Stand: 24.01.2016 10:00 Uhr  | Archiv

Schimmel an Obst und Gemüse im Supermarkt

von Susan Penack

In vielen Supermärkten und Discountern wird Obst und Gemüse angeboten, das vergammelt ist und laut Anforderungen des Lebensmittelrechts nicht mehr verkauft werden dürfte. In einer Stichprobe von Markt wurde verdorbene Ware in 15 von 17 getesteten Filialen von Aldi, Edeka, Lidl und Rewe verkauft.

Gammelige Lebensmittel als tagesfrische Ware angeboten

In den Obst- und Gemüseabteilungen der überprüften Supermärkte entdeckte Markt viele gammelige oder schimmelige Paprika, Tomaten, Gurken, Auberginen, Mandarinen, Zitronen und Salat. Die verdorbene Ware lag häufig den ganzen Tag in den Regalen, ohne ausgeräumt zu werden. Selbst am folgenden Tag wurden in manchen Märkten dieselben gammeligen Produkte zum Verkauf angeboten, angeblich als tagesfrische Ware.

Anforderungen des Lebensmittelrechts nicht beachtet

Vor möglichen Folgen für die Gesundheit warnt Verbraucherschützer Armin Valet von der Verbraucherzentrale Hamburg: "Dem Verbraucher werden unsichere Lebensmittel verkauft, die man auf keinen Fall verzehren sollte. Ein Verzehr solcher Produkte kann gesundheitliche Risiken haben. Die Märkte haben ihre Sorgfaltspflicht vernachlässigt, denn die Lebensmittel entsprechen nicht den Anforderungen des Lebensmittelrechts."

Schimmelpilzgifte können krebserregend sein

Auch die Expertin für Lebensmittelsicherheit Dr. Bianca Brauer kritisiert, dass die Ware nicht mehr verkehrsfähig sei. "Wir haben Marktverordnungen dafür, dass die Ware frei von Schimmelpilzen und Schaden und auch sauber sein muss und frei von Fremdstoffen." Bei manchen Produkten sei nicht auszuschließen, dass sich Schimmelpilzgifte entwickelt haben, die krebserregend sein können und generell nicht verzehrt werden sollten.

Schimmel an Obst und Gemüse reklamieren

Wenn Sie im Geschäft feststellen, dass ein Produkt schimmelig oder bereits vergammelt ist, sollten Sie es beim Händler reklamieren. Fällt der Mangel erst zu Hause auf, können Sie gegen Vorlage des Kassenzettels Ersatz verlangen. Weigert sich der Händler, können Sie sich an den Hersteller wenden. Eine Anlaufstelle sind auch das Lebensmittelüberwachungs- und Verbraucherschutzamt der Stadt oder Gemeinde, in der Sie das Produkt gekauft oder gesehen haben.

Das sagen die Hersteller

Aldi

Aldi bedauert das Ergebnis. Solche Qualitätsabweichungen hätten im Verlaufe des Tages durch das Filialpersonal beziehungsweise durch die zuständige Bezirksleitung entdeckt werden müssen. Das solle in Zukunft verbessert werden.

 

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Dieses Thema im Programm:

Markt | 25.01.2016 | 20:15 Uhr

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