VIDEO: Spartipps bei steigenden Energiepreisen (5 Min)

Steigende Gaspreise: Wie lässt sich sparen?

Stand: 13.10.2021 10:14 Uhr

Die Heizsaison hat begonnen und könnte teuer werden. Denn der Gaspreis ist stark gestiegen. Worauf sollten Verbraucher achten, wenn sie mit Gas heizen?

Online-Vergleichsportale melden bei regionalen Gasanbietern Preiserhöhungen von mehr als zehn Prozent. Grund sind die erhöhte Nachfrage und der steigende CO2-Preis. Mit Öl und Gas zu heizen, wird in den nächsten Jahren teurer werden. Der Gaspreis könnte noch um bis zu 25 Prozent weiter steigen, schätzt die Verbraucherzentrale Niedersachsen.

Tipps zum Heizkostensparen

Heizen verbraucht im Haushalt am meisten Energie, laut Umweltbundesamt 70 Prozent. Neben baulichen Maßnahmen lässt sich mit einfachen Mitteln Geld sparen und so gleichzeitig der CO2-Ausstoß senken.

  • Ältere Fenster abdichten: Am preiswertesten sind Dichtungsbänder, die sich ausdehnen, oder selbstklebende Dichtungsstreifen aus Schaumstoff, die im Baumarkt erhältlich sind. Langlebiger und für Kunststofffenster geeignet sind Gummidichtungen.
  • Dämmen: Alte Fenstersimse sind häufig ungedämmt, unter ihnen finden sich Hohlräume, die sich mit Dämmstoff ausfüllen lassen. Auch Decken können gedämmt werden, wenn sich über ihnen ein ungedämmter Raum, etwa ein Dachboden, befindet oder es sich um ein Flachdach handelt.
  • Richtig lüften: Morgens und abends Stoßlüften statt Dauerlüften. Fenster von gegenüberliegenden Zimmern weit öffnen. Im Herbst und Frühjahr 15 Minuten lang für Durchzug sorgen, im Winter 5 Minuten. Während des Lüftens die Heizkörper abdrehen.
  • Richtig heizen: Auf die Raumtemperatur achten. Ein Grad weniger Wärme spart rund sechs Prozent Energie. In Wohnbereichen sollte sie bei 20 Grad liegen, im Schlafzimmer reichen 16 bis 18 Grad. Mit elektronischen Thermostaten an jedem Heizkörper lässt sich die gewünschte Temperatur für jeden Raum einstellen.
  • Heizung entlüften: Wenn sich Luft in der Heizung sammelt, wird sie auch bei voll aufgedrehtem Ventil nicht mehr richtig warm. Dann das Entlüftungsventil an der Seite des Heizkörpers aufschrauben, Becher unterhalten und Luft ablassen. Es gibt auch spezielle automatische Entlüftungsventile, die sich am Heizkörper anbringen lassen.
  • Gaspreise vergleichen: Prüfen sollte man die Tarife immer dann, wenn der Anbieter die Preise erhöht. Ein Anbieterwechsel lohnt sich derzeit eigentlich nur, wenn man deutlich zu viel bezahlt.

Heizung erneuern und modernisieren

Sinnvoll, wenn auch teuer, ist es, eine neue Heizung anzuschaffen. Ein Austausch der alten Heiztechnik lohnt sich angesichts deutlich steigender Gaspreise gerade besonders. Für Hausbesitzer kann sich die Investition in moderne Technik lohnen, insbesondere wenn sie auf eine Heizanlage, die eine regenerative Energiequelle nutzt, umsatteln. Dafür sind Förderungen und Zuschüsse von Bund und Ländern von bis zu 45 Prozent möglich.

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Heizungstausch frühzeitig planen

Häufig sind auch ältere Heizkessel zu groß dimensioniert, was unnötige Kosten beim Heizen verursacht. Modelle, die älter als 15 Jahre sind, können ausfallen. Nach etwa 20 Jahren ist die Lebensdauer eines Kessels erreicht. Muss die alte Heizung repariert werden, gibt es zudem meist keine Ersatzteile mehr. Deshalb sollte ein Austausch frühzeitig geplant werden, noch bevor die Heizung kaputt geht. So können sich Eigentümer in Ruhe über die verschiedenen Techniken und passende Fördermittel informieren.

Wärmepumpe oder Blockheizkraftwerk: Beratung zur neuen Heizung

Die Auswahl neuer Heizungstechniken reicht von der Wärmepumpe über Pelletheizung, Brennstoffzelle oder Blockheizkraftwerk bis hin zu verschiedenen hybriden Systemen. Diese kombinieren zwei Energieträger, also eine Erdgasheizung mit erneuerbaren Energien, beispielsweise mit einer Wärmepumpe oder Solarthermie. Doch nicht jede Technik ist für jedes Haus geeignet. Eigentümer sollten sich ausführlich informieren. Viele Verbraucherzentralen bieten Beratungen und Eignungs-Checks zur Heizungserneuerung an.

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Dieses Thema im Programm:

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