Produkte sich in der Zusammensetzung unterscheiden.

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Das richtige Waschmittel für jede Wäsche

  • Vollwaschmittel reinigt alle weißen und pflegeleichten Textilien. Als Pulver bleicht es sie dabei. So bleiben sie schön weiß. Deshalb sollte man es auch auf keinen Fall für Buntwäsche benutzen.

  • Farbige Kleidung sollte stattdessen mit einem Colorwaschmittel gewaschen werden. Es pflegt die Farben und Fasern. Außerdem verhindert es, dass sich die Farbe ablöst und auf anderen Stoffen wieder absetzt.

  • Ähnlich wie Colorwaschmittel wirken Feinwaschmittel, die das Wasser stärker schäumen lassen.

  • Wer Wolle wäscht, kommt um ein Wollwaschmittel nicht herum. Weil Wolle dem menschlichen Haar sehr ähnelt, ist es in seiner Zusammensetzung mit Shampoo vergleichbar. Die Enzyme der herkömmlichen Waschmittel würden die Wollfasern zerstören.

Pulver, Flüssigwaschmittel oder Kapseln?

Waschmittel gibt es als Pulver, flüssig oder in Kapseln. Bei Waschkapseln, auch Caps oder Pads genannt, handelt es sich um kleine, mit Flüssigwaschmittel gefüllte Gelkissen.

Flüssigwaschmittel und somit auch Waschkapseln enthalten mehr waschaktive Substanzen (Tenside) als Waschpulver. In großen Flaschen abgefüllte Flüssigwaschmittel enthalten Konservierungsstoffe, damit sich keine Mikroorganismen darin vermehren können. Das ist schädlich für die Gewässer und die Umwelt. Experten raten deshalb zum Waschpulver.

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Markt

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Nachteile von Waschkapseln

Pro Wäscheladung sind Waschkapseln in der Regel teurer als Pulver oder Flüssigwaschmittel aus der Flasche - bei gleicher Reinigungswirkung. Weitere Nachteile:

  • Ein individuelles Dosieren ist nicht möglich, etwa bei wenig verschmutzter Wäsche.
  • Für kleine Wäscheladungen ist der Inhalt einer Waschkapsel zu viel. Die Überdosierung schadet der Umwelt und dem Geldbeutel, weil das Waschmittel schneller verbraucht ist.
  • Weil Waschkapseln klein und bunt sind, können Kinder und Menschen mit Demenz sie mit Süßigkeiten oder Medikamenten verwechseln.

Das sagen die Hersteller von Waschkapseln

Zum hohen Preis schreibt Henkel, der Hersteller von Spee und Persil, dass sich Kapseln vom restlichen Sortiment unterschieden, das gelte auch "für die Herstellkosten". Rossmann schreibt, dass "die Produktion dieses innovativen Formates (…) mit entsprechenden Kosten einhergeht". Bei Procter & Gamble als Hersteller von Ariel und Lenor stecken "weitreichende Investitionen (…) und jahrelange Produktentwicklung" in den Caps. Generell ließen sich die Caps nicht mit anderen Waschmittelformen vergleichen, was die Waschkraft betrifft, schreiben Rossmann, dm und Procter & Gamble.

Zur eingeschränkten Dosierbarkeit von Waschkapseln schreibt Rossmann, dass "bei besonders verschmutzter Wäsche (…) auch einfach zwei Caps" genommen werden könnten. Henkel empfiehlt ebenfalls zwei Caps "für größere Füllmengen". Procter & Gamble rät "von halben Waschladungen (...) aus Nachhaltigkeitsaspekten" ab.

Waschmittel: Unterschiede bei Bleichmitteln

Einige Hersteller bieten Waschmittel in kleiner und großer Verpackung an. Doch nicht in allen Fällen handelt es sich um das gleiche Waschmittel - obwohl die Verpackungen ähnlich aussehen. Das zeigt eine Stichprobe von Markt. Verglichen wurde der Inhalt dieser Waschmittel:

  • Persil Universal Vollwaschmittel, 20 Waschladungen, 27 Cent pro Waschladung
  • Persil Universal Vollwaschmittel, 65 Waschladungen, 27 Cent pro Waschladung
  • Ariel Actilift compact Vollwaschmittel, 18 Waschladungen, 30 Cent pro Waschladung
  • Ariel Actilift Vollwaschmittel, 65 Waschladungen, 28 Cent pro Waschladung
  • Formil Ultra Plus von Lidl, 30 Waschladungen, 13 Cent pro Waschladung
  • Formil Aktiv von Lidl, 65 Waschladungen, 11 Cent pro Waschladung

Bei Persil Universal findet man auf den Packungen keinen Hinweis darauf, dass sich die Inhaltsstoffe unterscheiden. Die Aufmachung und die Dosierempfehlung sind identisch. Bei der kleinen Packung steht aber der Anteil an Bleichmittel auf Sauerstoffbasis an erster Stelle, bei der großen Packung erst an zweiter Stelle. Der Grund Laut Persil: Es gab eine "zwischenzeitliche Umstellung der internen Deklarationsrichtlinie", beide enthielten aber dieselbe Formel.

Bei der kleinen Packung Ariel Actilift compact steht Bleichmittel auf Sauerstoffbasis an erster Stelle der Inhaltstoffe, auf der großen Packung Ariel Actilift erst an zweiter Stelle. Den Duftstoff Coumarin findet man nur in der kleinen Packung, die Wasser enthärtenden Zeolithe dagegen nur in der großen Packung.

Auch beim Waschmittel von Lidl steckt in der kleinen Packung ein größerer Anteil an Bleichmitteln. Das wird durch die Kennzeichnungen "Ultra Plus" und "Vollwaschmittelkonzentrat" deutlich.

Tipps für die perfekte Wäsche

  • Nie bei 90 Grad: Temperaturen über 60 Grad verhindern, dass die Waschenzyme in den Waschmitteln von heute ihre Wirkung entfalten können - sie werden bei den hohen Temperaturen zerstört und unwirksam.

  • Temperatur so niedrig wie möglich: Bis zu 90 Prozent der verbrauchten Energie wird dazu aufgewendet, das Wasser zu erhitzen. Auch 60 Grad ist nur nötig, wenn es im Haushalt eine ansteckende Krankheit oder besonders empfindliche Bewohner gibt. 30 Grad reichen völlig, um die meisten Keime abzutöten.

  • Länger waschen spart Energie: Lieber einen längeren Waschgang bei niedrigerer Temperatur wählen - da wird die Wäsche genauso sauber und man spart sehr viel Energie. Drei Stunden bei 30 Grad zu waschen bringt eine ähnliche Waschleistung wie eine Stunde bei 60 Grad, spart aber die Hälfte der Energie! Das Wasser muss nicht so stark aufgeheizt werden und das Waschmittel hat genug Zeit, um zu wirken.

  • Achtung Bakterien: Einen Nachteil hat das Waschen bei geringeren Temperaturen: In der Maschine können sich Keime bilden, die schlechte Gerüche verursachen. Um das zu verhindern, einmal im Monat eine 60 Grad Wäsche laufen lassen und - wichtig - dabei ein Vollwaschmittelpulver verwenden. Das enthält Bleichmittel und tötet Keime besonders effektiv. Außerdem das Pulverfach regelmäßig reinigen und die Tür so oft wie möglich offen stehen lassen.

  • Keine Angst vorm Schleudern: Baumwolle leidet kaum im Schleudergang, da die Textilien nicht gegeneinander reiben, sondern während des Schleuderns fest gegen die Trommel der Waschmaschine gedrückt werden. Und der Energieverbrauch ist beim Schleudern geringer als wenn nassere Wäsche längere Zeit im Trockner verbringen muss. Der Nachteil allerdings: Schleudern lässt Wäsche knittern.

Weichspüler kann Umwelt schädigen

Weichspüler machen die Wäsche nicht nur weich, sondern sorgen für einen blumigen Duft. Beim Waschen gelangt der Weichspüler erst im letzten Spülgang an die Wäsche. Das Mittel legt sich auf die Fasern und wird nicht mehr abgespült. Dadurch trocknen Handtücher zum Beispiel hinterher schlechter. Auch im Hinblick auf die Umwelt sind Weichspüler problematisch, weil sie Gewässer belasten können. Tipp: Am besten trocknet Wäsche an der frischen Luft. Durch das Tragen wird sie automatisch weich.

Enthärter im Vollwaschmittel meist ausreichend

Auch zusätzliche Enthärter müssen meist nicht mit in die Waschmaschine. Hält man sich genau an die Dosierungsanleitung auf der Packung, reichen die im Waschmittel enthaltenen Enthärter aus. Nur bei sehr hartem Wasser kann die Verwendung sinnvoll sein. Die Wasserhärte erfährt man beim örtlichen Wasserversorger.

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Dieses Thema im Programm:

Markt | 12.11.2018 | 20:15 Uhr

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