Stand: 16.11.2018 09:05 Uhr  | Archiv

Tiefkühlkost: Beim Auftauen Keime vermeiden

Ein Tiefkühl-Gericht in einer Pfanne. © fotolia Foto: Yvonne Bogdanski
Tiefkühlgerichte sind schnell zubereitet - und sind fast genauso gesund wie frische Lebensmittel.

Tiefkühlkost ist praktisch: Eingefrorene Lebensmittel wie Fisch, Fleisch und Gemüse sind lange haltbar und lassen sich meist mit wenig Aufwand zubereiten. Richtig zubereitet sind die Tiefkühlprodukte fast genauso gesund wie frische. Doch beim Auftauen und Zubereiten gibt es einiges zu beachten, damit wertvolle Inhaltsstoffe wie Vitamine und Mineralien erhalten bleiben.

Obst und Gemüse: Gefroren oder frisch?

Frisches Obst und Gemüse ist meist zwei bis vier Tage unterwegs, bevor es im Laden erhältlich ist. In dieser Zeit geht ein Großteil der Vitamine durch Wärme, Licht und Sauerstoff verloren. Werden Obst und Gemüse gleich nach der Ernte gewaschen, blanchiert und schockgefrostet, bleiben die meisten Vitamine erhalten:

  • Beim Blanchieren wird Obst und Gemüse kurz in kochendem Wasser vorgegart. Das ist der erste Schritt zur Haltbarkeit, denn so werden Keime abgetötet und der Zersetzungsprozess unterbrochen. Farbe und Aussehen bleiben nahezu unverändert.
  • Beim Schockfrosten wird das blanchierte Obst und Gemüse innerhalb kürzester Zeit bei minus 50 bis 70 Grad komplett durchgefroren. Dabei bleibt die Zellstruktur erhalten, kein Wasser kann ins Gefriergut gelangen.

Auftauen und Gefrierbrand vermeiden

Damit Vitamine und Mineralstoffe auf dem Weg vom Supermarkt bis zur Küche erhalten bleiben, sollten tiefgefrorene Lebensmittel nicht auftauen. Zum Transport am besten eine isolierte Tüte oder Tasche verwenden und die Ware so schnell wie möglich im Gefrierschrank verstauen. Die Verpackung sollte gut verschlossen sein, die Temperatur konstant - sonst droht Gefrierbrand. Dieser entsteht, wenn die Oberfläche des Lebensmittels leicht antaut und Wasser freigesetzt wird. Das Wasser verdampft und trocknet das Gefriergut an dieser Stelle aus.

Fisch unter fließendem Wasser auftauen

Zum Schutz vor Gefrierbrand ist Tiefkühlfisch oft mit einer Wasserschicht glasiert. Der Eisüberzug kann vor dem Zubereiten unter fließendem Wasser abgewaschen werden. Den Fisch nicht bei Zimmertemperatur, sondern im Kühlschrank auftauen. Dabei sollte der Fisch nicht mit dem Tauwasser in Berührung kommen, denn darin sammeln und vermehren sich schnell Keime.

Gemüse drei Minuten kochen

Bei der richtigen Zubereitung von Tiefkühlprodukten gibt es Unterschiede. Am besten immer genau nach der Anleitung auf der Verpackung auftauen und kochen. Die Hersteller haben den optimalen Zubereitungsprozess in der Regel genau getestet. Gemüse wird meist in gefrorenem Zustand verwendet. Kurz vor dem Essen für drei Minuten in kochendem Wasser garen, so bleiben möglichst viele Vitamine erhalten.

Aufgetaute Lebensmittel wieder einfrieren?

Das Wiedereinfrieren von aufgetauten Lebensmitteln ist laut Deutschem Tiefkühlinstitut möglich, vor allem bei gegarten oder hoch erhitzen Lebensmitteln. Aufgetaute Ware sollte man möglichst schnell wieder einfrieren. Denn im aufgetauten Zustand breiten sich Mikroorganismen aus und bei längerer Lagerung im Kühlschrank können Lebensmittel verderben. Beim Wiedereinfrieren gehen wichtige Nährstoffe verloren. Um mögliche Keime abzutöten, sollten wiedereingefrorene Produkte vor dem Verzehr gründlich erhitzt werden.

Weitere Informationen
Tiefgefrorenes Gemüse liegt zum Auftauen auf einem Teller © Picture-Alliance / BSIP

Richtig einfrieren - so geht's

Einfrieren ist praktisch, um Obst, Gemüse, Fleisch oder Brot längere Zeit zu lagern. Welche Lebensmittel eignen sich? mehr

Dieses Thema im Programm:

Markt | 19.11.2018 | 20:15 Uhr

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Ernährung

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