Stand: 26.02.2019 18:15 Uhr

"Regionale" Lebensmittel: So wird getrickst

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Beim Kauf von Lebensmitteln achten viele Verbraucher auf regionale Produkte.

Viele Verbraucher kaufen gern Lebensmittel aus einer bestimmten Region. Sie wollen Hersteller aus der näheren Umgebung unterstützen und unnötige Transportwege vermeiden. Das wissen auch so einige Hersteller und Händler und werben mit der angeblichen Herkunft ihrer Produkte. Auch auf vielen Wochenmärkten werden "regionale" Lebensmittel angeboten. Doch einige der vermeintlichen Lebensmittel aus der Region stammen gar nicht oder nur teilweise aus der beworbenen Region.

Gemüse bei einem Stand auf dem Wochenmarkt.

Wochenmarkt: Nicht immer "aus der Region"

Markt -

Händler auf Wochenmärkten werben gern mit der "regionalen" Herkunft ihrer Produkte. Doch teilweise haben Wurst, Fisch und Geflügel mehrere hundert Kilometer hinter sich.

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"Regional" als Marketing-Strategie

Bei Lebensmitteln ist die Kennzeichnung "regional" für viele Kunden mittlerweile das wichtigste Kaufkriterium - gefolgt von Preis und Bio-Qualität. Zu diesem Schluss kommt eine von Werbe-Psychologen durchgeführte Studie. Demnach sind viele Verbraucher dazu bereit, für "regionale" Lebensmittel mehr Geld auszugeben.

Kennzeichnung regionaler Produkte

Regionale Begriffe sind bis auf wenige Ausnahmen gesetzlich nicht geschützt. Das kritisieren Verbraucherschützer und fordern gesetzliche Vorgaben. Bisher gibt es nur zwei Siegel:

  • Die "geschützte Ursprungsbezeichnung" legt rechtlich eindeutig fest, dass Lebensmittel in allen Produktionsschritten in einem bestimmten Ort oder einer bestimmten Region hergestellt werden. Produkte mit diesem Siegel sind zum Beispiel Parmaschinken und griechischer Fetakäse.
  • Beim Siegel "geschützte geografische Angabe" muss nur der letzte Produktionsschritt in der entsprechenden Region stattfinden. Das trifft zum Beispiel auf Schwarzwälder Schinken zu.

Gesetzlich nicht geschützte Begriffe wie "Heimat" oder "Region" auf der Verpackung können bedeuten, dass die Lebensmittel aus dem Umland, aus dem Bundesland, aus Deutschland oder sogar aus dem Ausland kommen.

Verbraucherzentrale fordert Kennzeichnungspflicht

Wie weit der Weg von der Produktionsstätte "regionaler" Lebensmittel bis in den Supermarkt sein darf, ist gesetzlich nicht festgelegt. Kunden könnten sich deshalb nicht darauf verlassen, dass "regionale" Produkte tatsächlich aus der direkten Umgebung kommen, kritisieren Verbraucherschützer. Sie fordert eine eindeutige und verbindliche Kennzeichnung: Wo kommen die Rohstoffe her? Und wo werden sie verarbeitet?

Regionale Lebensmittel finden

Auf Anfrage von Markt verweist das Bundesministerium für Landwirtschaft und Ernährung auf die Initiative Regionalfenster, die sich für eine bessere Kennzeichnung regionaler Produkte einsetzt. Zu den Mitgliedern zählen Hersteller und Händler von Lebensmitteln, teilweise aus dem ökologischen Landbau. Kunden sollen sofort erkennen können, woher ein Produkt kommt. Die Kennzeichnung ist jedoch freiwillig.

Ein "Informationsportal zur Regionalvermarktung" hat das Landwirtschaftsministerium Niedersachsen gestartet. Es soll Betriebe fördern, die landwirtschaftliche Produkte vor Ort weiterverarbeiten oder regional vermarkten.

Weitere Informationen

Regionale Lebensmittel: Oft lange Transporte

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Dieses Thema im Programm:

Markt | 25.02.2019 | 20:15 Uhr

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