Stand: 07.10.2019 18:17 Uhr

Stau vermeiden und richtig umfahren

Die Zahl der Staus auf Autobahnen in Deutschland steigt seit Jahren: Im Vergleich zum Jahr 2010 hat sich die gesamte Staulänge bis zum Jahr 2018 fast vervierfacht. Gründe dafür sind der Anstieg des Lkw-Verkehrs und zahlreiche Baustellen, wie Stauforscher Professor Michael Schreckenberg sagt. In den nächsten 15 Jahren rechnet der Experte mit einer weiteren Zunahme von Staus.

Stau.

Stau vermeiden und richtig umfahren

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Die Zahl der Staus auf Autobahnen in Deutschland steigt seit Jahren. Wie entsteht ein Stau? Wie lässt er sich vermeiden? Und wie verhalten sich Autofahrer im Stau richtig?

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Wie entsteht Stau?

Die Hauptursache für Stau ist hohes Verkehrsaufkommen. Häufig sind Unfälle oder Baustellen die Ursache für Verzögerungen. Doch eine Vielzahl der Staus entsteht wie aus dem Nichts - sogenannte Phantomstaus.

Wenn bei hohem Verkehrsaufkommen mehrere Autos nacheinander abbremsen müssen, entsteht eine Kettenreaktion. Die Reaktionszeit des Menschen führt dazu, dass die Autofahrer in verschiedenem Maße abbremsen und anfahren. Dadurch kommt es zu unregelmäßigen Verzögerungen, der Verkehrsfluss wird instabil und kann in der Folge einbrechen. Wenn Autofahrer zudem grundlos von einer Spur auf die andere wechseln, weil sie denken, so besonders schnell voranzukommen, kann dies ebenfalls zu Staus führen. Zudem provozieren diese Spurwechsler auch Unfälle. Dann staut sich der Verkehr erst recht.

Stau auf der Autobahn vermeiden

Vor allem während der Ferien drohen vielerorts überfüllte Autobahnen, endlose Staus und lange Wartezeiten. Wer schnellstmöglich und stressfrei in die Ferien starten möchte, sollte diese Tipps beachten:

  • Nachts in die Ferien starten: Die Verkehrsdichte ist deutlich geringer, aber Vorsicht: Ermüdungserscheinungen, eingeschränkte Sicht und Blendungen können zur Gefahr werden.

  • Berufszeiten meiden: Wochentags zwischen 7 und 9 Uhr und 15 bis 18 Uhr ist das Verkehrsaufkommen besonders hoch.

  • Nicht Mittwoch oder Donnerstag reisen: Laut einer Auswertung des ADAC kommt es an diesen Tagen besonders häufig zu Staus, besser fließt der Verkehr am Wochenende.

  • Stau umfahren: Achtung, oft sind Umgehungsstrecken auch überlastet. Aber wer zur Navigation das Smartphone nutzt, bekommt häufig sinnvolle Ausweichrouten mit Echtzeitdaten vorgeschlagen.

Richtiges Verhalten im Stau

Mit den Tipps des ADAC verhalten Sie sich im Stau richtig:

  • Rettungsgasse bilden: Sobald ein Stau entsteht, also bereits bei stockendem Verkehr, müssen Autofahrer eine Rettungsgasse bilden. Die Rettungsgasse wird immer zwischen dem linken und den übrigen Fahrstreifen gebildet.

  • Standstreifen freihalten: Auf der Standspur darf kein Fahrzeug fahren. Wer dennoch den Standstreifen nutzt, riskiert 75 Euro Bußgeld und einen Punkt. Einzige Ausnahme ist hier, wenn Verkehrszeichen die Nutzung des Standstreifens ausdrücklich erlauben. 

  • Nicht Aussteigen: Laut Straßenverkehrsordnung ist es auch im Stau nicht erlaubt, auf der Autobahn aus dem Auto auszusteigen. Das Betreten der Fahrbahn ist nur erlaubt, um einen Unfall abzusichern. Ein Verstoß wird mit einem Verwarnungsgeld von 10 Euro geahndet.

  • Achtung beim Überholen: Rechts überholen ist nur dann erlaubt, wenn der Verkehr auf dem linken Fahrstreifen steht oder mit höchstens 60 km/h fährt. Bei stehendem Verkehr darf man rechts mit maximal 20 km/h vorbeifahren. Ist der Verkehr auf dem linken Fahrstreifen in Bewegung, darf rechts mit einer Differenzgeschwindigkeit von höchstens 20 km/h überholt werden. Wer sich nicht daran hält, riskiert eine Geldbuße von 100 Euro sowie einen Punkt.

  • Niemals rückwärts fahren und wenden: Das ist natürlich auch im Stau tabu - es sei denn, die Polizei fordert dazu auf. Sonst drohen eine Geldbuße bis zu 200 Euro, zwei Punkte und ein Monat Fahrverbot.

  • Nicht mit dem Handy telefonieren: Auch während eines Staus ist das Telefonieren ohne Freisprechanlage strikt verboten, sofern der Motor nicht ausgeschaltet ist. Wer sich nicht daran hält, muss mit einem Bußgeld von 100 Euro bis 200 Euro, zwei Punkten und einem Fahrverbot rechnen.

  • Das Beste daraus machen: Wenn man doch im Stau steht, hilft es, den An- und Abreisetag als Teil des Urlaubs zu sehen. Gibt es in der Nähe lohnenswerte Ziele, die für eine längere Pause besucht werden können?

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Dieses Thema im Programm:

Markt | 07.10.2019 | 20:15 Uhr

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