Stand: 23.03.2015 16:13 Uhr  | Archiv

Telekom-Kunden: Ärger um IP-Telefonie

von Rainer Müller-Delin

Bis 2018 will die Telekom alle Telefonanschlüsse auf die Internet-Technologie Voice-over-IP umstellen. Alle Verbindungen wie Telefonieren, Surfen, Mailen, Faxen oder Fernsehen werden dann über das Internet hergestellt. Doch nach der Umstellung auf die IP-Technologie berichten Kunden immer wieder von Störungen und Ausfällen.

Wie funktioniert die Umstellung?

Das ändert sich für Telekom-Kunden:

  • Wer bereits einen Internetanschluss hat, kann sein altes Telefon in der Regel weiter nutzen, muss aber einen neuen Router anschließen. Ein Router ist eine Art Empfangsgerät für das Internet.
  • Wer bisher nur ausschließlich einen Telefonanschluss genutzt hat, muss nichts unternehmen.
  • Kunden, deren Verträge auslaufen, werden zum Umstieg aufgefordert. Wer das nicht möchte, erhält vier Monate vor Vertragsende eine fristgerechte Kündigung.
  • Wer einen neuen Vertrag mit der Telekom abschließt, kann nur noch einen digitalen Anschluss mit IP-Technologie buchen.

Welche Vorteile hat die IP-Technologie?

Die Telekom verspricht mit einem IP-basierten Anschluss exzellente Sprachqualität ohne Hall und Rauschen ("HD-Qualität"), bis zu zehn Rufnummern und eine höhere Übertragungsgeschwindigkeit. "Unsere Dienste werden dadurch schneller, stabiler und billiger", heißt es bei der Telekom.

Und welche Nachteile bringt die Umstellung?

Nach der Umstellung auf die IP-Technologie häufen sich die Kundenbeschwerden. Einige können wochenlang weder Telefon noch Internet nutzen. Mal ist der Router kaputt, mal hat der Techniker einen Fehler gemacht, mal hat es einen Bearbeitungsfehler gegeben und manchmal kommt alles zusammen. Die größten Nachteile:

  • Bei einem Stromausfall kann man mit der neuen Technologie nicht mehr telefonieren. Es wird immer ein Router benötigt, der am Stromnetz hängt.
  • Probleme kann es mit Hausnotrufen und Alarmanlagen geben, die nicht IP-fähig sind. Auf solche Geräte sollten Kunden die Telekom aufmerksam machen.
  • Nach Ansicht von Datenschützern überträgt die Telekom per IP alle Daten unverschlüsselt. Bei einem Hackerangriff könnte das zum Beispiel für Anwälte, Ärzte oder Steuerberater zum Problem werden, weil sie Informationen über ihre Klienten und Patienten schützen müssen.

Dieses Thema im Programm:

Markt | 23.03.2015 | 20:15 Uhr

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