Stand: 20.08.2018 12:34 Uhr  | Archiv

Stromverbrauch: Energielabel richtig verstehen

von Anneke Müller
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Viele Verbraucher achten beim Kauf von Elektrogeräten auf das Energielabel.

Wenn ein grünes "A+" auf einem Kühlschrank prangt, sieht das nach einem stromsparenden und somit umweltfreundlichen Gerät aus. Viele Verbraucher halten eine gute Effizienzklasse für ein Kaufargument. Laut EU-Richtlinie sollen Käufer auf einen Blick erkennen, wie sparsam ein Haushaltsgerät beim Stromverbrauch ist. Doch in der Praxis stiftet die Kennzeichnung oft Verwirrung.

Keine einheitliche Skala für alle Produkte

Ursprünglich galt für alle Haushaltsgeräte eine Energieeffizienzskala von A bis G. Wegen des technischen Fortschritts erreichen allerdings immer mehr Geräte die Spitzenklasse A. Um die Unterschiede beim Stromverbrauch trotzdem darstellen zu können, wurde die Skala für einige Geräteklassen von A+ bis A+++ erweitert. Verwirrend: Bei Waschmaschinen reicht die Skala von A+++ bis D, bei Fernsehern von A+ bis F, bei Staubsaugern von A bis G. Ob eine Effizienzklasse also gut ist oder nicht, ist produktabhängig und lässt sich oft nur mit Fachwissen beurteilen.

A+ ist nicht immer gut

Für Neugeräte sind einige Effizienzklassen nicht mehr erlaubt: Waschmaschinen, Kühl- und Gefriergeräte und Geschirrspüler weisen auf dem Energielabel zwar die Klassen A+++ bis D aus, Neugeräte müssen aber mindestens die Anforderungen für die Klasse A+ erfüllen. Das sieht sparsam aus, obwohl andere Produkte längst viel sparsamer sind.

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Höherer Stromverbrauch in der Praxis

Der Stromverbrauch von Staubsaugern wird mit leerem Staubsaugerbeutel und ohne Staub ermittelt. In der Praxis mit Staub und Beutel ist der Stromverbrauch in der Regel deutlich höher. Bei Fernsehern geben einige Hersteller den Stromverbrauch für die Werkseinstellungen an. Meist ist das Bild aber viel zu dunkel. Wird es heller eingestellt, steigt der Stromverbrauch.

Wichtig ist der absolute Stromverbrauch

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Der absolute Stromverbrauch ist in einem Kasten auf dem Energielabel angegeben, hier zum Beispiel 163 Kilowattstunden pro Jahr.

Ein großer Fernseher kann die Energieeffizienzklasse A erreichen und trotzdem mehr Strom verbrauchen als ein kleiner Fernseher der Klasse B. Der Grund: Einige Bauteile im Fernseher verbrauchen unabhängig von der Bildschirmgröße Strom, zum Beispiel das Netzteil oder elektronische Bauteile. Ihr Stromverbrauch fällt bei kleinen Geräten stärker ins Gewicht. Verbraucherschützer raten daher, auf den absoluten Stromverbrauch pro Jahr zu schauen, der ebenfalls auf dem Energielabel steht.

Dieses Thema im Programm:

Markt | 20.08.2018 | 20:15 Uhr

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