Stand: 06.11.2016 08:56 Uhr

Vitamin D: Präparate nicht immer sinnvoll

von Jennie Radü

Vitamin D soll vor vielen Krankheiten schützen, zum Beispiel Karies, Grippe, Herzinfarkt, Diabetes, Depressionen, Osteoporose und sogar Krebs. Einem Mangel an Vitamin D sollen Präparate vorbeugen, die vor allem im Herbst und Winter beworben werden. Denn in der dunklen Jahreszeit produziert der Körper nur wenig Vitamin D. Doch der Nutzen der Vitamin-D-Präparate ist bei Experten umstritten.

So viel Vitamin D enthalten Lebensmittel

Sonnenlicht fördert Bildung von Vitamin D

Vitamin D steckt in Nahrungsmitteln wie fettem Fisch, Eiern, Pilzen und Milchprodukten. Doch der Gehalt ist meist zu gering, um den täglichen Vitamin-D-Bedarf von 20 Mikrogramm zu decken. Wichtiger für den Vitamin-D-Spiegel im Körper ist die Sonne: Treffen UVB-Strahlen auf die Haut, bilden Niere und Leber das Vitamin. Je nach Hauttyp sind bereits 5 bis 25 Minuten Sonnenlicht pro Tag ausreichend. Allerdings kann starke Sonnencreme die Bildung von Vitamin D verhindern. Überschüssiges Vitamin D speichert der Körper und nutzt es zum Beispiel in der dunklen Jahreszeit.

Gefahr der Überdosierung

Die Einnahme von Vitamin-D-Präparaten kann für Menschen sinnvoll sein, deren Haut wenig Sonnenlicht abbekommt, zum Beispiel Säuglinge, Schichtarbeiter und Bettlägerige. Bei Vitamin-D-Präparaten aus der Apotheke oder Drogerie besteht jedoch die Gefahr der Überdosierung. Die Folgen können Muskelschmerzen, Erbrechen und Nierenprobleme sein. Deshalb sollte man Vitamin-D-Präparate nur nach Rücksprache mit einem Arzt einnehmen.

Nutzen umstritten

Ob Vitamin D als Nahrungsergänzungsmittel tatsächlich Krankheiten verhindern kann, ist selbst bei Experten umstritten. Gesundheitswissenschaftlerin Ingrid Mühlhauser rechnet in den nächsten drei Jahren mit ersten Studienergebnissen.

Lukratives Geschäft

Für die Pharmaindustrie sind Vitamin-D-Präparate ein Millionengeschäft. Allein in Apotheken hat sich der Verkauf in Deutschland seit 2010 mehr als verdoppelt. Außerdem werden Vitamin-D-Tabletten in Drogerien angeboten.

Weitere Informationen

Vitamin D: Mangel in der dunklen Jahreszeit

Mindestens 60 Prozent der Deutschen haben im Winterhalbjahr zu wenig Vitamin D im Blut. Zeichen für einen Vitaminmangel können Abgeschlagenheit und Gliederschwäche sein. mehr

Diskussion um Vitamin D: Stellungnahme von Markt

Zum Beitrag "Vitamin D: Präparate nicht immer sinnvoll" haben uns viele Zuschriften unserer Zuschauer erreicht - kritische, ausgewogene und positive Stimmen. All diese Zuschriften haben wir uns durchgelesen und daraufhin auch noch einmal unseren Beitrag überprüft.

Zusammenfassend möchten wir betonen, dass es zum Thema Vitamin D durchaus unterschiedliche Studien und Auffassungen gibt und wir uns damit auch im Vorfeld des Beitrages intensiv beschäftigt haben. Im Internettext zu diesem Beitrag weisen wir zum Beispiel auf bestimmte Personengruppen hin, bei denen eine zusätzliche Einnahme von Vitamin D durchaus sinnvoll sein kann.

Als kritisches Wirtschafts- und Verbrauchermagazin betrachten wir es aber als unsere journalistische Pflicht, bei Massenphänomenen wie der steigenden Einnahme von hochdosiertem Vitamin D auch die Zweifler, Mahner und Warner zu Wort kommen zu lassen - im konkreten Fall sogar auf mehrfachen Hinweis von Ärzten und Apothekern.

Deshalb haben wir im Beitrag drei renommierten Experten die Möglichkeit eingeräumt, ihre Meinung über die Vitamin-D-Spiegel-Tests, die Möglichkeit einer Überdosierung und den Nutzen einer Selbstmedikation zu äußern. Auch Zweifeln am behaupteten Vielfachnutzen eines einzelnen Vitamins haben wir Raum gegeben. Das halten wir im Gesamtangebot der Medien zu diesem Thema für unsere journalistische Pflicht.

Natürlich ist es jedem Erwachsenen freigestellt, einen (möglichst soliden) Vitamin-D-Test machen zu lassen und sich danach (im bestem Fall nach Beratung mit seinem Hausarzt) für eine zusätzliche Einnahme von Vitamin D zu entscheiden - oder eben auch nicht. Da es aber nach wie vor unterschiedliche Angaben dazu gibt, wie viel Vitamin D für jeden einzelnen Menschen gut und ausreichend ist und ob ein punktuell festgestellter Mangel automatisch gesundheitliche Folgen hat, halten wir auch hier eine mahnende und kritische Wortmeldung für angebracht.

Trotzdem sind wir immer offen und dankbar für jede fundierte Kritik unserer Zuschauer und halten schon die intensive Diskussion auf unserer Internetseite für einen Erfolg unseres Beitrages, auch wenn wir aus Zeitgründen leider nicht auf jeden Eintrag im Einzelnen werden eingehen können.

Ihre Markt Redaktion

Dieses Thema im Programm:

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