Drei Kekspackungen und zwei Fertigsoßen: Die Kandidaten für die Wahl zur "Mogelpackung des Jahres" 2021. © Verbraucherzentrale Hamburg

Verbraucherzentrale sucht "Mogelpackung des Jahres 2021"

Stand: 06.01.2022 11:21 Uhr

Diesen Titel möchte niemand gern gewinnen: Die Verbraucherzentrale Hamburg sucht wieder die "Mogelpackung des Jahres". Zur Auswahl stehen fünf Produkte. Die Online-Abstimmung läuft bis zum 24. Januar.

Weniger Ware zum selben Preis oder nur unwesentlich mehr zu einem höheren Preis: Bei vielen Produkten wie Lebensmitteln, Kosmetik oder Drogeriebedarf ist diese Form der versteckten Preiserhöhung mittlerweile Usus. Sogenannte Luftverpackungen sind jedoch nicht nur schlecht für den Geldbeutel, sondern auch für die Umwelt, denn sie produzieren überflüssigen Müll. Um darauf aufmerksam zu machen, sucht die Verbraucherzentrale Hamburg wieder die "Mogelpackung des Jahres".

Fünf Produkte als Mogelpackung 2021 nominiert

Fünf Produkte stehen zur Wahl, bei denen laut Armin Valet von der Verbraucherzentrale Hamburg besonders raffiniert getäuscht wird. Der Inhalt einer Verpackung schrumpft, während der Preis des Produkts unverändert bleibt. Das sind die Kandidaten:

  • Waffelblättchen "Perpetum" von Bahlsen: Neues Design, aber die Verpackung enthält statt 130 nur noch 97 Gramm. Das entspricht einer Preiserhöhung von 34 Prozent.
  • Schokoriegel "KitKat" von Nestlé: Statt bisher fünf bekommt der Verbraucher jetzt nur noch vier Riegel pro Packung, während der Preis bleibt. Das ist eine Erhöhung um 25 Prozent.
  • "Wurzener Waffelblättchen" von Griesson - de Beukelaer: Eine fast doppelt so große Umverpackung mit dem Hinweis "zwei Frischepacks" suggeriert mehr Inhalt. Statt 100 Gramm sind es aber lediglich 103 Gramm, während der Preis für das Gebäck um bis zu 27 Prozent steigt.
  • "Rahm-Soße" von Knorr: Statt drei enthält eine Verpackungseinheit jetzt nur noch zwei Fertigsoßen. Die versteckte Preiserhöhung liegt damit bei etwa 50 Prozent.
  • "Paprika-Sauce" von Homann: Auch bei diesem Produkt ist weniger Soße im Glas als bisher - 400 statt 500 Milliliter. Je nach Händler steigt der Preis so um bis zu 88 Prozent. Außerdem enthält das Produkt nun deutlich mehr Zucker.

Etwa 2.000 Beschwerden sind im vergangenen Jahr bei der Verbraucherzentrale eingegangen. Daraus ist die Shortlist mit den fünf Nominierungen entstanden.

Verbraucher können online abstimmen

Welches Produkt erhält den Titel? Darüber können Verbraucher noch bis zum 24. Januar online abstimmen. Die Wahl findet bereits zum achten Mal statt. Auf ihrer Website informiert die Verbraucherzentrale außerdem im Detail über Tricks der Lebensmittelhersteller, um Preiserhöhungen zu verstecken und nennt aktuelle Beispiele für Mogelpackungen. Konsumenten können dort per E-Mail eigene Beobachtungen melden.

Weitere Informationen
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Dieses Thema im Programm:

NDR 90,3 | NDR 90,3 Aktuell | 06.01.2022 | 13:00 Uhr

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