Stand: 11.04.2016 06:00 Uhr  | Archiv

Regionale Lebensmittel: Oft lange Transporte

von Claudia Plaß, Niels Walker

Beim Einkauf im Supermarkt achten viele Verbraucher auf die Herkunft der Lebensmittel: Oft bevorzugen sie Eier, Käse, Wurst, Obst und Gemüse aus der Region. Den Trend haben große Supermarkt-Ketten erkannt: Rewe bietet regionale Produkte unter der Marke "Rewe Regional" an. Edeka verkauft Milch und Obst aus der Region unter dem Namen "Unsere Heimat". Und Sky führt rund 200 Lebensmittel unter der Marke "Unser Norden". Doch nicht immer kommen die regionalen Produkte aus der näheren Umgebung. Zum Beispiel werden in Papenburg Kräuter produziert, die 200 Kilometer weit entfernt als Regionalprodukte angeboten werden.

Käse aus der Region: 700 Kilometer Transport

Manche Produkte werden zwar regional hergestellt, aber zur Weiterverarbeitung über weite Streckten transportiert. So produziert beispielsweise das Unternehmen Milram in Mecklenburg einen Käse mit dem Namen "Müritzer". Geschnitten und abgepackt wird im knapp 380 Kilometer entfernten Edewecht in Niedersachsen. Bis zum Supermarkt in Rostock legt der Scheibenkäse mit dem Mecklenburger Namen also insgesamt 700 Kilometer zurück.

Verbraucherzentrale fordert Kennzeichnungspflicht

Wie weit der Weg von der Produktionsstätte "regionaler" Lebensmittel bis in den Supermarkt sein darf, ist gesetzlich nicht festgelegt. Kunden könnten sich deshalb nicht darauf verlassen, dass "regionale" Produkte tatsächlich aus der direkten Umgebung kommen, kritisiert Anneke von Reeken von der Verbraucherzentrale Niedersachsen. Sie fordert eine eindeutige und verbindliche Kennzeichnung: Wo kommen die Rohstoffe her? Und wo werden sie verarbeitet?

Initiative Regionalfenster auf freiwilliger Basis

Für eine bessere Kennzeichnung regionaler Produkte setzt sich die Initiative Regionalfenster ein. Zu den Mitgliedern zählen Hersteller und Händler von Lebensmitteln, teilweise aus dem ökologischen Landbau. Kunden sollen sofort erkennen können, woher ein Produkt kommt. Die Kennzeichnung ist jedoch freiwillig.

Informationsportal zur Regionalvermarktung

Ein "Informationsportal zur Regionalvermarktung" hat das Landwirtschaftsministerium Niedersachsen gestartet. Mit 25 Millionen Euro sollen Betriebe gefördert werden, die landwirtschaftliche Produkte vor Ort weiterverarbeiten oder regional vermarkten.

Dieses Thema im Programm:

Markt | 11.04.2016 | 20:15 Uhr

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