Stand: 05.01.2018 19:00 Uhr

So schützen Sie Ihr Haus gegen Hochwasser

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Seesen im Harz im August 2017: Überschwemmungen werden häufiger.

Nach extremen Regenfällen, die immer häufiger auftreten, besteht die Gefahr, dass ganze Wohngebiete überschwemmt und Häuser verwüstet werden. "Das Neue ist, dass durch diese Starkniederschläge eben auch auf dem platten Land, ohne einen Fluss in der Nähe, Hochwasser oder Sturzfluten entstehen können, die dann in kurzer Zeit zu großen Schäden führen können", erklärt der Geo-Risikoforscher Peter Höppe von der Münchener Rück. "Ich denke, das muss erst noch in das Bewusstsein von vielen Menschen eindringen, dass das auch wirklich eine Gefährdung ist, die jedermann treffen kann." Was kann und sollte jeder Hausbesitzer tun, um sein Zuhause hochwasserfest zu machen?

Schwachstellen überprüfen

Vor allem muss das Haus auf Schwachstellen untersucht werden. Das fängt mit der Überprüfung der Lage an. Steht ein Haus etwa an einem Hang oder am Fuß einer Senke, ist es wahrscheinlicher, dass sich große Wassermassen bei einem Unwetter am Haus sammeln und dann über Kellerfenster und -türen ins Haus laufen.

Die Bausubstanz oder das Dach können weitere Schwachstellen darstellen. Wer sich unsicher ist, zieht am besten einen Experten hinzu. Eine erste Einschätzung zur Sicherheit des eigenen Hauses liefert ein Fragebogen des HochwasserKompetenzCentrums e.V. Der Verein hat die Initiative "Hochwasser-Pass" ins Leben gerufen und liefert auf seiner Website zudem konkrete Tipps zur baulichen Vorbeugung von Hochwasserschäden.

Am stärksten gefährdet: Der Keller

Der größte Schwachpunkt eines Hauses ist grundsätzlich der Keller. Anfällig ist der Gebäudeteil nicht nur gegen Hochwasser, denn auch Grundwasser kann bei großen Regenmengen steigen und nach oben gedrückt werden. Genauso wie Abwasser, das dann durch nicht gesicherte Rohre im Keller austritt. Eine Überschwemmung im Keller kann großen Schaden anrichten. Von Hausrat, Möbeln, persönlichen Dokumente oder dort gelagerten Farben oder Ähnlichem abgesehen, stellt die Heizung die größte Gefahrenquelle dar. Vor allem alte Ölheizungen drohen unter dem Wasserdruck zu platzen. Dann gibt es neben der Wasser- auch eine Ölkatastrophe im eigenen Haus.

Bauliche Vorsorge gegen Hochwasser

Weitere Links zu baulicher Vorsorge gegen Hochwasser

Hochwassersicher bauen

Die Staatskanzlei Sachsen mit einer Übersicht zu baulichen Maßnahmen gegen Hochwasser. extern

Hochwasserangepasstes Bauen

Umfassende Informationen der Wasserwirtschaftsverwaltung Rheinland-Pfalz. extern

Bauvorsorge zum Hochwasserschutz

Informationen über Baumaterialien, Bauen in Riskiogebieten, Kellerabdichtung und Regenwassermanagement. Hochwasser-ratgeber.de ist ein werbefreies Angebot eines Baustoffhändlers. extern

Um sein Haus gegen Hochwasser zu schützen, sollte es, so eine Gefährdung besteht, baulich nachgerüstet werden. Dazu gehört zum Beispiel den Keller abzudichten sowie Schutzelemente für die Fenster und gegebenenfalls mobile Hochwasserschutzwände aus Edelstahlbalken anzuschaffen. Wer neu baut, sollte schon zu diesem Zeitpunkt mögliche Überschwemmungen in die Planung miteinbeziehen. Dabei hilft unter anderem die Hochwasserschutzfibel der Bundesregierung.

Wenn das Hochwasser kommt

Hochwasserwarnungen dürfen nicht auf die leichte Schulter genommen werden. Noch mal eben etwas aus dem Keller zu holen, kann lebensgefährlich sein, etwa wenn eine Sturzflut droht oder das Wasser durch beschädigte Elektrik unter Strom gesetzt wird. Das HochwasserKompetenzCentrum hat Tipps für das richtige Verhalten bei Hochwassergefahr zusammengestellt. Dazu gehören:

  1. Sich über Radio, Fernsehen oder das Internet über den Stand von Hochwasserwarnungen und Wettermeldungen informieren.
  2. Ausreichend Wasser, Lebensmittel und Batterien einkaufen.
  3. Hilfsbedürftige Angehörige, Kinder und Haustiere in Sicherheit bringen.
  4. Keller, Tiefgaragen oder Souterrain nicht mehr betreten, wenn die Bereiche bereits vollgelaufen sind.
  5. Computer und andere technische Geräte sowie persönliche Dokumente und Fotos hochstellen - entweder auf Regale oder gleich auf den Dachboden.
  6. Auto umparken, wenn möglich.
  7. Nicht in überflutete Bereiche fahren und "Hochwassertourismus" betreiben. Damit wird nicht nur die eigene Sicherheit gefährdet, sondern auch die Arbeit von Einsatzkräften behindert.

Die Bundesanstalt für Gewässerkunde (BfG) bietet im Internet eine interaktive Karte an, auf der sich Bürgerinnen und Bürger über die konkreten Gefahren und Risiken durch Hochwasser in ihrer Region informieren können.

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