Stand: 07.07.2020 10:46 Uhr

Neue Wege für die letzte Ruhe

von Lisbeth Schröder
Ein Kreuz und eine Urne schwimmen auf dem Wasser © Fotolia Foto: Kica Henk
Immer mehr Menschen entscheiden sich etwa für eine Beisetzung auf See.

Für viele Angehörige ist der Tod neben der Trauer auch mit Aufwand verbunden. Je nach Friedhofsvorschriften sind die Hinterbliebenen beispielsweise dazu verpflichtet, dass an dem Grab des Verstorbenen die Blumen gegossen werden und das Unkraut gejätet wird. Laut einer Umfrage der Verbraucherinitiative Bestattungskultur Aeternitas e.V. stellt das für etwa 40 Prozent der Menschen eine Bereicherung und wiederum für 40 Prozent eine Belastung dar.

Doch die Grabpflege ist nur ein Grund, warum immer weniger Menschen eine klassische Bestattung wählen. In den letzten 25 Jahren stiegen laut der Verbraucherinitiative Bestattungskultur die Anzahl der Einäscherungen von etwa ein auf mehr als zwei Drittel. Vor allem finden zunehmend Bestattungen oder Beisetzungen außerhalb klassischer Friedhöfe statt, zum Beispiel im Wald oder auf See.

Weniger Grabpflege, weniger Kosten

In sogenannten Bestattungswäldern zeigt manchmal nur eine Plakette am Baum an, wer wo ruht. Die Vorteile bei solch einem Grab in der Natur: Meist sind Angehörige nicht verpflichtet, Blumen zu pflanzen oder Unkraut zu jäten, aber vor allem kosten Urnenbestattungen wie solche in den Wäldern oft weniger als klassische Erdbestattungen. In einem Friedwald bei Osnabrück ist ein Grab ab 490 Euro für 20 Jahre zu haben. Bei Sarggräbern sind es mehrere Tausend Euro.

Wo Tod und Leben zusammengehören

Bei einem "Kolumbarium" werden die Urnen in Wände integriert, zum Beispiel in einer Kirche. Steinplatten zeigen an, wer wo ruht. "Hier wird nicht wie sonst oft in unserer Gesellschaft der Tod beiseitegeschoben", sagt zum Beispiel Hermann Sommer, der überlegt, sich so bestatten zu lassen.

Ein Edelstein als Ruhestätte

In Österreich ist es sogar erlaubt, aus der Asche eines Verstorbenen einen Edelstein herzustellen und diesen als Anhänger oder Ring bei sich zu tragen. In Deutschland ist das gesetzeswidrig. Über Bestattungsfirmen in Tschechien haben allerdings findige Unternehmer auch dafür eine Lösung gefunden.

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Ein Blumengesteck auf einem Holzsarg © Mary Stark / fotolia Foto: Mary Stark

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Dieses Thema im Programm:

Arte | Xenius | 30.06.2020 | 16:50 Uhr

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