Stand: 17.12.2019 14:14 Uhr  - Hallo Niedersachsen

Weihnachtsgeschenke umtauschen - aber wie?

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Auch wenn das Geschenk nicht gut ankommt, der Händler muss es nicht zurücknehmen.

Die Farbe des neuen Handys gefällt nicht, die schicke Jacke ist leider zu klein. Nicht jedes Geschenk, das unter dem Christbaum liegt, kommt gut an. Kein Problem, denken viele, man kann ja umtauschen. Doch so einfach ist das nicht. In vielen Fällen muss der Kunde darauf hoffen, dass sich der Händler kulant zeigt.

Gibt es ein Recht auf Umtausch?

Ist die gekaufte Ware frei von Mängeln, hat der Kunde grundsätzlich keinen Anspruch auf Umtausch. Es gilt: gekauft ist gekauft. Dass der Artikel nicht gefällt oder passt, reicht zur Begründung nicht aus. Dennoch sind viele Händler bereit, Waren freiwillig zurückzunehmen - aus Kulanz. Die Bedingungen dafür können sie selbst festlegen. So kann der Verkäufer statt Bargeld einen Warengutschein ausgeben oder den Umtausch zeitlich begrenzen. Manche Händler drucken ihre Umtausch-Bedingungen bereits auf die Kassenzettel. Den Beleg sollte man in jedem Fall gut aufheben, denn ohne ihn klappt der Umtausch kaum.

  • Tipp: Schon beim Kauf schriftlich zusichern lassen, dass und zu welchen Bedingungen umgetauscht werden kann (z.B. "Rückgabe gegen Bargeld innerhalb von 14 Tagen möglich").

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Gilt das ohne Ausnahmen?

Wer nicht im Laden, sondern im Internet-Handel, aus dem Katalog oder am Telefon gekauft hat, steht besser da. Einen solchen "Fernabsatzvertrag" kann der Kunde innerhalb von zwei Wochen nach Erhalt der Ware widerrufen. Die Wirkung ist mit einem Umtausch vergleichbar. Der Kunde sendet die Ware zurück und bekommt den Kaufpreis erstattet. Das gilt jedoch nur bei Käufen von einem gewerblichen Händler. Privatpersonen, die etwa per Kleinanzeige etwas verkaufen, müssen die Ware nicht zurücknehmen.

  • Tipp: Bestimmte Waren sind vom Umtausch ausgeschlossen, etwa DVDs, wenn das Siegel nach der Lieferung geöffnet wurde, frische Lebensmittel oder Spezialanfertigungen wie Maßanzüge.

  • Tipp: Weihnachtsgeschenke höchstens zwei Wochen vor dem Fest liefern lassen, sonst können sie nach Heiligabend nicht mehr zurückgegeben werden. Manche Händer verlängern die Rückgabefrist freiwillig.

Und wenn die Ware defekt ist?

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Bei defekter Ware hat der Händler das Recht, nachzubessern.

Ganz andere Regeln gelten, wenn die gekaufte Ware einen Mangel hat. Dann kann der Kunde zwei Jahre lang reklamieren. Das heißt aber nicht, dass der Händler sofort den Kaufpreis erstatten muss. Er hat die Möglichkeit, den Defekt zu reparieren oder die Ware gegen ein Produkt ohne Mängel zu tauschen. Sind nach dem Kauf mehr als sechs Monate vergangen, muss der Kunde nachweisen, dass der Mangel schon beim Kauf bestanden hat - auch wenn er nicht sofort erkennbar war.

  • Tipp: Wer einen Fehler feststellt, sollte sofort reklamieren.

Muss ich beim Hersteller reklamieren?

Manche Händler verweisen bei Reklamationen an den Hersteller der Ware. Grundsätzlich ist jedoch innerhalb der gesetzlichen Gewährleistung der Verkäufer der Ansprechpartner. Nur wenn ein Hersteller eine weiterführende Garantie einräumt, etwa für ein drittes Jahr, muss sich der Kunde an ihn wenden.

  • Tipp: Beim Händler mit Verweis auf die Rechtslage darauf bestehen, dass er sich um die Reklamation kümmert.

Kein Umtausch bei reduzierter Ware?

Wenn Produkte zum reduzierten Preis verkauft wurden, gelten die gleichen Regeln wie beim vollen Kaufpreis. Hat die Ware also einen Mangel, auf den vor dem Kauf nicht hingewiesen wurde, kann der Kunde reklamieren und verlangen, dass nachgebessert wird.

Wie sieht es mit Gutscheinen aus?

Gutscheine sind eine Möglichkeit, Ärger beim Umtausch zu vermeiden. Der Beschenke kann sich die Ware selbst aussuchen und ausprobieren. Allerdings gelten Gutscheine nicht unbegrenzt. Der Händler kann eine Verfallsfrist eintragen, die aber nicht weniger als ein Jahr betragen sollte. Wurde nichts anderes vereinbart, gilt ein Gutschein drei Jahre lang. Bargeld muss der Händler für den Gutschein nicht auszahlen.

  • Tipp: Die Gültigkeitsdauer des Gutscheins vor dem Kauf klären und vermerken lassen.

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Dieses Thema im Programm:

Hallo Niedersachsen | 27.12.2018 | 19:30 Uhr

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