Stand: 20.10.2016 17:52 Uhr  | Archiv

Markenprodukte: Gefälschte Ware bei Amazon

Viele Verbraucher kaufen im Internet ein. Allerdings werden auf Online-Plattformen wie Amazon Marketplace auch Fälschungen angeboten - zum Ärger der Originalhersteller und der Kunden. In einer Stichprobe findet Markt drei gefälschte Markenprodukte (Preis jeweils inklusive Versandkosten):

  • Gusti Leder-Rucksack Joe für 83 Euro
  • Lacoste Polohemd L1212 für 47 Euro
  • Adidas Sportschuh Yeezy Boost 350 Kanye West für 14,01 Euro

Amazon: Gefälschte Ware erkennen

Nachteile für Verbraucher

Nach Angaben des Zolls haben Produktfälschungen vor allem diese Nachteile:

  • Qualität: Produktfälschungen sind meist deutlich schlechter verarbeitet als Originalware, häufig wird minderwertiges Material verwendet.
  • Gesundheit: In gefälschten Farben und Cremes können giftige Substanzen stecken. Nachgemachte Sportschuhe dämpfen oft weniger gut, das kann schlecht für den Rücken und die Gelenke sein.
  • Garantie: Für gefälschte Produkte haben Käufer keine Garantieansprüche gegenüber dem Originalhersteller. Im Gegenteil: Die Hersteller der Originalprodukte können Schadenersatzforderungen bei den Verbrauchern geltend machen.

Vorsicht bei sehr günstigen Angeboten

Auf Online-Plattformen wie Amazon Marketplace sei ein gesundes Misstrauen angebracht, sagt Sabine Klauer, Leiterin des Zollamtes Hafencity in Hamburg. Bei überdurchschnittlich preiswerten Produkten könne man oft davon ausgehen, dass es sich um Fälschungen handelt. Ihr Tipp: im Zweifel lieber einmal mehr klicken, um einen vertrauenswürdigen Anbieter zu finden.

Kaum Handhabe gegen Online-Plattformen

Amazon ist für Angebote Dritter auf der Plattform Amazon Marketplace nicht zwingend verantwortlich, sagt Jens Borchert, Fachanwalt für Informationstechnologie, Urheber- und Medienrecht. Erst wenn ein Rechteinhaber oder ein Verbraucher ein gefälschtes Produkt meldet, sei Amazon verpflichtet, die Ware von der Plattform zu nehmen. Doch selbst wenn Amazon ein solches Angebot nicht entferne, könnten Unternehmen keine Entschädigungszahlungen geltend machen.

Experte fordert strengere Vorschriften

Damit das Problem der Produktpiraterie gelöst wird, müsste die EU-Kommission nachbessern. Laut Borchert gibt es zwei Möglichkeiten: Die Betreiber von Online-Plattformen müssten verpflichtet werden, Verstöße vorbeugend zu prüfen. Und Haftungsprivilegien müssten gestrichen werden.

Wirtschaftlicher Schaden durch Produktpiraterie

Laut aktueller Schätzungen des EU-Harmonisierungsamtes für den Binnenmarkt entgehen legalen Unternehmen im Bereich gefälschter Taschen und Koffer durch Produktfälschungen jährlich Einnahmen von rund 1,6 Milliarden Euro. Das entspreche 12,7 Prozent des Umsatzes in diesem Wirtschaftszweig.

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Dieses Thema im Programm:

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