Stand: 30.08.2018 11:48 Uhr  | Archiv

Neuer Abgastest führt wohl zu höherer Kfz-Steuer

In Wolfsburg werden VW-Fahrezeuge dem neuen WLTP-Abgastest unterzogen. © Volkswagen AG / dpa
Ab 1. September 2018 müssen alle Neufahrzeuge den WLTP-Abgastest durchlaufen.

Ab 1. September 2018 müssen neu zugelassene Fahrzeuge europaweit den Abgas- und Verbrauchstest WLTP (Worldwide Harmonized Light-Duty Vehicles Test Procedure) durchlaufen haben. Das neue Testverfahren ist deutlich realistischer und strenger als das bisherige Prüfverfahren NEFZ (Neuer Europäischer Fahrzyklus). Experten rechnen damit, dass die Emissionswerte für viele aktuelle Automodelle nach dem Durchlaufen des neuen Prüfverfahrens deutlich nach oben korrigiert werden müssen.

Weil die Emissionswerte auch als Grundlage zur Berechnung der Kfz-Steuer dienen, drohen Autokäufern bei der Neuzulassung auch höhere jährliche Kosten. Nach Berechnungen des ADAC können es je nach Modell bis zu 70 Prozent mehr sein. Experten des CAR-Instituts der Universität Duisburg-Essen gehen von einer durchschnittlichen Erhöhung um 52 Euro aus. Fahrzeuge, die vor dem 1. September 2018 zugelassen wurden, sind von der Erhöhung nicht betroffen.

Günstige Preise für junge Gebrauchte?

Viele Autohersteller kommen derzeit mit den Tests ihrer Neuwagen nicht mehr hinterher, das führte unter anderem bei VW zu Lagerschwierigkeiten. Experten gehen davon aus, dass viele Autohändler und Hersteller Fahrzeuge noch vor dem Stichtag zulassen und dann zu den alten Bedingungen günstig als Gebrauchte anbieten, um ihre Lagerbestände zu reduzieren. Verbraucher, die einen Autokauf planen, sollten deshalb jetzt auf dem Gebrauchtwagenmarkt nach günstigen Fahrzeugen Ausschau halten.

Unterschiedliche Angaben für Verbrauchswerte

Verwirrend für den Verbraucher ist, dass die Energielabel in Werbeprospekten für Neufahrzeuge zunächst weiterhin die deutlich besseren Verbrauchswerte nach dem NEFZ-Prüfverfahren enthalten dürfen. Eine Verordnung zur Kennzeichnung von Neufahrzeugen nach dem WLTP-Verfahren will die Bunderegierung im ersten Quartal 2019 auf den Weg bringen. Bei vielen Herstellern sind allerding bereits heute die WLTP-Werte zusätzlich ausgewiesen. Das hat zur Folge, dass Verbraucher durch verschiedene Verbrauchswerte zum gleichen Fahrzeug verwirrt werden. Auch in den Fahrzeugpapieren sollen bis 2020 die Werte nach beiden Verfahren parallel festgehalten werden.

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NDR Info | Wirtschaft und Soziales | 21.08.2018 | 07:41 Uhr

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