Ein Hausdach mit Sonnenkollektoren. © colourbox

Photovoltaik: Jetzt bessere Förderung für neue Anlagen

Stand: 13.01.2023 18:19 Uhr

Der Betrieb von Photovoltaikanlagen ist seit 1. Januar 2023 attraktiver: So wird etwa die Einspeisung besser vergütet. Welche Förderungen gibt es? Was kosten die Anlagen und mögliche Speicher?

Die erneuerbaren Energien sollen massiv ausgebaut werden, so der Plan der Bundesregierung. Sie brachte deshalb eine Novellierung des Erneuerbare-Energien-Gesetzes (EEG) auf den Weg, das am 30. Juli 2022 in Kraft getreten ist. Die meisten Neuregelungen gelten seit Januar 2023. Sie sehen mehrere Erleichterungen und Verbesserungen sowohl für neue als auch teilweise für bereits bestehende Photovoltaikanlagen vor.

Novelliertes EEG: Einspeisung wird erhöht

Eine wichtige Neuerung: Die Einspeisevergütung wird deutlich erhöht. Zudem dürfen neue Anlagen nun auch den gesamten erzeugten Strom ins Netz einspeisen - eine wichtige Neuregelung, denn bislang war die Einspeisung auf 70 Prozent gedeckelt.

Einspeisevergütung bleibt 2023 konstant

Mit der Neuregelung wird nun zwischen Volleinspeiseanlagen und Anlagen mit Eigenversorgung, bei denen die Besitzer einen Teil des Stroms selbst nutzen, unterschieden. Eigenversorgungsanlagen bis 10 Kilowatt Leistung (kWp) erhalten 8,2 Cent pro Kilowattstunde (kWh), für größere Anlagen gibt es für den Anlagenteil ab 10 kWp noch 7,1 Cent pro Kilowattstunde.

Volleinspeiseanlagen - also Anlagen, die den gesamten erzeugten Strom ins Netz einspeisen - erhalten bis zu einer Leistung von 10 kWp sogar 13 Cent pro kWh und für den Anlagenteil ab 10 kWp noch 10,9 Cent pro Kilowattstunde. Die neuen Vergütungssätze bleiben 2023 konstant, die monatliche Absenkung ist bis 2024 ausgesetzt.

Die höheren Vergütungen sollen einen Anreiz schaffen, auch dort PV-Anlagen zu errichten, wo der Eigenverbrauch eher gering ist. Der wirtschaftliche Vorteil für private Haushalte ist allerdings weiterhin bei Eigenverbrauchsanlagen am höchsten, so die Verbraucherzentrale. Je mehr Solarstrom tagsüber, wenn die Anlage Strom produziert, selbst genutzt wird - etwa durch das Laden eines E-Autos -, desto lohnender die Anschaffung.

Photovoltaik: Neue Vergütungssätze laut EEG 2023

Eigenversorgungsanlage (15 kWp-Anlage)
Für die ersten 10 kWp gibt es 8,2 Cent, für die verbleibenden 5 kWp 7,1 Cent pro kWh. Der Vergütungssatz liegt damit durchschnittlich bei 7,8 Cent pro Kilowattstunde.
Anlage mit Volleinspeisung (15 kWp-Anlage)
Für die ersten 10 kWp gibt es 13 Cent, für die verbleibenden 5 kWp 10,9 Cent pro kWh. Der Vergütungssatz liegt also durchschnittlich bei 12,3 Cent pro Kilowattstunde.

Neu: Steuerbefreiung für Solaranlagen

Zwei Techniker installieren eine Photovoltaikanlage auf einem Hausdach. © picture alliance / Eibner-Pressefoto Foto: Socher
Wer eine PV-Anlage neu in Auftrag gibt, muss dafür keine Umsatzsteuer mehr bezahlen.

Betreiber kleiner und mittlerer PV-Anlagen (bis zu einer Leistung von 30 kW bei Einfamilien- sowie 15 kW pro Wohneinheit bei Mehrfamilienhäusern) müssen auf die Erträge ihrer Anlage keine Einkommensteuer mehr zahlen. Diese Neuregelung gilt rückwirkend bereits für 2022. Seit dem 1. Januar 2023 ist zudem die Lieferung und Installation der Anlagen auf Wohngebäuden umsatzsteuerfrei.

Förderung auch für PV-Anlagen im Garten

Neu ist auch, dass künftig auch PV-Anlagen eine Förderung erhalten, die nicht auf einem Hausdach, sondern im Garten aufgebaut werden. Voraussetzung hierfür ist, dass sich das Dach nicht für die Installation eignet. Das Baurecht gilt aber weiter, was bedeutet, dass eine Baugenehmigung nötig sein könnte.

Photovoltaik: Das kostet eine Anlage

Eine Photovoltaikanlage ist immer eine langfristige Investition. In der Regel amortisieren sich die Kosten erst nach mehreren Jahren. Sie liegen derzeit ungefähr zwischen 1.400 und 2.000 Euro pro Kilowatt Leistung (kWp). Größere Anlagen sind dabei in der Relation günstiger als kleine.

Wie hoch ist der Ertrag bei Photovoltaik?

Die Leistung von Photovoltaikanlagen wird in Watt-Peak (Wp) oder Kilowatt-Peak (kWp) angegeben. Pro kWp ist je nach Sonnenstrahlung mit etwa 1.000 Kilowattstunden (kWh) Ertrag pro Jahr zu rechnen.

So ist für eine kleinere Anlage mit einer Leistung bis etwa 4 Kilowatt Leistung (kWp) und damit einer durchschnittlichen Stromproduktion von etwa 4.000 Kilowattstunden (kWh) pro Jahr mit etwa 8.000 Euro zu rechnen, bei einer Anlagenleistung von 10 kWp liegen die Kosten bei etwa 14.000 Euro. Ob sich eine Anlage finanziell rechnet, können Interessierte mithilfe eines Renditerechner der Stiftung Warentest ermitteln.

Standort-Voraussetzungen und Montage

Solaranlage auf einem Wohnhaus © colourbox Foto: Gollander Photo
Das Hausdach sollte möglichst weder zu flach noch zu schräg sein. Ideal ist eine Neigung von 30 bis 35 Grad.

Statisch gesehen sind die meisten Hausdächer geeignet, um eine Anlage zu installieren. Allerdings sollte das Dach idealerweise eine Neigung von 30 bis 35 Prozent aufweisen, nicht verschattet und nach Süden ausgerichtet sein. Aber auch West- und Ostausrichtungen können sinnvoll sein. Die baulichen Voraussetzungen kann man mit einem Eignungs-Check prüfen lassen, den die Verbraucherzentralen für maximal 30 Euro anbieten (Termin-Vereinbarung unter Tel. 0800/809 802 400).

Zwar ist es erlaubt, die Anlagen selbst auf dem Dach zu montieren. Davon ist aber abzuraten, denn die Hersteller geben die oft sehr langen Garantien nur bei Montage durch einen Fachbetrieb. Zudem muss ohnehin ein Elektroinstallateur kommen, um die Anlage an das Stromnetz anzuschließen.

KfW fördert Anlagen und Speicher

Wer eine Photovoltaik-Anlage plant, kann für die Finanzierung einen zinsgünstigen Kredit von der Kreditanstalt für Wiederaufbau (KfW) bekommen - allerdings nur unter der Voraussetzung, dass ein Teil des produzierten Stroms ins Netz eingespeist wird. Gefördert wird zudem der Einbau von Stromspeichern. Auch in einigen Kommunen und Regionalverbänden gibt es Förderprogramme.

Stromspeicher können sich lohnen

Mit Batteriespeichern lässt sich überschüssiger Solarstrom, der etwa in den Mittagsstunden erzeugt wird, für einen späteren Verbrauch am Abend und bis zum nächsten Morgen speichern. Eine Speicherung für mehrere Wochen oder Monate ist damit nicht möglich. Stromspeicher sind noch relativ teuer. Pro Kilowattstunde Speicherkapazität ist je nach System und Funktionsumfang mit Kosten zwischen 800 und 1.600 Euro zu rechnen. Vor allem für Haushalte mit hohem Stromverbrauch kann sich die Anschaffung dennoch lohnen.

Bei der Planung sollte die Größe des Speichers möglichst genau zum persönlichen Verbrauch passen, da zu große Speicher unnötig hohe Kosten verursachen, Rohstoffe verschwenden und die Speicherbatterie schneller altern lassen. Als Richtwert empfiehlt die Verbraucherzentrale 1 Kilowattstunde Batteriekapazität pro 1.000 Kilowattstunden Jahresstromverbrauch.

Photovoltaikanlage mieten statt kaufen

Wer nicht selbst in eine Photovoltaikanlage investieren will, kann diese je nach Region und Stadt häufig auch bei den örtlichen Versorgern mieten. Das hat für Hauseigentümer den Vorteil, dass sie nicht finanziell in Vorleistung gehen und sich weder um Wartung noch Betrieb kümmern müssen. Allerdings haben diese Verträge oft sehr lange Laufzeiten, in der das Dach nicht anders genutzt werden kann und eine Miete fällig wird. Diese kann laut Verbraucherzentrale über die Jahre die Kosten für eine gekaufte Anlage deutlich übersteigen.

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