Eine Frau sprüht Mückenschutz auf ihr Bein. © Picture-Alliance / dpa Themendienst Foto: Christin Klose

Mückenschutz: Welche Mittel schützen vor Stichen?

Stand: 01.06.2021 17:15 Uhr

Insektensprays mit den Wirkstoffen Diethyltoluamid (DEET) und Icaridin schützen vor Mückenstichen. Die Stoffe stehen jedoch im Verdacht, die Umwelt zu belasten. Welche Alternativen ohne Chemie gibt es?

Insektensprays mit den Wirkstoffen Diethyltoluamid (DEET) und Icaridin, die auf die Haut aufgetragen werden, können wirksam gegen Mückenstiche schützen. Verbraucherschützer empfehlen Mückenschutz mit dem Wirkstoff Icaridin. Er schützt nach dem Auftragen etwa fünf Stunden lang. Mittel mit DEET beugen bis zu acht Stunden vor. Dieser Wirkstoff kann allerdings Schleimhäute und Augen reizen, so die Verbraucherzentrale Hamburg. Für Kleinkinder und Schwangere sind Mittel mit diesem Wirkstoff deshalb nicht geeignet. Fast alle Mittel sind wasserlöslich, deshalb müssen sie nach dem Baden oder bei schweißtreibenden Aktivitäten mehrfach aufgetragen werden.

Wie schädlich sind Mückensprays für die Umwelt?

Doch die in den Mückensprays enthaltenen Biozide sind offenbar problematisch für die Umwelt: DEET kann Wasserorganismen und Kleinstlebewesen schädigen, bei Icaridin gibt es Hinweise darauf. Verbraucher sollten deshalb unbedingt die vom Hersteller empfohlene Dosierung nicht überschreiten. So wirken die Chemikalien auf die Umwelt:

  • Diethyltoluamid (DEET): Das Insektenabwehrmittel DEET wurde von der US-Armee entwickelt, um Soldaten vor Stechmücken zu schützen. Der Wirkstoff wird in Sprays wie Anti Brumm oder Nobite mit einem Wirkstoffanteil von 20 bis 50 Prozent verwendet. DEET ist eine zulassungspflichtige Chemikalie, die in höheren Dosen Umweltorganismen schädigen kann. Die Hersteller von Insektenabwehrmitteln müssen auf der Packung deshalb Warn- und Dosierungshinweise aufdrucken. Die Zusammensetzung in Sprays macht DEET zu einem wasserlöslichen Stoff. Klärwerke können allerdings nur 70 Prozent der DEET-Menge aus dem Wasser entfernen. 30 Prozent gehen zurück in den Wasserkreislauf und zersetzen sich im Laufe der Zeit.

  • Icaridin: Auch das Insektenbekämpfungsmittel Icaridin ist in der EU seit Kurzem zulassungspflichtig. Naturschutzverbände sind der Meinung, dass Icaridin kein harmloser Stoff für die Umwelt ist. Eine amerikanische Studie aus dem Jahr 2018 kam zu dem Ergebnis, dass die Konzentration eines frei verkäuflichen amerikanischen Insektensprays mit dem Wirkstoff Icaridn die Larven von Lurchen dezimieren kann, wenn diese eine längere Zeit dem Stoff ausgesetzt werden.* Trotz methodischer Mängel der Studie sieht das Umweltbundesamt darin einen ernst zu nehmenden Hinweis darauf, dass die Umwelteigenschaften von Icaridin weiter erforscht werden sollten. *(Quelle: Rafael Almeida (Cary Institute of Ecosystem Studies, Millbrook, NY) et al., Royal Society Biology Letters, doi: 10.1098/rsbl.2018.0526)

Kohlendioxid und Schweiß locken Mücken an

Nicht alle Menschen ziehen Mücken gleichermaßen an. Der stärkste Reiz für Mücken ist das Kohlendioxid (CO2) in der ausgeatmeten Luft. Auch die Zusammensetzung des Schweißes auf der Haut spielt eine Rolle, ebenso wie die Zersetzung des Schweißes durch Hautbakterien.

Schutz vor Mückenstichen ohne Chemie

In Gebieten, in denen Mücken nicht in außergewöhnlich hoher Zahl vorkommen und keine übertragbaren Krankheiten verbreiten, können Verbraucher Alternativen zu Insektensprays mit DEET und Icaridin in Erwägung ziehen. So schützt man sich ohne Chemie vor Mückenstichen:

  • Ein Ventilator sorgt dafür, dass Mücken den Geruch von Menschen nicht mehr so intensiv wahrnehmen.
  • Engmaschige Insektenschutzgitter - beispielsweise aus wetterfestem Fiberglasgewebe - vor den Fensteröffnungen schützen davor, dass Mücken in Schlaf- und Wohnräume eindringen.
  • Duschen vor dem Schlafen oder vor einer Grillparty entfernt den für Mücken attraktiven menschlichen Schweiß.
  • Die richtige Kleidung kann Mücken abschrecken, zum Beispiel helle Farben und langärmelige Pullis aus dicken Stoffen. Schwarz und Blau ziehen Mücken eher an.
  • Als Ablenkung eine getragene Socken in die Nähe des Betts legen - in Versuchen hat sich gezeigt, dass Mücken den Geruch anziehend finden.
  • Im Sommer ab der Dämmerung die Nähe von Seen und Flüssen meiden - sie sind Brutstätten für Mücken.

Pflanzlicher Mückenschutz kann Allergien auslösen

Natürliche Wirkstoffe wie das Pflanzenöl Geraniol können nach Ansicht von Experten bei einigen Menschen Allergien auslösen. Deshalb Mückenschutz mit pflanzlichen Wirkstoffen vor der ersten Anwendung zunächst auf einer kleinen Hautstelle ausprobieren.

Ätherische Öle und Anti-Mücken-Armbänder wenig wirksam

Ätherische Öle aus Zitrusfrüchten, Lavendel, Eukalyptus oder Zedernholz, die direkt auf die Haut aufgetragen werden, helfen allenfalls kurzzeitig. Als weitestgehend unwirksam haben sich in Versuchen der Stiftung Warentest auch sogenannte Anti-Mücken-Armbänder erwiesen, die Mücken mit ätherischen Ölen vertreiben sollen.

Biozid-Verdampfer mit schädlichen Nebenwirkungen

Sogenannte Biozid-Verdampfer, die in die Steckdose gesteckt werden, verbreiten giftige Dämpfe. Sie halten zwar Stechmücken fern, können aber Kopfschmerzen, Schwindel und Taubheitsgefühle auslösen, wenn der Raum nicht ausreichend belüftet wird.

Elektronischer Stichheiler und kühlen lindert Juckreiz

Elektronischer Stichheiler wird auf der hand angewendet. © Picture-Alliance / ZB Foto: Stefan Sauer
Elektronische Stichheiler erzeugen Wärme, die den Juckreiz lindert.

Wer trotz Mückenschutz gestochen wird, kann den Juckreiz mit einem batteriebetriebenen Stichheiler lindern (gibt es ab etwa 20 Euro in der Apotheke). Die rund 50 Grad warme Platte der Geräte wird auf die Einstichstelle gehalten. Die Wärme tötet die Eiweiße ab, die für den Juckreiz sorgen. Gegen eine Schwellung und Juckreiz hilft außerdem, die Einstichstelle zu kühlen und mit einer Scheibe Zitrone oder Zwiebel zu bedecken. Auch kühlende Gels aus der Apotheke können Linderung verschaffen.

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Dieses Thema im Programm:

Markt | 17.08.2020 | 20:15 Uhr

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