Stand: 16.12.2016 10:14 Uhr  | Archiv

Lebensmittel: Mehr Infos zum Inhalt

Nährwerttabelle auf einer Lebensmittelpackung © NDR Foto: Axel Franz
Von Energie bis Salz: Eine Tabelle muss über wichtige Nährwerte informieren - wie hier bei Spekulatius.

Welcher Kartoffelsalat enthält am wenigsten Fett? Wie hoch ist der Zuckeranteil im Christstollen? Ab sofort finden Verbraucher schnell Antworten auf solche Fragen. Auf Lebensmitteln, die verpackt angeboten werden, muss jetzt eine Nährwerttabelle sieben wichtige Inhaltsstoffe benennen. Bislang war dies nur verpflichtend, wenn für die Waren mit nährwert- oder gesundheitsbezogenen Angaben geworben wurde. Ware, die lose verkauft wird, ist von der Regelung ausgenommen, außerdem alkoholische Getränke ab 1,2 Volumenprozent und unverarbeitete Produkte, die nur aus einer Zutat bestehen. Verbraucher könnten sich bei verpackten Lebensmitteln nun besser über enthaltene Mengen an Zucker, Fett oder Salz informieren, erklärten die Verbraucherzentralen.

Von Energie bis Salz

Die Tabelle muss mindestens diese Angaben enthalten: Brennwert, Fett, gesättigte Fettsäuren, Kohlenhydrate, Zucker, Eiweiß und Salz. Der Zuckerwert bezieht sich auf alle Ein- und Zweifachzucker, unabhängig davon, ob sie zugesetzt wurden oder von Natur aus in dem Lebensmittel enthalten sind. Damit werden neben dem zugesetzten Haushaltszucker auch Fruchtzucker und andere Zuckerarten berücksichtigt. Zusätzlich können Hersteller weitere Informationen etwa zu Ballaststoffen oder Stärke aufdrucken.

Angaben pro 100 Gramm oder pro Portion

Die Werte in Gramm beziehen sich jeweils auf 100 Gramm oder 100 Milliliter des Lebensmittels. Nur der Energiegehalt der Lebensmittel wird in Kilojoule (kJ) und Kilocalorien (kcal) genannt. Freiwillig sind außerdem Nährwertangaben pro Portion möglich, die definiert sein muss - also etwa 30 Gramm oder drei Stück. Die Tabelle kann zusätzlich den Anteil der Energie im Lebensmittel am Tagesbedarf eines durchschnittlichen Erwachsenen benennen. Diese sogenannte Referenzmenge (RI) beträgt für einen Erwachsenen 8.400 kJ oder 2.000 kcal pro Tag. Der tatsächliche Bedarf kann aber erheblich abweichen, etwa wenn jemand schwer körperlich arbeitet oder sich sehr wenig bewegt.

Die neue Verordnung, die EU-weit gilt, legt auch die Schriftgröße der Informationen fest: Ein kleines x muss nun mindestens 1,2 Millimeter hoch sein.

Verbraucherschützer fordern mehr Angaben

Energiedichte

Die Energiedichte eines Lebensmittels ergibt sich aus dem Verhältnis von Gewicht zu Kalorien. Wenn etwa 100 Gramm Kekse 502 Kilokalorien enthalten, ergibt sich daraus eine Energiedichte von 5,02 (502:100=5,02). Bis 1,5 gelten Nahrungsmittel als gesund, von 1,6 bis 2,4 als in Maßen unschädlich und ab 2,5 als bedenklich.

Die Verbraucherzentralen begrüßten, dass es für Verbraucher einfacher werde, Produkte einer Warengruppe zu vergleichen. Hilfreicher sei aber, zusätzlich die Energiedichte eines Lebensmittels auf der Vorderseite der Verpackung zu nennen. Dann ließen sich auch unterschiedliche Lebensmittel auf einen Blick besser vergleichen. Außerdem gebe es viele Ausnahmen von der Kennzeichnungspflicht, etwa bei alkoholischen Getränken und kleinen Packungen mit weniger als 25 Quadratzentimetern Oberfläche.

Einige Hersteller haben die nun vorgeschriebenen Informationen bereits bisher für ihre Lebensmittel genannt.

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Dieses Thema im Programm:

NDR Fernsehen / Visite / 08.11.2016 / 20:30 Uhr

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