Stand: 26.09.2017 14:54 Uhr  | Archiv

Leasing als Alternative zum Diesel-Kauf?

von Jenny Roth, NDR Info
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Werden Diesel-Autos künftig zu Ladenhütern?

Manipulierte Software, Streit um Nachrüstungen, drohende Fahrverbote: Was Dieselautos von heute morgen noch wert sind, traut sich derzeit kaum jemand vorherzusagen. Klar ist: Die Autos stehen immer länger bei den Händlern, Wertverlust droht. Ist es für Kunden, die sich derzeit noch für den Kauf eines neuen Diesels interessieren, sinnvoll, das Auto nicht zu kaufen, sondern zu leasen?

Mieten auf Zeit

Ein Auto für eine bestimmte Zeit zu einer vereinbarten Rate mieten, und es dann wieder an den Händler zurückgeben - dieses Modell versteckt sich hinter dem Begriff "Leasing". Angesichts der Querelen um Diesel-Motoren wirkt das auf den ersten Blick durchaus attraktiv. Schließlich ist man dann scheinbar die Sorge los, ob das Auto in ein paar Jahren zu einem guten Preis wieder verkauft werden kann. Ob das stimmt, hängt aber ganz vom gewählten Leasingmodell ab.

Restwert- oder Kilometer-Modell

Grundsätzlich unterscheide man zwischen dem sogenannten Restwert- und dem Kilometer-Leasing, erklärt Herbert Engelmohr vom Automobilclub Deutschland. Aus Sicht des Verbrauchers sei Kilometer-Leasing "die einzig vernünftige Variante", rät er. Dabei werde eine Laufzeit und eine Laufleistung für das Fahrzeug vereinbart und danach werde es zurückgegeben. Für den Restwert und die Weiterverwertung des Fahrzeuges stehe der Händler ein.

Kunde muss eventuell nachzahlen

Ganz anders beim Restwert-Leasing. Dabei wird kalkuliert, was das Auto am Ende der Vertragslaufzeit vermutlich noch wert sein wird. Auf dieser Grundlage werden die monatlich zu zahlenden Raten festgelegt. Stellt sich am Ende allerdings heraus, dass der kalkulierte Restwert nicht erreicht wird, kann es sein, dass der Händler - je nach Vertragsart - einen Ausgleich vom Leasingnehmer fordert.

Risiko wird später deutlich

Für das Leasen von Dieselfahrzeugen sei dies in den kommenden Jahren ein wichtiger Punkt, sagt Rechtsanwalt Achim Tiffe: "Die Gefahr besteht, dass heute das Risiko beim Verkauf heruntergespielt wird." In drei oder vier Jahren werde der Ton viel härter und man dürfe auch nicht auf Kulanz hoffen, wenn der Wagen dann einen deutlich geringeren Restwert habe. Es könne sein, dass viele Verbraucher oder Unternehmer auf diesen Differenzen sitzen blieben. "Das können erhebliche Summen sein", mahnt Tiffe.

Probleme beim Verkauf

Händler werden zurückkommende Leasing-Diesel schon heute nur schlecht wieder los. Wenn es unbedingt ein neuer Diesel sein soll, kann Leasing also eine Alternative sein. Doch klar ist, die Probleme der Branche setzen auch das Leasing-Modell und seine Kunden unter Druck.

Dieses Thema im Programm:

NDR Info | Wirtschaft | 26.09.2017 | 07:41 Uhr

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