VIDEO: Solaranlagen: Welcher Fachbetrieb kennt sich aus? (8 Min)

Photovoltaikanlagen: Vorteile, Kosten und Fördermittel

Stand: 19.08.2021 17:24 Uhr

In den letzten Jahren ist die Einspeisevergütung für Solarstrom gesunken. Trotzdem kann sich für Hausbesitzer die Investition in Photovoltaik lohnen - vor allem, wenn sie den Strom selbst nutzen.

Insbesondere Haushalte mit einem relativ hohem Stromverbrauch, etwa durch ein E-Auto, können von einer Photovoltaikanlage profitieren. Denn der selbst erzeugte Strom ist deutlich günstiger als der vom Stromversorger. Aber auch die individuelle Haltung spielt eine Rolle: Mit einer Photovoltaikanlage können Hausbesitzer aktiv etwas für Umwelt und Klimaschutz tun.

Für wen lohnt sich die Investition?

Ob sich eine Anlage finanziell rechnet, hängt von drei Faktoren ab: der Leistung der installierten Anlage, dem eigenen Stromverbrauch und den Tageszeiten, zu denen der Strom genutzt wird. Bevor Hauseigentümer beschließen, eine Photovoltaikanlage zu installieren, sollten sie daher abschätzen, wie viel Strom sie in Zukunft im Schnitt verbrauchen werden - und zu welcher Tageszeit. Denn der Solarstrom ist nicht zu jeder Tageszeit gleichermaßen verfügbar - es sei denn, ein teurer Batteriespeicher wird mit eingeplant. Ob sich eine Anlage finanziell rechnet, können Interessierte mithilfe eines Renditerechner der Stiftung Warentest ermitteln.

Eigenverbrauch ist günstiger als ins Netz einzuspeisen

Für überschüssigen Strom, den Anlagenbesitzer nicht im eigenen Haushalt verbrauchen und stattdessen ins Netz einspeisen, erhalten sie eine Einspeisevergütung. Mit dem neuen Erneuerbare-Energien-Gesetz 2021 sinkt diese Vergütung im Laufe des Jahres allerdings jeden Monat. Am Ende des Jahres werden für Anlagen zwischen 10 und 40 kWp nur noch etwas mehr als sieben Cent pro Kilowattstunde gezahlt. Damit liegen die Einnahmen deutlich unter den derzeit gut 30 Cent pro kWh, die Verbraucher bezahlen, wenn sie den Strom beim Versorger beziehen. Die Anlage lohnt sich daher umso mehr, je mehr Solarstrom selbst genutzt wird.

Wie hoch ist der Ertrag bei Photovoltaik?

Die Leistung von Photovoltaikanlagen wird in Watt-Peak (Wp) oder Kilowatt-Peak (kWp) angegeben. Pro kWp ist je nach Sonnenstrahlung mit etwa 1.000 Kilowattstunden (kWh) Ertrag pro Jahr zu rechnen.

Photovoltaik: Das kostet eine Anlage

Eine Photovoltaikanlage ist immer eine langfristige Investition. In den Regel amortisieren sich die Kosten erst nach etlichen Jahren. Sie liegen derzeit ungefähr zwischen 1.200 und 1.800 Euro (plus Mehrwertsteuer) pro Kilowatt Leistung (kWp). Größere Anlagen sind dabei rentabler als kleine. So ist für eine kleinere Anlage mit einer Leistung bis etwa 4 Kilowatt Leistung (kWp) und damit einer durchschnittlichen Stromproduktion von etwa 4.000 Kilowattstunden (kWh) mit etwa 7.200 Euro (plus Mehrwertsteuer) zu rechnen, bei einer Anlagenleistung von 10 kWp liegen die Kosten bei etwa 12.000 Euro (plus Mehrwertsteuer).

Standort-Voraussetzungen und Montage

Statisch gesehen sind die meisten Hausdächer geeignet, um eine Anlage zu installieren. Allerdings sollte das Dach idealerweise eine Neigung von 30 bis 35 Prozent aufweisen, nicht verschattet und nach Süden ausgerichtet sein. Aber auch West- und Ostausrichtungen können sinnvoll sein. Die baulichen Voraussetzungen kann man mit einem Eignungs-Check prüfen lassen, den die Verbraucherzentralen für 30 Euro anbieten.

Solaranlage auf einem Wohnhaus © colourbox Foto: Gollander Photo
Das Hausdach sollte möglichst weder zu flach noch zu schräg sein. Ideal ist eine Neigung um 30 bis 35 Grad.

Zwar ist es erlaubt, die Anlagen selbst auf dem Dach zu montieren. Davon ist aber abzuraten, denn die Hersteller geben die oft sehr langen Garantien nur bei Montage durch einen Fachbetrieb. Zudem muss ohnehin ein Elektroinstallateur kommen, um die Anlage an das Stromnetz anzuschließen.

Fördermöglichkeiten für Anlagen und Batteriespeicher

Wer eine Photovoltaik-Anlage plant, kann für die Finanzierung einen zinsgünstigen Kredit von der Kreditanstalt für Wiederaufbau (KfW) bekommen - allerdings nur unter der Voraussetzung, dass ein Teil des produzierten Stroms ins Netz eingespeist wird. Spezielle Förderprogramme existieren für den Einbau von Batteriespeichern. Mit ihnen lässt sich überschüssiger Solarstrom, der etwa in den Mittagsstunden erzeugt wird, für einen späteren Verbrauch speichern.

So bezuschusst Niedersachsen den Neubau von Photovoltaik-Anlagen sowie die Erweiterung älterer Anlagen, sofern ein Batteriespeicher eingebaut wird. Auch Schleswig-Holstein hat ein Förderprogramm für Batteriespeicher aufgelegt.

Derzeit sind diese Speicher noch relativ teuer. Für Haushalte mit hohem Stromverbrauch kann sich die Anschaffung dennoch lohnen - vor allem, wenn es Zuschüsse gibt. Bei der Planung sollte die Größe des Speichers möglichst genau zur Leistung der Anlage passen, da zu große Speicher unnötig hohe Kosten verursachen und so die Rentabilität senken. Viele Experten empfehlen derzeit, mit der Anschaffung eines Solarstromspeichers noch etwas zu warten. Sie rechnen damit, dass die Preise in den nächsten Jahren deutlich fallen werden.

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Dieses Thema im Programm:

Markt | 23.08.2021 | 20:15 Uhr

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